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Eicheln: Das Internet mahlt, ich koche

Es gibt Dinge, die sind im Internet erstaunlich gut vertreten. Katzen zum Beispiel. Menschen, die erklären, wie man Sauerteig ansetzt. Und Rezepte mit Eichelmehl.

Eichelmehl hier, Eichelmehl da. Brot mit Eichelmehl, Kekse mit Eichelmehl, Pfannkuchen mit Eichelmehl. Man könnte beinahe meinen, halb Deutschland hätte nichts anderes zu tun, als Eicheln zu sammeln, zu trocknen, zu schälen, zu mahlen und anschließend einen Pfannkuchen daraus zu backen. Oder ein Brot. Wobei ich meine, dass man dann von der Eichel überhaupt nichts mehr schmeckt, denn man kann normales Mehl nicht einfach durch Eichelmehl ersetzen, weil es nicht kein Gluten enthält. Ein Teig aus reinem Eichelmehl würde reißen oder zerfallen.

Eichelhefeschnecken

Nur eines findet man erstaunlich selten: Rezepte mit Eicheln. Also mit ganzen bzw. zuerkleinerten Eicheln. Das ist ungefähr so, als gäbe es im Internet jede Menge Rezepte mit Kartoffelmehl, aber niemand käme auf die Idee, eine Kartoffel zu kochen.

Die Eichel – vom Schweinefutter zum Küchenstar?

Dabei ist die Eichel kulinarisch durchaus interessant. Jahrtausendelang war sie in verschiedenen Regionen ein ganz selbstverständliches Nahrungsmittel.

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Heute kennen wir sie vor allem aus dem Wald, vom Boden – oder als kostenlose Beschäftigung für Eichhörnchen. Wobei die Haselnüsse und Bucheckern bevorzugen …

Haselnuesse-frisch

Und natürlich muss man bei Eicheln ein bisschen mehr beachten als bei einer Kartoffel. Sie enthalten Gerbstoffe und müssen deshalb entbittert werden.

Aber dann?

Dann kann man mit ihnen tatsächlich kochen.

Und genau hier wird es interessant.

Denn während das Internet offenbar eine innige Beziehung zum Eichelmehl entwickelt hat, habe ich mich gefragt:

Was kann man eigentlich mit der Eichel selbst anfangen?

Nicht mahlen. Nicht erst zu Mehl verarbeiten. Sondern Eichel nehmen, vorbereiten und daraus etwas kochen.

Und siehe da: Man kann!

Auf meinem Kochlustblog gibt es deshalb Rezepte, die sich dieser kleinen Waldfrucht tatsächlich widmen.

Eicheln müssen nämlich nicht zwangsläufig den Umweg über die Mühle nehmen, bevor sie in der Küche landen dürfen. Sie können auch als Zutat ihren ganz eigenen Charakter zeigen. Und das finde ich ziemlich sympathisch. Denn seien wir ehrlich: Eine Eichel hat schließlich schon eine bemerkenswerte Karriere hinter sich.

Sie wächst am Baum, fällt irgendwann herunter, wird von Eichhörnchen verbuddelt, von Spaziergängern zertreten, von Kindern gesammelt – und könnte am Ende sogar auf unserem Teller landen.

Wenn das keine berufliche Vielseitigkeit ist.

Warum also immer Eichelmehl?

Vielleicht, weil Mehl alles ein bisschen einfacher macht. Aus Mehl wird Brot. Aus Mehl wird Kuchen. Aus Mehl wird Teig. Und schon klingt die Eichel plötzlich gar nicht mehr so wild. Aber ich finde: Die Eichel darf ruhig Eichel bleiben. Man muss schließlich nicht alles pulverisieren, bevor man es interessant findet.

Deshalb gibt es auf meinem Kochlustblog nicht nur Überlegungen darüber, was man theoretisch mit Eicheln machen könnte, sondern viele Rezepte mit Eicheln. Denn während das Internet fleißig Eicheln mahlt, habe ich beschlossen: Ich koche sie lieber.

Und wer weiß – vielleicht entdecken wir die Eichel ja noch einmal ganz neu. Die Eichhörnchen jedenfalls werden nicht begeistert sein, wenn man ihnen die Nüsschen klaut. Wobei die flinken Hörnchen lieber Bucheckern futtern als Eicheln.

eichelrezepte
WeiterlesenKreative Eichelrezepte
Drache

Immer wieder lese ich die Aussage, dass ein mit KI erstelltes Buchcover als solches gekennzeichnet werden muss. Aber stimmt das wirklich?

Ich bin dieser Frage genauer nachgegangen – und dabei zeigt sich, dass die Sache etwas komplizierter ist, als es auf den ersten Blick scheint. Vor allem die Annahme „KI verwendet = Kennzeichnungspflicht“ greift zu kurz.

In meinem ausführlichen Artikel in meinem Blog bei Edition Blaes habe ich zusammengetragen, was tatsächlich gilt, woher die häufige Verwechslung kommt und was Autorinnen und Autoren beim Einsatz von KI für ihre Cover beachten sollten.

Wer also schon einmal überlegt hat, ob ein KI-generiertes Cover einen entsprechenden Hinweis braucht, findet hier die ausführliche Antwort:

[Zum ausführlichen Artikel]

WeiterlesenKI auf dem Buchcover – muss das eigentlich draufstehen?
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Wer im Internet nach Rezepten mit Eicheln sucht, stößt zwangsläufig auf Eichelmehl. Eicheln werden entbittert, getrocknet und gemahlen – und damit ist die kulinarische Reise für viele beendet. Doch muss eine Eichel tatsächlich immer zu Mehl werden, bevor sie in der Küche interessant wird?

Ich wollte wissen, was sonst noch möglich ist.

Eicheln
Eicheln

Ich habe Eicheln gesammelt und begann zu experimentieren. Nicht mit Eichelmehl. Ich wollte herausfinden, wie sich die Eichel selbst als Zutat einsetzen lässt, welche Aromen in ihr stecken und wie sie sich in ganz unterschiedliche Gerichte integrieren lässt.

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Dabei entstanden keine nachgekochten oder zusammengetragenen Rezepte, sondern eigene Kreationen. Aus der anfänglichen Neugier entwickelte sich nach und nach eine neue Eichel-Welt: viele selbst entwickelte Rezepte, von Vorspeisen über Salate, Brot und Nudeln bis zu Kuchen und Nachspeisen.

Eichelhefeschnecken
leberpastete mit eicheln
Leberpastete mit Quittengelee und Eicheln

Eichelmarzipan, Eichelgrissini, Sauerteigbrot mit Eicheln, Eichelpesto, karamellisierte Eicheln, Eichelmousse, Eichelbutter, geröstete Eicheln, Eierlikörkuchen mit Eicheln, Eichelpanade, Eichelkrokant und vieles mehr.

Das Besondere dabei: Nicht Eichelmehl, sondern die Nuss – denn eine Eichel ist botanisch eine Nussfrucht – ist die wichtige und schmackhafte Zutat. Die Eichel soll in den Gerichten nicht verschwinden, sondern ihren eigenen Charakter behalten. Man schmeckt sie – und häufig sieht man sie auch. Zumindest in kleinen Stückchen.

Ob süß oder herzhaft, fein oder rustikal: Die Eichel kann ganz unterschiedliche kulinarische Rollen übernehmen. Sie kann knuspern, cremig werden, Aroma geben oder einem Gericht eine überraschende Note verleihen.

So ist aus Experimentierfreude eine völlig neue Art entstanden, Eicheln kulinarisch zu nutzen – kreativ, schmackhaft und vielseitig.

Ich habe ausprobiert, was mit Eicheln möglich ist – und dabei meine ganz eigene Eichelküche erfunden. Eine Küche, in der die Eichel nicht zum Mehl degradiert wird, sondern die Hauptrolle spielt.

Denn Eicheln sind nicht nur für Wildschweinchen.

Wildschweine
WeiterlesenEicheln – nicht nur für Schweinchen
nein

Nein heißt nein! Auch für erfahrungen.app

Seit einiger Zeit bekomme ich regelmäßig, teilweise mehrfach täglich, Werbung von erfahrungen.app.

Beispiel:

Dahinter steckt die Aufforderung, ein von erfahrungen.app angelegtes Firmenprofil zu „beanspruchen“. Kostenlos, in zehn Sekunden, mit meiner E-Mail-Adresse.

Nur: Ich habe dieses Profil nicht bestellt. Und ich will es auch nicht!

Interessant wird es, dass erfahrungen.app selbst erklärt, dass seine Firmenprofile unter anderem öffentlich zugängliche Bewertungsdaten anderer Portale enthalten. Bei mir finden sich beispielsweise Inhalte wieder, die von Trustpilot stammen. Für mich ist das eine ziemlich klare Form von Kundenfang: Daten zusammentragen, daraus ein Firmenprofil basteln und dann die betreffende Firma zur Übernahme „motivieren“.

Ich habe erfahrungen.app per Mail ausdrücklich aufgefordert, die Werbung einzustellen, und Auskunft darüber verlangt, woher meine Daten stammen und auf welcher Grundlage sie verarbeitet werden.

Eine Antwort bekam ich nicht.

Stattdessen bekomme ich nach wie vor Werbung. Oft mehrfach täglich.

Ich könnte das rechtlich klären lassen

Ich muss das nicht einfach hinnehmen. Die DSGVO gibt mir das Recht, der Verarbeitung meiner Daten für Direktwerbung zu widersprechen. Nach so einem Widerspruch dürfen die Daten für diesen Zweck nicht weiterverarbeitet werden (Art. 21 Abs. 2 und 3 DSGVO). Außerdem kann ich mich bei einer Datenschutzaufsichtsbehörde beschweren und grundsätzlich auch den Rechtsweg beschreiten. Ich könnte also durchaus anfangen, das Ganze juristisch verfolgen zu lassen.

Aber dafür ist mir meine Zeit zu schade.

Ich habe keinen Bock, mich wochenlang mit Mails, Screenshots, Beschwerden und juristischem Kleinkram zu beschäftigen, nur weil da jemand nicht kapiert (kein Mann, sondern ein „Unternehmen“), „Nein“ zu akzeptieren. Deshalb schreibe ich diesen Artikel. Nicht als Drohung. Sondern als Dokumentation.

Und als kleinen Hinweis an andere Unternehmerinnen und Unternehmer:

Wenn euch erfahrungen.app ungefragt ein Firmenprofil verpasst und anschließend mit Werbung bombardiert – ihr seid damit nicht allein.

Was mich betrifft, ist die Sache ganz einfach:

Ich will dieses Profil nicht!

WeiterlesenErfahrungen mit erfahrungen.app
sex

Bestimmte Wörter darf man bei Facebook bzw. einer bestimmten Facebook-Gruppe offensichtlich nicht verwenden. Dazu gehört auch das Wort „Sex“. Also lasse ich es. Denn dort habe ich einen Link zu einem Blogartikel bei Edition Blaes veröffentlicht, in dem ich mich über dämliche Pornobücher auslasse. Aber: Bei der Gruppe ist das Wort „Sex“ offensichtlich verpönt.

Das hat allerdings auch etwas Gutes: So bin ich auf ein anderes Wort gekommen, das mir in diesem Zusammenhang viel besser gefällt:

EXPLIZIT

Auf meinem beruflichen Blog habe ich einen Beitrag über explizite Bücher und erotische Literatur geschrieben. Nicht über ein einzelnes Buch, sondern über meine ganz persönliche Sicht auf „explizite“ Geschichten.

Und siehe da: „explizit“ ist eigentlich viel schöner als das andere Wort.

Mehr dazu hier:

Erotische Literatur: Warum Erotik mehr ist als Sex

Manchmal hat auch das Schlechte was Gutes …

WeiterlesenExplizit ist besser als Sex
Hybrider Krieg

Hybrider Krieg – was versteht man unter diesem Begriff?

Hybride Kriegsführung bezeichnet eine Strategie, bei der ein Staat oder eine andere Organisation verschiedene militärische und nichtmilitärische Mittel kombiniert, um einen Gegner zu schwächen, ohne zwangsläufig einen offenen Krieg zu führen. Ziel ist oft, politischen, wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Druck auszuüben und dabei die Schwelle zu einem klassischen bewaffneten Konflikt möglichst nicht zu überschreiten.

Zu typischen Elementen hybrider Kriegsführung gehören:

  • Konventionelle militärische Mittel: Einsatz regulärer Streitkräfte oder die Androhung militärischer Gewalt.
  • Unkonventionelle Mittel: Einsatz von Spezialkräften, Geheimdiensten oder bewaffneten Gruppen, deren Verbindung zum Auftraggeber bewusst verschleiert wird.
  • Cyberangriffe: Angriffe auf IT-Systeme, kritische Infrastruktur oder Kommunikationsnetze.
  • Desinformation und Propaganda: Verbreitung irreführender oder falscher Informationen, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen oder Vertrauen in Institutionen zu untergraben.
  • Wirtschaftlicher Druck: Sanktionen, Handelsbeschränkungen oder die Nutzung wirtschaftlicher Abhängigkeiten als Druckmittel.
  • Politische Einflussnahme: Unterstützung bestimmter Parteien, Gruppen oder Kampagnen im Ausland, etwa durch verdeckte Finanzierung oder Informationsoperationen.
  • Instrumentalisierung gesellschaftlicher Themen: Ausnutzen bestehender Spannungen oder Krisen, um Polarisierung zu verstärken.

Beispiele

Als häufig genanntes Beispiel gilt die Annexion der Krim im Jahr 2014. Dort kamen unter anderem nicht gekennzeichnete bewaffnete Kräfte, Informationskampagnen und politische Maßnahmen gleichzeitig zum Einsatz. Auch Cyberangriffe auf staatliche Einrichtungen oder gezielte Desinformationskampagnen werden heute oft als Bestandteile hybrider Kriegsführung eingeordnet.

Abgrenzung

Hybride Kriegsführung ist nicht dasselbe wie ein klassischer Krieg. Sie bewegt sich häufig in einer Grauzone zwischen Frieden und offenem Krieg. Gerade weil die Verantwortlichkeit oft schwer nachzuweisen ist und unterschiedliche Mittel gleichzeitig eingesetzt werden, ist es für betroffene Staaten schwierig, angemessen darauf zu reagieren.

Kurz gesagt: Hybride Kriegsführung ist die koordinierte Kombination militärischer und ziviler Mittel – etwa Cyberangriffe, Desinformation, wirtschaftlicher Druck und gegebenenfalls begrenzte militärische Aktionen –, um politische oder strategische Ziele zu erreichen, ohne ausschließlich auf einen offenen militärischen Konflikt zu setzen.

WeiterlesenHybrider Krieg – was ist das?
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Word oder PDF für den Buchdruck?

Ein Thema, über das ein Autor oft erst nachdenkt, wenn es schiefgeht: In welchem Format sollte die Druckdatei bei KDP hochgeladen werden – als Word-Datei oder als PDF?

Anlass für meinen neuen Artikel im Verlagsblog war die Frage eines Autors in einer Internet-Autorengruppe. Er hatte sein Buch als Word-Datei bei KDP hochgeladen und stellte beim Probedruck fest, dass sich zahlreiche Seitenübergänge verändert hatten. Überschriften standen plötzlich an anderen Stellen, Absätze waren verrutscht und auch Kapitelanfänge hatten sich verschoben.

Das Problem dabei ist, dass eine Word-Datei ein flexibles Dokument ist, dessen Seitenaufteilung bei der Verarbeitung unter anderen Voraussetzungen verändert werden kann.

Ein PDF funktioniert anders: Das gesetzte Seitenlayout wird beibehalten. Genau deshalb ist ein PDF als Druckdatei die bessere Wahl.

Ich habe das Ganze in einem Blogartikel bei Edition Blaes ausführlich erklärt – inklusive der Frage, warum sich eine einzige zusätzliche Textzeile zu einer regelrechten Verschiebungskette durch das ganze Buch entwickeln kann.

Buchdruck: WORD-Datei oder PDF? Warum PDF für den Buchdruck besser ist

Ein Autor, der sein Buch selbst veröffentlicht und mit KDP veröffentlicht, sollte sich diese Frage jedenfalls nicht erst stellen, wenn der Probedruck vor ihm liegt.

WeiterlesenWord oder PDF?
Marienkäfer

Vom Ei zum Glücksbringer: die faszinierende Entwicklung des Marienkäfers

Jeder kennt ihn: den kleinen hübschen Marienkäfer. Doch nur wenige wissen, wie er sich entwickelt.

Kaum ein Insekt ist so beliebt wie der Marienkäfer. Mit seinem runden Körper und den auffälligen Punkten gilt er als Glücksbringer – und gleichzeitig ist er ein nützlicher Helfer im Garten. Besonders seine Vorliebe für Blattläuse macht ihn bei Gärtnerinnen und Gärtnern beliebt.

Doch bevor ein Marienkäfer als kleiner roter Käfer durch die Gegend krabbelt, durchläuft er eine erstaunliche Verwandlung. Sein Leben beginnt als winziges Ei und führt über eine gefräßige Larve und eine geheimnisvolle Puppe bis zum fertigen Käfer.

Marienkäferlarve
Marienkäferlarve
Marienkäferlarve mit Blattläusen

Alles beginnt mit dem Ei

Im Frühjahr erwachen die überwinternden Marienkäfer und machen sich bald auf Partnersuche. Nach der Paarung legt das Weibchen seine Eier an Pflanzen ab. Dabei wählt es den Platz mit Bedacht: Häufig befindet sich in unmittelbarer Nähe eine Kolonie von Blattläusen.

Marienkäfer – Eier – Larve und das Lieblingsessen: Blattläuse

Die kleinen, meist gelblichen bis orangefarbenen Eier sind nur wenige Millimeter groß und werden oft in Gruppen auf Blättern abgelegt. Für die später schlüpfenden Larven ist die Nähe zu den Blattläusen ein echter Glücksfall – denn ihr Lieblingsessen wartet praktisch direkt vor der Haustür.

Marienkäuferlarve im Paradies: Fenchelblüte voller Blattläuse

Nach einigen Tagen ist es so weit: Aus den Eiern schlüpfen winzige Larven.

Die Larve: ein gefräßiger und blitzschneller Jäger

Wer zum ersten Mal eine Marienkäferlarve sieht, könnte kaum glauben, dass daraus später ein niedlicher, runder Marienkäfer wird. Die Larve ist länglich, meist dunkel gefärbt und mit kleinen Borsten und auffälligen Flecken versehen. Mit dem fertigen Käfer hat sie äußerlich nur wenig gemeinsam.

Doch eines fällt sofort auf, wenn man sie genauer beobachtet: Marienkäferlarven sind erstaunlich flinke Läufer. Sie bewegen sich blitzschnell über Blätter und Stängel und sind ständig auf der Suche nach ihrer nächsten Beute. Wer versucht, einer Larve mit den Augen zu folgen, kann schon einmal Mühe haben, mit ihrem Tempo mitzuhalten.

Und die Beute lässt meist nicht lange auf sich warten: Blattläuse sind für die Larven eine wahre Delikatesse. Kaum geschlüpft, beginnen sie mit der Jagd. Sie packen die kleinen Pflanzensauger und fressen einen beträchtlichen Teil ihres Lebens lang fast ununterbrochen.

Je nach Art, Temperatur und Nahrungsangebot können Marienkäferlarven während ihrer Entwicklung mehrere hundert Blattläuse vertilgen. Beim Siebenpunkt-Marienkäfer werden bis zur Verpuppung etwa 200 bis 600 Blattläuse genannt.

Die Larve wächst dabei schnell. Ihre Haut kann mit dem größer werdenden Körper nicht einfach mitwachsen – deshalb häutet sie sich mehrmals. Nach mehreren Larvenstadien ist sie schließlich ausgewachsen und bereit für den nächsten großen Schritt.

Die geheimnisvolle Verwandlung: die Puppe

Irgendwann ist die Larve ausgewachsen. Sie hört auf zu fressen und sucht sich einen geeigneten Platz an einem Blatt oder anderen Pflanzenteil. Dort befestigt sie ihr Hinterende und beginnt mit der nächsten großen Veränderung: der Verpuppung.

Nun sieht es beinahe so aus, als würde überhaupt nichts passieren. Die Puppe hängt regungslos an der Pflanze. Doch im Inneren läuft ein beeindruckender Umbau ab. Aus dem Larvenkörper entwickelt sich der erwachsene Käfer. Unter anderem entstehen die Flügel und die typische gedrungene Körperform.

Je nach Art und Bedingungen dauert das Puppenstadium ungefähr eine bis zwei Wochen.

Endlich: Der fertige Marienkäfer

Dann platzt die Puppenhülle auf und der fertige Marienkäfer schlüpft heraus. Doch der berühmte rote Panzer mit den schwarzen Punkten ist zunächst noch nicht so kräftig ausgeprägt. Der frisch geschlüpfte Käfer ist weich und oft auffallend hell.

In den folgenden Stunden trocknet und härtet sein Körper aus, und seine charakteristische Färbung entwickelt sich. Erst jetzt ist er bereit, seine Flügel auszubreiten und sich auf die Suche nach Nahrung zu machen.

Übrigens verrät die Zahl der Punkte nicht das Alter eines Marienkäfers. Ein Siebenpunkt-Marienkäfer bekommt nicht jedes Jahr einen neuen Punkt dazu. Die Punktzeichnung ist vielmehr ein typisches Merkmal der jeweiligen Art. Außerdem gibt es zahlreiche Marienkäferarten, die ganz anders aussehen – manche sind sogar völlig ohne Punkte.

Ein kleiner Käfer mit großem Appetit

Auch als erwachsener Käfer bleibt der Marienkäfer ein begeisterter Blattlausjäger. Damit ist er ein wichtiger Bestandteil des natürlichen Gleichgewichts im Garten. Wo Blattläuse Pflanzen befallen, lassen die kleinen Räuber meist nicht lange auf sich warten.

Besonders faszinierend ist dabei, wie unterschiedlich die einzelnen Entwicklungsstadien aussehen: Aus einem winzigen Ei wird zunächst eine unscheinbare, aber blitzschnelle und gefräßige Larve, danach eine ruhende Puppe und schließlich der bekannte Marienkäfer.

Vom Ei zum Käfer – und wieder von vorn

Nach der Entwicklung zum erwachsenen Käfer beginnt der Kreislauf von Neuem. Im Frühjahr und Sommer sind Marienkäfer auf Nahrungssuche und vermehren sich. Im Herbst suchen sie geschützte Plätze auf, um dort den Winter zu überstehen. Im nächsten Frühjahr erwachen sie wieder – und die nächste Generation kann entstehen.

Marienkäfer – Eier und Larve

So steckt hinter dem kleinen Glücksbringer ein erstaunlicher Lebenszyklus:
Ei → Larve → Puppe → erwachsener Marienkäfer

Wer im Garten eine kleine, dunkel gefärbte Larve entdeckt, sollte sie deshalb nicht für einen Schädling halten. Vielleicht sieht man gerade einen blitzschnellen kleinen Räuber bei der Arbeit, der sich genüsslich über die Blattläuse hermacht – und eines Tages selbst zu einem wunderschönen Marienkäfer wird.

Diese Entwicklung habe ich fotografisch festgehalten, denn ich habe auf meiner Terrasse eine Marienkäferlarve entdeckt, und netterweise hat sie sich als Fotomodell zur Verfügung gestellt.


Marienkäferlarven sehen völlig anders aus als die halbrunden und ausgewachsenen Käfer mit den Pünktchen. Die Larven erinnern eher an winzige Mini-Krokodile mit sechs Beinen. Ihre Körper sind oft schwarz oder dunkelgrau gefärbt, manchmal mit orangenfarbenen oder gelben Flecken, und sie wirken etwas stachelig oder warzig.

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Vorliebe für Blattläuse
Marienkäferlarven sind gefräßige Räuber und haben eine enorme Vorliebe für Blattläuse. Eine einzelne Larve kann während ihrer Entwicklungszeit mehrere Hundert Blattläuse fressen. Sie durchstreifen aktiv Blätter und Stängel auf der Suche nach Beute, packen die Blattläuse mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen und saugen sie aus.

Marienkäfer-Larve frisst Blattlaus

Das Ganze ist für die Pflanzen ein Glücksfall: Marienkäferlarven sind hervorragende biologische Schädlingsbekämpfer. Besonders in Gärten oder auf Feldern helfen sie dabei, Blattlauspopulationen natürlich zu regulieren, lange bevor erwachsene Marienkäfer in großer Zahl auftauchen.

Marienkäferlarve an einem Zweig vom wilden Fenchel – wo sich viele Blattläuse tummeln

Ei

  • Weibliche Marienkäfer legen ihre Eier meist in kleinen Gruppen auf der Unterseite von Blättern ab, oft in der Nähe von Blattlauskolonien (praktisch: gleich Futter vor der Nase).
  • Die Eier sind länglich-oval, gelb bis orange und etwa 1–2 mm groß.
  • Nach wenigen Tagen (je nach Temperatur 3–10 Tage) schlüpfen die Larven.
Marienkäfer-Larve-makro
Marienkäfer – Eier und Larve

Larve

Larve-Marienkäfer-2016
  • Form: länglich, leicht stachelig, erinnert ein bisschen an Mini-Drachen oder winzige Alligatoren.
  • Farbe: meist dunkel (schwarz oder dunkelgrau) mit hellen Flecken (gelb/orange).
  • Ernährung: ausgesprochen gefräßig, mit klarer Vorliebe für Blattläuse, aber auch andere weiche Insekten.
  • Wachstumsphasen: Die Larve durchläuft vier Häutungen (Larvenstadien), wird dabei immer größer und aktiver.

Puppe

Marienkäferpuppe – kurz vor dem Schlüpfen
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Marienkäfer – schlüpft aus Puppe
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Marienkäfer – frisch geschlüpft
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Marienkäfer – frisch geschlüpft und noch ohne Punkte
  • Am Ende der Larvenphase sucht sich das Tier einen geschützten Platz an einem Blatt oder Stängel.
  • Die Larvenhaut platzt auf, und darunter kommt die unbewegliche Puppe zum Vorschein.
  • In dieser Phase findet der Umbau des Körpers statt – alle Organe und Strukturen werden zu ihrer „Erwachsenenform“ reorganisiert.
  • Dauer: meist 1–2 Wochen.

Erwachsener Marienkäfer

geschlüpfter Marienkäfer nach ein paar Stunden – mit Punkten. Rechts: die Puppenhülle
  • Beim Schlüpfen sind die Käfer noch blassgelb und weich; die typischen Punkte und Farben entwickeln sich erst in den folgenden Stunden.
  • Nun beginnt die Käfersuche nach Partnern und geeigneten Futterplätzen (sowohl Blattläuse als auch Pollen/Nektar, je nach Art).
  • Lebensdauer: einige Wochen bis mehrere Monate, manche Arten überwintern als Erwachsene in geschützten Verstecken.

WeiterlesenDer Marienkäfer und seine Entwicklung
buecher-editionblaes

Geiz ist geil! Wirklich?

Die Elektronikmarkt-Kette Saturn hat den Slogan »Geiz ist geil!« kreiert. Na ja, das war nicht Saturn selbst, sondern die betreuende Werbeagentur: Jung von Matt. Wie auch immer … der Slogan bleibt im Kopf. Auch nach über 20 Jahren noch. Denn die Werbung startete im Oktober 2002.

Ist Geiz tatsächlich geil?

Ich sage: ja.

Denn ich erlebe es immer wieder.

Bei und mit wem?

Mit Autoren. Konkret: mit Autoren, die beabsichtigen, ihr Buch selbst zu veröffentlichen.

Wobei ich zugeben muss: Ich habe lange gebraucht, um das zu verstehen.

Da kommt beispielsweise ein Autor auf mich zu, der sein Buch veröffentlichen möchte. Er hat Fragen. Viele Fragen. Das ist völlig normal. Schließlich macht man so etwas nicht jeden Tag.

Also fragt er.

Wie sollte das Buch gestaltet werden?

Welches Format ist sinnvoll?

Welches Papier?

Welche Schrift?

Was ist beim Cover zu beachten?

Wie funktioniert das mit der ISBN?

Brauche ich ein Lektorat?

Brauche ich ein Korrektorat?

Soll das Buch über Amazon angeboten werden?

Wie kommt mein Buch in den Buchhandel?

Und überhaupt: Was muss ich alles beachten, damit aus meinem Manuskript ein ordentliches Buch wird?

Alles berechtigte Fragen. Und ich beantworte solche Fragen auch gerne. Genau dafür gibt es die Website Edition Blaes. Genau deshalb schreibe ich Blogartikel. Mit diesen Informationen helfe ich Autoren, die ihr Buch selbst veröffentlichen wollen. Und: Alle Informationen auf meiner Website gibt es kostenlos.

Aber irgendwann wird es interessant bzw. merkwürdig. Denn manche Autoren wollen nicht nur eine Information. Sie wollen meine Einschätzung. Sie wollen nicht nur wissen, was man generell beim Selfpublishing beachten sollte. Sie wollen wissen, was sie tun sollten. Mit ihrem Buch.

Und da sind wir beim Punkt.

Denn plötzlich wird aus „Kannst du mir mal kurz sagen, wie das funktioniert?“ ein „Kannst du dir mein Projekt einmal ansehen und sagen, was ich machen soll?“

Klar, kann ich.

Aber »mal kurz« ist dabei meistens überhaupt nicht kurz. Denn damit ich eine vernünftige Antwort geben kann, muss ich mich mit dem Projekt beschäftigen. Ich muss also das Manuskript anschauen. Ich muss Fragen stellen. Ich muss Zusammenhänge erkennen. Ich muss meine Erfahrung einsetzen.

Und genau das ist der Moment, an dem der kleine Satz „Geiz ist geil!“ erstaunlich aktuell wird.

Denn selbstverständlich gibt es Autoren, die sagen: „Dafür möchte ich kein Geld ausgeben.“

Auch das ist legitim. Man kann schließlich sehr viel selbst machen. Man kann sich Wissen aneignen. Man kann recherchieren. Man kann Bücher lesen, Videos anschauen, Blogartikel durchforsten und sich durch Foren kämpfen.

Und wenn man genügend Zeit hat, kann man sich vieles tatsächlich selbst erarbeiten.

Aber Zeit ist ebenfalls etwas wert. Auch meine Zeit!

Erfahrung ist ebenfalls etwas wert. Und in diesem Fall geht es um meine Erfahrung.

Vor allem dann, wenn jemand meine Erfahrung abrufen will, indem ich mich ganz konkret mit seinem Buchprojekt beschäftige. Genau hier liegt für mich der Unterschied zwischen kostenloser Information und professioneller Beratung.

Die Informationen auf meiner Website sind kostenlos. Meine individuelle Beratung ist es nicht.

Trotzdem bekomme ich immer wieder Anfragen, die ungefähr nach diesem Muster funktionieren: „Ich hätte da ein paar Fragen. Könnten Sie mir die kurz beantworten?“

Oder: „Könnten Sie mal über mein Manuskript schauen? Dauert bestimmt nicht lange.“

Oder – mein persönlicher Favorit: „Vielleicht könnten wir mal kurz miteinander telefonieren. Ich hätte da ein paar Fragen.“

Kurz!

Was ist kurz? 5 Minuten? 10 Minuten? 20 Minuten? 30 Minuten.

Erfahrungsgemäß dauern solche »kurzen« Telefonate mindestens 30 Minuten. 30 Minuten, in denen ich Autoren relevante Informationen SCHENKE! Denn wer professionell berät, bringt etwas mit, das man nicht in 30 Minuten zusammensuchen kann:

Erfahrung.

Erfahrung hat ihren Preis.

Mehr zum Thema:

Professionelle Autorenberatung – geschenkt?

WeiterlesenGeiz ist geil!
Mann-Zeitung

Schwindel mit dem Schwindel? VertiVia-Werbung auf SZ.de kommt wie ein redaktioneller Artikel daher

Es gibt Werbung, bei der man sofort weiß: Hier will mir jemand etwas verkaufen. Knallige Farben, riesige Rabattzahlen, »NUR HEUTE!«, dazu ein Button mit »JETZT BESTELLEN«.

Und dann gibt es Werbung, die es deutlich subtiler angeht. Zum Beispiel trägt sie das Logo der Süddeutschen Zeitung, befindet sich innerhalb der vertrauten SZ-Navigation, zeigt das SZ-Menü und sieht auch sonst aus wie ein ganz normaler Zeitungsartikel: Man liest eine Überschrift, sachliche Zwischenüberschriften und einen Text, der sich mit einem gesundheitlichen Problem beschäftigt. Auf den ersten, unbefangenen Blick kann der Leser also denken: Das ist ein Artikel der Süddeutschen Zeitung.

Bei genauerem Hinsehen findet der Leser allerdings die Kennzeichnung ANZEIGE. Das ist wichtig und soll hier ausdrücklich festgehalten werden. Denn der erwähnte und vermeintliche Zeitungsartikel ist tatsächlich Werbung. Sie stammt von der Forward Health GmbH, dem Anbieter von FORTĒA und VertiVia. Am Ende des Artikels bzw. darunter steht außerdem, dass die SZ weder für den Inhalt der Anzeige noch für die darin enthaltenen Verlinkungen oder Produkte verantwortlich ist.

Formal ist die Sache damit eindeutig und korrekt. Formal ist aber nicht dasselbe wie Wirkung. Und genau diese Wirkung finde ich bemerkenswert.

Überschrift wie aus einem Verbrauchertest

Die Überschrift lautet: „VertiVia intens Erfahrungen – Abzocke oder sinnvoller Ansatz?“

Das ist eine bemerkenswerte Formulierung. Sie klingt nicht wie:

»Werbung für unser Nahrungsergänzungsmittel«

sondern wie:

»Ein Mitarbeiter der SZ hat da etwas entdeckt. Ist es gut oder ist es Abzocke?«

Klingt also wie ein unabhängiger Produkttest. Nur: Dieser Jemand ist nicht die SZ-Redaktion. Der Text stammt vom Anbieter. Das ist ein kleiner, aber feiner Unterschied. Denn wenn ein Unternehmen die Frage stellt, ob sein eigenes Produkt „Abzocke oder sinnvoller Ansatz“ sei, liegt die Antwort auf der Hand.

Eigentlicher Begriff: Schwindel

VertiVia wird als Nahrungsergänzungsmittel für Schwindel und Gleichgewicht vermarktet. In der Anzeige werden mögliche Ursachen für Schwindel aufgezählt: Alter, Durchblutungsfaktoren, Stress, Schlafqualität, Ernährung und Flüssigkeitsmangel. Danach wird VertiVia als Kombination verschiedener Pflanzenextrakte und Mikronährstoffe vorgestellt.

Das liest sich zunächst ausgesprochen vernünftig. Denn natürlich können Flüssigkeitsmangel, Stress, Schlafmangel oder Veränderungen des Gleichgewichtssystems Einfluss darauf haben, wie man sich fühlt. Und natürlich verändert sich der Körper mit zunehmendem Alter. Bis hierhin ist also nichts auszusetzen.

Dann aber kommt der entscheidende Schritt: Aus den allgemeinen Informationen über Schwindel wird das konkrete Produkt VertiVia. Und hier muss man genau hinschauen.

Was steckt drin?

Nach Angaben des Herstellers enthält VertiVia unter anderem:

  • Ginkgo-Biloba-Extrakt
  • Ingwerextrakt
  • Grüntee-Extrakt beziehungsweise L-Theanin
  • Vitamin B6
  • Vitamin B12
  • Magnesium
  • Zink
  • Piperin aus schwarzem Pfeffer

Das klingt auf gewisse Weise eindrucksvoll. Und wichtig ist: Die Inhaltsstoffe sind real.

  • Ginkgo gibt es wirklich.
  • Magnesium gibt es wirklich.
  • Vitamin B12 gibt es wirklich.

Für diese Stoffe gibt es wissenschaftliche Erkenntnisse. Aber daraus folgt noch lange nicht, dass VertiVia tatsächlich gegen Schwindel wirkt.

Kleiner Unterschied

Nehmen wir Vitamin B12. Es trägt zur Funktion des Nervensystems bei. Diese Aussage ist wissenschaftlich abgesichert. Daraus folgt aber nicht:

»Vitamin B12 beseitigt Schwindel.«

Auch Magnesium ist für zahlreiche Körperfunktionen wichtig. Aber:

»Magnesium ist wichtig für den Körper“«

ist etwas anderes als:

»Magnesium hilft gegen Gleichgewichtsstörungen.«

Werbung bewegt sich oft in diesem Graubereich. Einzelne Aussagen sind korrekt, der Gesamteindruck geht aber deutlich weiter. Überspitzt kann man es so formulieren: Die Wissenschaft liefert die Bausteine – die Werbung konstruiert daraus ein vermeintliches Versprechen.

Ginkgo?

Beim Inhaltsstoff Ginkgo wird es interessanter. Ginkgo-Biloba-Extrakte sind seit langer Zeit Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Es gibt auch Forschung zu Schwindel und Gleichgewicht. Das bedeutet: Ginkgo einfach als wirkungslosen Unsinn abzutun, wäre unseriös. Aber auch hier gilt: Eine Studie über Ginkgo ist keine Studie über VertiVia. Das ist der entscheidende Punkt. Verkauft ein Hersteller ein fertiges Produkt, müsste für einen belastbaren Wirksamkeitsnachweis genau dieses Produkt in geeigneten klinischen Studien untersucht werden.

  • Nicht nur einer seiner Bestandteile.
  • Nicht eine ähnliche Rezeptur.
  • Nicht eine allgemeine Studie über einen bestimmten Pflanzenstoff.

Das konkrete Produkt muss untersucht werden!

Studie zu VertiVia?

Deshalb wäre die einfachste Frage:

Gibt es eine gute klinische Studie, in der VertiVia getestet wurde?

  • mit ausreichender Zahl an Teilnehmern
  • mit Kontrollgruppe
  • idealerweise mit Placebo
  • mit vorher festgelegten Kriterien dafür, was eine Verbesserung des Schwindels bedeutet
  • mit veröffentlichten Ergebnissen

In der SZ-Anzeige wird eine solche überzeugende klinische Studie zum fertigen Produkt nicht präsentiert.

Stattdessen liest man Formulierungen wie:

»Laut Hersteller werden erste Veränderungen im Wohlbefinden frühestens nach ungefähr zwei bis vier Wochen erwartet.«

Und es wird behauptet, die konsequente Einnahme sei wichtig, damit die „holistische Formulierung ihre volle Wirkung entfalten“ könne (holistische Formulierung = ganzheitliche Zusammensetzung von Arznei- oder Nahrungsergänzungsmitteln).

Das klingt wissenschaftlich. Aber der Begriff holistische Formulierung ist kein wissenschaftlicher Wirksamkeitsnachweis.

Erfahrungsberichte: nett, aber kein Beweis

Besonders beliebt in Gesundheitswerbung sind Erfahrungsberichte. Auch die SZ-Anzeige arbeitet mit ihnen. Es wird auf Bewertungen und Erfahrungen von Anwendern verwiesen. Die beschriebenen Verbesserungen reichen von einem ruhigeren Gleichgewichtsempfinden bis zu weniger Schwindelmomenten und größerer Gelassenheit bei Bewegungen.

Das kann alles ehrlich gemeint sein. Aber eine persönliche Erfahrung ist keine klinische Studie.

Wenn jemand sagt:

»Seit ich VertiVia nehme, geht es mir besser«,

dann ist das zunächst eines: eine persönliche Erfahrung.

  • Man weiß nicht, ob die Beschwerden ohne das Produkt ebenfalls zurückgegangen wären.
  • Man weiß nicht, ob gleichzeitig andere Dinge verändert wurden.
  • Man weiß nicht, ob die Beschwerden ohnehin schwanken.
  • Und man weiß nicht, ob die Verbesserung tatsächlich auf die Kapseln zurückzuführen ist.

Deshalb gibt es in der Medizin Kontrollgruppen und Placebos. Die sind für Werbung allerdings ungefähr so beliebt wie ein Kassenbon beim Schwarzkauf.

Nebenwirkungen nicht bekannt

Auch diese Formulierung findet sich in der Anzeige: VertiVia wird als sehr gut verträglich beschrieben.

Hier wäre ich mit einer so beruhigenden Aussage vorsichtig. Ein Nahrungsergänzungsmittel ist nicht automatisch gefährlich. Aber „Nahrungsergänzungsmittel“ bedeutet auch nicht: Kann jeder, jederzeit, zusammen mit allem anderen bedenkenlos nehmen. Das gilt besonders für Menschen, die Medikamente einnehmen.

VertiVia enthält unter anderem Ginkgo und Piperin. Bei pflanzlichen Extrakten und insbesondere bei Piperin können Wechselwirkungen mit Arzneimitteln relevant sein. Also: Zutatenliste ansehen und bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme gegebenenfalls Arzt oder Apotheker fragen.

»Apothekenspiegel«

Bei meiner weiteren Recherche stieß ich auf eine zweite Website: »Apotheken Spiegel«. Dort wird VertiVia noch einmal ganz anders präsentiert. Nicht als Anzeige im Gewand eines Zeitungsartikels. Sondern als persönlicher Erfahrungsbericht. Die Dramaturgie ist nahezu perfekt. Eine Frau namens Gisela Peters, vorgestellt als „Expertin für Gleichgewicht und Gleichgewichtsstörungen“, berichtet von ihren persönlichen Problemen mit dem Gleichgewicht. Sie erzählt von ihrer Leidensgeschichte, von Ärzten und Behandlungserfahrungen.

  • Dann kommt ein Spezialist ins Spiel.
  • Dann VertiVia.
  • Dann der Selbstversuch.
  • Dann die Besserung.
  • Und schließlich die Kaufempfehlung.

Das ist eine wirklich bemerkenswerte Geschichte. Vor allem, weil sie so schön in sich geschlossen ist:
Problem → Suche nach Hilfe → Experte → Produkt → Selbstversuch → Erfolg.

Hollywood könnte es nicht besser erzählen.

Unabhängiger Erfahrungsbericht?

Die Seite gibt sich auf den ersten Blick wie ein Gesundheitsportal. Der Name Apotheken Spiegel tut dabei sein Übriges. Im Kleingedruckten wird allerdings klargestellt, dass es sich um Werbung handelt und nicht um einen aktuellen Nachrichtenartikel, Blog oder Verbraucherschutzbericht. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass man beim Kauf über die Website einen Rabatt bekommt. »Jetzt bestellen und bis zu 45 % sparen!«

Das ist eine wichtige Information. Allerdings steht sie dort, wo Kleingedrucktes gewöhnlich steht: Bei all den anderen »Nebensächlichkeiten«.

Werbeaussagen beim »Apotheken-Spiegel«

Auf dieser Website wird nicht nur allgemein über die Inhaltsstoffe gesprochen. Es werden konkrete Wirkungen nahegelegt. Ginkgo soll unter anderem die Mikrozirkulation unterstützen. Ingwer wird mit Nervenfunktion und Durchblutung in Verbindung gebracht. Und ein angeblicher Spezialarzt wird mit einer Empfehlung für VertiVia zitiert.

Der entscheidende Satz lautet sinngemäß: VertiVia unterstütze Gleichgewicht und Durchblutung – es wirkt wirklich. Damit ist man von einer vorsichtigen Information über Inhaltsstoffe schon ziemlich weit entfernt. Hier wird ein Wirksamkeitseindruck erzeugt.

Anschließend folgt – selbstverständlich – die Möglichkeit, das Produkt direkt zu bestellen.

Test bestanden!

Die Autorin berichtet obendrein über ihren eigenen Test. Sie habe VertiVia über zwölf Wochen genommen und anschließend den Kundenservice kontaktiert. Und zu einem anderen Zeitpunkt fällt der wunderbare Satz: »Test bestanden!«

Was für eine wunderbare Formulierung! Allerdings war der »Test« kein Test im wissenschaftlichen Sinn. Eine Person nimmt ein Nahrungsergänzungsmittel, beobachtet sich selbst und stellt fest, dass es ihr besser geht. Das ist eine persönliche Erfahrung, aber kein Wirksamkeitsnachweis. Ein wissenschaftlicher Produkttest funktioniert völlig anders.

Rabatt

Die Geschichte endet dort, wo Geschichten dieser Art gerne enden: mit einem Angebot: bis zu 45 Prozent Rabatt, Geld-zurück-Garantie und der Aufforderung, das Produkt jetzt zu bestellen.

Insgesamt ist das die übliche Dramaturgie:

Angst beziehungsweise Problem → Hoffnung → Expertenstimme → persönliche Erfolgsgeschichte → wissenschaftlich klingende Erklärung → Rabatt.

Wer bis dahin gelesen hat, ist emotional bereits ziemlich weit vom Ausgangspunkt entfernt. Man wollte eigentlich nur wissen, was gegen Schwindel helfen könnte. Und plötzlich befindet man sich vor dem Warenkorb.

Zwei Websites zu »Schwindel«

Damit habe ich zwei bemerkenswerte Beispiele zum Thema Schwindel gefunden.

SZ.de

Werbung im Gewand eines journalistischen Artikels.

  • SZ-Logo
  • SZ-Menü
  • Zeitungsdesign
  • Sachlicher Ton
  • Verbrauchertest anmutende Überschrift

Apotheken-Spiegel

Werbung im Gewand eines persönlichen Erfahrungsberichts.

  • Gesundheitsportal-Name
  • sogenannte Expertin
  • Leidensgeschichte
  • Arzt
  • Selbstversuch
  • Erfolg
  • Rabatt

Zwei unterschiedliche Bühnen, aber dasselbe Stück. Erst wird Vertrauen aufgebaut. Dann kommt das Produkt bzw. der Bestell-Button.

Abzocke?

Ich unterstelle der Firma keine Abzocke.

  • VertiVia enthält reale Inhaltsstoffe. Einige davon sind wissenschaftlich untersucht.
  • Die Werbung ist auf SZ.de als Anzeige gekennzeichnet.

All das ist richtig. Aber ebenso richtig ist:

Aus wissenschaftlich interessanten Inhaltsstoffen folgt kein Beweis für die Wirksamkeit des fertigen Produkts.

Und aus positiven Erfahrungsberichten folgt ebenfalls kein Wirksamkeitsnachweis. Und eine Website, die wie ein Gesundheitsportal aussieht, ist nicht deshalb unabhängig, weil sie sich „Apotheken Spiegel“ nennt.


Wichtig!

FORTĒA bezeichnet seine Produkte als »wissenschaftlich fundiert«. Gleichzeitig weist das Unternehmen in seinen Informationen darauf hin, dass sich die gesundheitsbezogenen Angaben auf die in den Produkten enthaltenen Mikronährstoffe im Rahmen der zugelassenen Health Claims beziehen. Das ist eine wichtige Einschränkung. Denn damit wird genau der Unterschied sichtbar, um den es hier geht:

Die zugelassene Aussage über einen Mikronährstoff ist nicht automatisch eine klinische Aussage über VertiVia gegen Schwindel.

Fazit

Bei Gesundheitsprodukten wünsche ich mir eine eindeutige Trennung:

  • Information
  • Werbung

Deshalb meine drei Fragen an jede Gesundheitswerbung:

  • Gibt es eine Studie zum Produkt?
  • Wer hat diese Studie durchgeführt?
  • Wer gibt eine eventuelle Empfehlung?

Sind diese Fragen nicht überzeugend beantwortet, muss man nicht gleich „Abzocke!“ rufen. Es reicht, nicht sofort auf den Bestell-Button zu drücken, sondern sich erst genau zu informieren. Oder, um es mit der Überschrift dieses Artikels zu sagen:

Beim Thema »Schwindel« genau aufpassen!

WeiterlesenSchwindel mit dem Schwindel? VertiVia-Werbung auf SZ.de
kluger Redner

Ich mag kluge Menschen! Aber nur solche, die ich auch verstehe.

Ich mag kluge Menschen. Sehr sogar. Ich mag Menschen, die viel wissen, Zusammenhänge erkennen, Freude am Denken haben und Ansichten haben, auf die ich noch nicht gekommen bin. Gespräche und Diskussionen mit solchen Menschen können mich weiterbringen.

Genau deshalb höre ich auch gerne Podcasts und Interviews. Nicht, um mir bestätigen zu lassen, was ich ohnehin bereits denke, sondern um etwas zu lernen. Um neue Sicht- und Denkweisen kennenzulernen. Um möglicherweise sogar festzustellen, dass ich mich geirrt habe. Aber dafür gibt es eine wichtige Voraussetzung: Ich muss verstehen, was der andere sagt. Und genau daran scheitert es bei manchen Menschen erstaunlich oft.

Klug sein und klug klingen sind zwei verschiedene Stiefel

Über dieses Thema habe ich schon einmal am Beispiel von Harald Welzer und Michel Friedman geschrieben. Bei Welzer habe ich häufig das Gefühl: Da sitzt ein gebildeter Mensch, der sehr viel weiß, aber er verpackt dieses Wissen in eine Sprache, in der ich den Gedanken vor lauter Verpackung nicht mehr finde.

Bei Michel Friedman ist mein Eindruck völlig anders. Friedman spricht in Interviews oder in Talkshows über komplizierte Sachverhalte, ohne sich kompliziert auszudrücken. Er spricht angenehm ruhig, er argumentiert leidenschaftlich, er widerspricht, er fragt nach und kann ziemlich unbequem sein – und all das auf leicht verständliche und nachvollziehbare Weise. Genau deshalb höre ich diesem klugen und sehr gebildeten Mann gerne zu. Denn ich möchte nach einem Gespräch nicht denken:

„Wow, das war echt intellektuell. Aber was wollte der Mensch mir sagen?“

Ich möchte denken:

„Sehr interessante Sichtweise! Logisch erklärt und logisch nachvollziehbar.“

Nun zu Ulf Poschardt

Neulich hörte ich den Journalisten und Autor Ulf Poschardt in einem Podcast.

Er sagte in dem Youtube-Video:

„Die Deutschen haben angefangen, aus Arroganz und Ignoranz die ganze Politik zu moralisieren. Außenpolitik wird moralisiert, Wirtschaftspolitik wird moralisiert, Diplomatie wird moralisiert, Kultur wird moralisiert …“

Ich hörte zu und dachte: Was um Gottes Willen meint der Mann? Denn ich habe absolut nichts verstanden. Ich habe zwar die Wörter gehört, konnte aber nichts mit ihnen anfangen. Konnte sie in keinen Zusammenhang bringen.

Mit ist zwar das Wort »Moral« (Gesamtheit aller Werte, Normen und Verhaltensregeln, die in einer Gesellschaft oder Gruppe als verbindlich anerkannt sind) bekannt, aber:

  • Was bedeutet »Moralisierung« in Poschards Aussage?
  • Was tun die Deutschen konkret?
  • Was ist daran falsch?
  • Und was sollten sie stattdessen tun?

Leider bekam ich auf diese Fragen von Poschardt keine Antwort. Vielleicht deshalb, weil er davon ausgeht, dass jeder versteht, was er meint. Im Zusammenhang mit den anderen Begriffen könnte Moralisierung bedeuten:

  • Vielleicht meint Poschardt, dass deutsche Politik zu häufig moralische Prinzipien über politische Interessen stellt.
  • Vielleicht meint er, dass wir politische Entscheidungen danach beurteilen, ob sie „gut“ oder „böse“ erscheinen, statt zu hinterfragen, ob sie funktionieren.
  • Vielleicht meint er aber auch etwas ganz anderes.

Ich weiß es nicht. Und das ist mein Problem bei Poschardt grundsätzlich: Ich kapiere nicht, wovon und worüber er spricht. Er gibt scheinbar kluge Sätze von sich, ob diese Sätze aber tatsächlich klug sind, lässt sich nicht verifizieren – weil der Zuhörer sie nicht versteht. Denn man kann sie (die Sätze) so oder so auslegen.

Ich bin nicht gegen komplexe Gedankengänge

Man könnte jetzt einwenden: Vielleicht bin ich einfach nicht intelligent genug, um Poschardt zu verstehen. Das halte ich für möglich. Aber nur theoretisch. Denn aus der Praxis weiß ich, dass ich nicht schwer von Begriff bin. Deshalb habe ich Freude an anspruchsvollen Gesprächen. Ich mag Menschen, die mehr wissen als ich (z. B. Friedmann). Ich mag komplexe Themen, und ich mag es, wenn jemand einen Sachverhalt aus einer anderen Perspektive betrachtet als ich.

Was ich nicht mag, ist sprachliche Unklarheit, die sich eine intellektuelle Tarnkappe aufsetzt. Eine Tarnkappe, unter der ich einen prächtigen Haarschopf vermute, in Wahrheit sich aber eine Glatze darunter befindet.

Ein komplexer Gedanke darf komplex sein. Aber wenn jemand ihn darlegt, dann so, dass der Zuhörer ihn versteht, und zwar sofort – nicht erst nach langem Grübeln. Im konkreten Fall hätte Poschardt sagen können:

Ich kritisiere, dass deutsche Außenpolitik häufig moralische Prinzipien über deutsche Interessen stellt. Das führt dazu, dass wir gegenüber anderen Staaten Forderungen stellen, die wir politisch gar nicht durchsetzen können.

Die Aussage verstehe ich. Ich kann sagen: Ja, das sehe ich auch so. Oder: sehe ich anders.

Das ist die Grundlage für eine konstruktive Diskussion. Die Formulierung »Die Außenpolitik wird moralisiert« dagegen ist zunächst einmal nur ein Etikett, eine Bewertung. Aber sie erklärt nicht, was Poschardts Meinung nach konkret passiert und was daran falsch ist.

Große Wörter machen einen Gedanken nicht größer

Das ist eine Eigenart vieler öffentlicher Debatten, die mich zunehmend nervt: Ständig ist die Rede von Moralisierung, Narrativen, Haltung, Werten, Transformation, Diskursen und Resilienz.

Alles wichtig klingende Wörter. Aber oft habe ich den Verdacht, dass viele sie deshalb so gerne (und häufig) benutzen, weil man mit ihnen wunderbar den Eindruck erwecken kann, etwas Bedeutendes gesagt zu haben, ohne sich auf eine konkrete Aussage festlegen zu müssen.

Dabei wäre die Lösung so einfach:

  • Sag, was passiert.

Beispiel:
Bewertung: »Ute ist dumm.«
Erklärung: »Ute weiß nicht, dass 1 + 1 = 2 ist.«

Sandra Navidi kann es!

Eine Frau, der ich in dieser Hinsicht besonders gerne zuhöre, ist Sandra Navidi (Juristin, Podcasterin, Autorin). Sie spricht über Wirtschaft, Finanzmärkte, internationale Politik und geopolitische Zusammenhänge – also keineswegs über banale Sachverhalte, die sich in drei einfachen Sätzen erledigen lassen.

Trotzdem frage ich mich bei ihr nie, was sie mir sagen will. Denn ich verstehe sie immer. Mehr noch: Ich stimme ihr fast immer zu. Das heißt nicht, dass ihre Themen simpel wären. Im Gegenteil. Manche Zusammenhänge, über die sie spricht, sind ausgesprochen komplex. Aber sie schafft etwas, das ich für eine große intellektuelle Leistung halte: Sie macht Komplexes verständlich, ohne es zu vereinfachen. Sie spricht Klartext, ohne platt zu werden. Sie ist sehr gebildet, ohne ihre Bildung wie in einem Bauchladen vor sich herzutragen. Und sie erklärt Fakten, ohne den Eindruck zu erwecken, dass sie sich selbst beim Erklären bewundert.

Genau das ist der Punkt, der mir so gut gefällt: Sie nimmt den Zuhörer ernst. Sie begegnet ihm auf Augenhöhe. Sie traut ihm zu, auch komplizierte Zusammenhänge zu verstehen – wenn man sie ihm nur vernünftig, also verständlich erklärt.

Und sie beherrscht noch etwas, das offenbar erstaunlich schwierig ist

Sie verzichtet auf »Ähm« und »Äh«. Wenn Sandra Navidi einen Moment zum Nachdenken braucht, macht sie einfach eine Pause. Eine schlichte, kleine Denkpause. Und sie schüttet die zwei Sekunden Stille nicht mit einem »Ähm« oder »Äh« zu. Ich empfinde das als sehr angenehm. Denn inzwischen habe ich den Eindruck, dass wir unter einer Ehm-Epidemie leiden. Vor allem bei Journalisten, die gute Sprache eigentlich beherrschen sollten. Aber von wegen: Ehm … also … äh … ich würde sagen … ähm …

Warum diese störenden Pausenlaute, auch Häsitationsmarker (wissenschaftlicher Ausdruck aus der Linguistik – von lateinisch haesitatio = das Zögern) genannt? Eine Pause ist doch nichts Schlimmes. Im Gegenteil: Wenn jemand kurz innehält, um einen Gedanken zu ordnen, wirkt das auf mich eher souverän. Ich merke, er denkt einen Moment lang nach.

Eine kleine Pause ist kein Fehler. Und sie ist alles andere als der Hinweis auf mangelnde Denkfähigkeit, im Gegenteil.

Beim Sprechen muss nicht jede Sekunde akustisch gefüllt werden. Ein kurzes Nachdenken ist nicht nur erlaubt, sondern erwünscht. Denn es zeigt, dass der Sprecher nicht vor sich hinschwafelt, sondern „mitdenkt“ bei dem, was er von sich gibt. Von Navidi bekomme ich deshalb genau das, was ich mir von einem guten Gespräch wünsche: Ich verstehe, was sie sagt, ich kann ihren Gedankengängen folgen – und am Ende denke ich meistens: So sehe ich das auch.

Der Podcast, auf den ich mich jede Woche freue

Und weil wir gerade bei guten Gesprächen sind, muss ich unbedingt noch einen Podcast erwähnen, auf den ich mich tatsächlich jede Woche wie auf Weihnachten freue: den Auslandsjournal-Podcast mit Katrin Eigendorf, Ulf Röller und Elmar Theveßen.

Dieser wöchentliche Podcast ist für mich eine ganz besondere Form des Journalismus. Die drei Journalisten bringen viel Wissen, Erfahrung und unterschiedliche Perspektiven mit. Genau das macht den Podcast so interessant: Sie sind sich keineswegs immer einig.

Was ich daran besonders mag, ist aber nicht nur die Meinungsverschiedenheit. Es ist die Art, wie sie miteinander umgehen.

  • ruhig
  • respektvoll
  • zugewandt

Da prallt nicht eine Meinung gegen die andere. Niemand muss den anderen rhetorisch besiegen. Niemand ist darauf aus, das letzte (und klügste) Wort zu haben. Stattdessen erlebt der Zuhörer die drei Menschen beim Denken. Der eine sagt etwas, der andere sieht es anders, der dritte ergänzt oder setzt einen anderen Akzent – und plötzlich entsteht aus den unterschiedlichen Sichtweisen etwas, auf das vielleicht keiner allein gekommen wäre.

Das finde ich ausgesprochen wohltuend. Das auch deshalb, weil dieser respektvolle Umgang miteinander im öffentlichen Gespräch inzwischen zur Rarität geworden ist. Wir erleben häufig Diskussionen, bei denen unterschiedliche Meinungen sofort als Bedrohung empfunden werden. Man muss sich entscheiden:

  • dafür oder dagegen
  • richtig oder falsch
  • wir oder die anderen

Der Auslandsjournal-Podcast hingegen zeigt jede Woche, dass es auch anders geht:

Unterschiedliche Sichtweisen müssen nicht aufeinanderprallen. Sie können sich ergänzen. Man kann dem anderen widersprechen, ohne ihn abzuwerten. Man kann anderer Meinung sein, ohne den anderen für dumm hinzustellen. Man kann seine eigene Meinung sogar verändern, weil der andere einen Gedanken eingebracht hat, auf den man selbst bislang nicht gekommen ist.

Genau das macht für mich ein gutes Gespräch aus: nicht die möglichst elegante Bestätigung der eigenen Meinung, sondern die Möglichkeit, gemeinsam ein Stück weiterzukommen.

Vielleicht freue ich mich deshalb so auf diesen Podcast. Nicht nur, weil ich etwas über die Welt erfahre, sondern weil mir die drei ganz nebenbei zeigen, wie man miteinander denken kann. Und das ist heutzutage fast schon eine kleine Wohltat.

Ich möchte nicht unterhalten werden. Ich möchte weiterkommen.

Ein gutes Gespräch muss für mich nicht gemütlich sein. Es darf anstrengend sein. Es darf mich ärgern. Es darf mir widersprechen. Es darf mir sogar zeigen, dass ich einen Denkfehler gemacht habe. Aber am Ende möchte ich einen neuen Gedanken mitnehmen. Einen Gedanken, der vorher nicht in meinem Kopf war. Eine neue Sichtweise. Eine neue Erkenntnis. Vielleicht auch nur einen Satz, über den ich später noch einmal nachdenken möchte. Das ist für mich der eigentliche Sinn eines guten Gesprächs: Erkenntnisgewinn. Und genau deshalb stört mich Geschwafel. Denn es verbraucht meine Zeit, ohne Erkenntnis zu erzeugen.

Der einfache Test

Ich habe inzwischen einen ziemlich einfachen Test für mich gefunden.

Wenn jemand etwas Kompliziertes sagt, frage ich mich:

Kann ich danach in meinen eigenen Worten sagen, was er meint?

Wenn ja: wunderbar. Dann kann ich mich mit dem Gedanken auseinandersetzen.

Wenn nein, höre ich noch einmal genauer hin. Vielleicht habe ich etwas überhört. Vielleicht fehlt mir Hintergrundwissen. Vielleicht muss ich mich erst einlesen.

Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem ich mir sage: Nein. Jetzt liegt es wahrscheinlich nicht mehr an mir. Vielleicht wurde der Gedanke einfach nicht verständlich formuliert. Und dann hilft auch der hundertste kluge Begriff nicht weiter.

Ich habe nichts gegen Intellektuelle

Ich mag kluge und gebildete Menschen. Ich mag Menschen, die mir gedanklich voraus sind. Ich mag es sogar sehr, wenn jemand mich mit Gedanken überrascht, die mir zunächst fremd sind. Aber dann möchte ich, dass sie mir erklärt werden. Nicht fünf Minuten lang mit noch mehr abstrakten Begriffen. Sondern so, dass ich irgendwann sagen kann: Jetzt verstehe ich, was du meinst.

Das ist für mich ein Glücksmoment. Denn dann hat tatsächlich ein Gedanke den Weg von einem anderen Kopf in meinen gefunden. Und genau darin besteht für mich ein gutes Gespräch.

Vielleicht ist leichte Verständlichkeit sogar ein Zeichen von Intelligenz

Ich habe mich deshalb gefragt, ob wir beim Thema Sprache nicht manchmal etwas verwechseln.

  • Wir halten komplizierte Formulierungen für anspruchsvoll.
  • Wir halten einfache Formulierungen für banal.

Aber vielleicht ist es häufig genau umgekehrt. Einen einfachen Sachverhalt kompliziert auszudrücken, ist nicht besonders schwer. Einen komplizierten Sachverhalt einfach und trotzdem korrekt zu erklären, ist dagegen eine ziemlich anspruchsvolle Leistung. Mich beeindruckt niemand, wenn er Wörter benutzt, die ich erst im Lexikon nachschlagen muss. Mich beeindruckt jemand, der mir etwas erklärt, von dem ich vorher wenig bis nichts verstanden habe – und zwar so, dass ich hinterher denke:

Danke, begriffen!

Genau das ist für mich Bildung. Nicht die Kunst, kompliziert zu klingen, sondern die Fähigkeit, Schwieriges verständlich zu machen.

Fazit: Wer wirklich etwas zu sagen hat, muss nicht klug klingen, sondern einfach nur sagen, was er meint. Und zwar einfach!

WeiterlesenIch mag kluge Menschen!
fragezeichen

Der arme Algorithmus – oder: Wie das Fragezeichen den Journalismus erobert

Manchmal genügt ein kurzer Blick auf manche Nachrichtenportale, und man fragt sich: Bin ich gerade bei einem Nachrichtenmedium gelandet oder in einer digitalen Jahrmarktshalle?

Überall blinkt, ruft und lockt es. Jede Überschrift scheint um Aufmerksamkeit zu betteln. Sie will nicht einfach informieren – sie möchte ziehen, zerren und möglichst schnell den Finger zum Klicken bewegen.

Besonders auffällig finde ich die Schlagzeilen, die inzwischen immer häufiger nach dem Muster des Boulevardjournalismus funktionieren:

„Ist DAS das Ende von …?“
„Kommt jetzt der große Schock?“
„Experten warnen!“
„Was nun auf Deutschland zukommt!“
„Dieser Fehler könnte fatale Folgen haben!“

Und natürlich: das Fragezeichen.

Dieses kleine Satzzeichen ist zum Liebling des modernen Klickjournalismus geworden. Es ist das perfekte Werkzeug für alle, die gerne etwas behaupten möchten, ohne wirklich etwas behaupten zu müssen.

Man stellt eine dramatische Vermutung in den Raum, setzt ein Fragezeichen dahinter – und schon ist man juristisch und journalistisch fein heraus.

Man hat ja nur gefragt.

Ein Beispiel, frei erfunden:

„Ist Merz am Ende?“

Eine großartige Überschrift. Kurz. Knackig. Alarmierend.

Sofort entstehen Bilder im Kopf: politische Krise? Machtverlust? Rücktritt? Chaos?

Also klickt man.

Und dann stellt man fest: Vielleicht ist irgendwo eine Umfrage nicht besonders günstig ausgefallen. Vielleicht hat ein politischer Gegner Kritik geäußert. Vielleicht hat irgendein Experte eine Meinung.

Aber die große Frage aus der Überschrift?

Sie bleibt offen.

Denn genau das ist der Trick.

Viele dieser Fragezeichen-Schlagzeilen wollen gar keine Antwort liefern. Sie wollen nur Neugier erzeugen. Sie sind keine Fragen, die nach Erkenntnis suchen. Sie sind Köder.

Die Frage ist nicht der Weg zur Information.

Die Frage ist die Information – beziehungsweise das, was davon übrig bleibt.

Und der arme Algorithmus!

Er kann ja nichts dafür.

Er sitzt vermutlich irgendwo in einem klimatisierten Rechenzentrum, schaut auf seine Zahlenkolonnen und wartet verzweifelt auf neue Nahrung.

„Ist Merz am Ende?“
„Dieser Fehler könnte alles verändern!“
„Was jetzt kommt, überrascht alle!“

Endlich Futter!

Der Algorithmus versteht schließlich nicht den Unterschied zwischen einer sorgfältig recherchierten Nachricht und einer dramatisch verpackten Vermutung. Er kennt keine Einordnung, keine journalistische Verantwortung und keine Frage danach, ob ein Leser nach der Lektüre tatsächlich schlauer ist als vorher.

Er zählt nur.

Klicks. Reichweite. Verweildauer.

Ob die Menschen informiert oder nur aufgeregt wurden, steht leider nicht in seiner Statistik.

Ich beobachte diese Entwicklung nicht nur als Leserin, sondern auch mit einem eigenen journalistischen Hintergrund. Vor vielen Jahren war ich Mitarbeiterin bei der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und gleichzeitig bei der Badischen Zeitung angestellt. Ja, das geht tatsächlich.

Dort habe ich gelernt, was guter Journalismus bedeutet.

Guter Journalismus bedeutet nicht, Menschen möglichst schnell in Aufregung zu versetzen.

Guter Journalismus bedeutet: recherchieren, prüfen, Fakten von Vermutungen trennen. Eine Nachricht nicht größer machen, als sie ist. Und vor allem: dem Leser zutrauen, mit Informationen umgehen zu können.

Eine Überschrift sollte eine Tür zum Artikel sein.

Kein Angelhaken.

Natürlich müssen Medien heute um Aufmerksamkeit kämpfen. Auch Journalismus findet nicht außerhalb der wirtschaftlichen Realität statt. Aber wenn der Kampf um Klicks dazu führt, dass Überschriften immer schriller und Inhalte immer dünner werden, dann wird etwas Wertvolles beschädigt:

Vertrauen.

Vertrauen entsteht nicht durch künstliche Dramatik. Es entsteht durch Verlässlichkeit.

Eine seriöse Nachricht muss nicht schreien. Sie muss nicht mit Großbuchstaben wedeln. Sie muss nicht so tun, als würde hinter jeder Ecke der nächste Weltuntergang lauern.

Manchmal ist die Wahrheit nämlich erstaunlich unspektakulär.

Und genau das ist ihre Stärke.

Vielleicht sollten wir das Fragezeichen wieder von seinem traurigen Dasein als Klickköder befreien. Es war einmal ein Zeichen für echte Neugier und ehrliche Offenheit.

Heute hängt es viel zu oft wie ein Feigenblatt hinter einer Behauptung, die niemand sauber belegen möchte.

Also liebe Redaktionen: Gebt dem armen Algorithmus ruhig weiterhin Futter.

Aber vielleicht gelegentlich auch etwas Gesundes.

Eine überprüfte Tatsache zum Beispiel.

Er würde sich bestimmt freuen.

Und wir Leserinnen und Leser auch.

WeiterlesenClickbaiting: reißerische Überschriften mit Fragezeichen
Lindenblattsalat-Buchweizen

Ein besonderer Salat mit Lindenblättchen und Chips von Nachtkerzenwurzeln

Im Frühling, wenn die ersten zarten Blätter sprießen und die Natur wieder essbar wird, lohnt sich ein genauer Blick auf Pflanzen, die sonst oft unbeachtet bleiben. Zwischen jungen Kräutern, Wildblumen und frischem Grün verstecken sich wahre Delikatessen – etwa die nussigen Lindenblättchen und die erstaunlich aromatische Wurzel der Nachtkerze.

Lindenblattknospen
Lindenblattknospen
Nachtkerzenwurzel
Nachtkerzenblüte

Die Nachtkerze ist vielen wegen ihrer gelben Blüten bekannt, die sich abends öffnen. Weniger bekannt ist: Ihre Wurzel ist essbar – und schmeckt ausgesprochen gut. Früher wurde sie auch als „Schinkenwurzel“ bezeichnet, weil ihr Aroma beim Braten herzhaft und kräftig wird.

Für diesen Salat werden die Wurzeln in dünne Scheiben geschnitten und in Olivenöl gebraten. So entstehen knusprige Chips mit erdigem Charakter und feiner Süße.

Nachtkerzenwurzelchips

Das Rezept für diesen besonderen Salat gibt es wie immer auf meinem Kochlustblog.

Lindenblattsalat mit Nachtkerzenwurzelchips und geröstetem Buchweizen

WeiterlesenLindenblattsalat mit knusprigen Chips von Nachtkerzenwurzeln
auslandsjournal

»Auch Journalisten sind Menschen« – so der Journalist Ulf Röller im aktuellen Podcast »auslands journal«

Die heutige Medienlandschaft ist mit der von vor 30 Jahren nicht mehr zu vergleichen. Informationen jagen Informationen. Egal, ob Trump oder ein Wal oder eine virtuelle Vergewaltigung … es wird gepostet, was das Zeug hält.

In diesem Zusammenhang ist das Erste, was ich morgens mache: im Internet schauen, was es Neues gibt. Und es gibt täglich Neues – vor allem viel oberflächliches, selbstverliebtes Gelaber und Meinungen, die in Wirklichkeit keine sind.

Aber es gibt auch journalistische Perlen. Eine dieser Perlen ist der »Auslandsjournal-Podcast«, den ich vor einigen Monaten entdeckt habe.

Die Gesprächspartner sind (normalerweise):

Katrin Eigendorf
Ulf Röller
Elmar Theveßen

Diese Journalisten erlebe ich als

– aufrichtig
– authentisch
– bescheiden
– respektvoll
– selbstreflektiert

Dass alle drei Freude am Denken haben, erwähne ich nur am Rande, weil ich meine, dass dies zur Grundausstattung eines guten Journalisten gehören sollte.

Alles in allem empfehle ich diesen Podcast allen Menschen, die Wert darauf legen, dass öffentliche Gespräche nicht nur informativ, sondern auch authentisch, aufrichtig und von gegenseitigem Respekt getragen sind.

Unter diesen Aspekten ist dieser Podcast für mich ein informativer Hörgenuss, und ich freue mich jede Woche auf die neue Folge.

Also: Unbedingt anschauen bzw. anhören!

WeiterlesenAuslandsjournal: Auch Journalisten sind Menschen
kostenlos

Das E-Book von meinem nagelneuen Ratgeber »Buch selbst veröffentlichen« gibt es heute kostenlos.

»Buch selbst veröffentlichen« – mein praxisnaher Ratgeber für alle, die ihr Buch selbst veröffentlichen wollen. Heute kostenlos!

Wer mit dem Gedanken spielt, ein eigenes Buch zu veröffentlichen, steht schnell vor vielen Fragen: Wie wird aus einem Manuskript ein fertiges E-Book oder Printbuch? Was ist bei Gestaltung, Veröffentlichung und Vermarktung zu beachten? Genau hier setzt der Ratgeber »Buch selbst veröffentlichen – Selfpublishing leicht gemacht« an.

Mein Ratgeber richtet sich gezielt an Selfpublisher und angehende Autoren, die ihren Weg unabhängig vom klassischen Verlag gehen möchten. In alphabetisch geordneten, praxisnahen Kapiteln werden die wichtigsten Schritte der Buchveröffentlichung erklärt – von Absatzformaten über Buchsatz, Coverdesign, Lektorat bis hin zu Vertrieb und Zitatrecht.

Besonders hilfreich ist der starke Praxisbezug: Statt theoretischer Ausführungen liefert der Ratgeber konkrete Tipps und Checklisten, die direkt in die eigene Buchproduktion übernommen werden können. Damit eignet sich das Werk sowohl für Einsteiger als auch für Autoren, die ihr bestehendes Wissen im Selfpublishing vertiefen möchten.

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Gerade in einer Zeit, in der Selfpublishing immer wichtiger wird und Autoren ihre Werke zunehmend selbst auf den Markt bringen, bietet dieser Ratgeber eine wertvolle Orientierung und hilft dabei, typische Fehler zu vermeiden und professionell zu veröffentlichen.

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WeiterlesenBuch selbst veröffentlichen – E-Book heute kostenlos
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Wildkräuter neu entdecken – 12 E-Books voller natürlicher Genussrezepte

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Gemüse und Wildkräuter. Vielseitig und mit ungewöhnlichen Zutaten.

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Aromatische Teigwaren mit Nudeln und Wildkräutern.

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Herzhaftes Gebäck mit Wildkräutern, Beeren, Früchten und Nüssen.

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Süße Backkreationen mit Samen, Nüssen und anderen wilden Zutaten.

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Salat

Salat mit Wildkräutern. Frisch, gesund und mit vielen wilden Blüten.

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Leckere Desserts mit wilden Kräutern und Blüten von der Wiese und aus dem Wald.

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Suppen

Suppen mit ungewöhnlichen Zutaten von der Wiese und aus dem Wald.

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Fisch

Leckere Rezepte mit Fisch und Wildkräutern. Gesund, schmackhaft und kalorienarm.

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Von Fisch- und Fleischgerichten über Gemüse und Salat bis hin zu Nudeln, herzhaftem und süßem Gebäck, Beilagen und Desserts – hier kommen Natur und kulinarischer Genuss auf phantasievolle Weise zusammen.

Die Rezepte der Reihe zeichnen sich durch ihren Einsatz heimischer Wildpflanzen aus. Dabei kommen Zutaten zum Einsatz, die vielen gar nicht bekannt sind, aber ein unvergleichliches Geschmackserlebnis bieten. So verleihen beispielsweise die aromatischen Samendolden des Wiesenbärenklau Chutneys eine feinwürzige Note, während geröstete Bucheckern Salaten und Gebäck eine nussige Raffinesse verleihen. Eicheln, fachgerecht zubereitet, überraschen mit ihrem sanft-erdigen Aroma und eignen sich perfekt für kreative Pasta-Gerichte und Sauerteigbrot, schmecken aber auch in einer Eichel-Mousse unvergleichlich gut. Selbst die unscheinbare Ackermelde, als schmackhaftes Wildkraut oft verkannt, bringt mit ihrem milden Geschmack und zarten Blättern Abwechslung auf den Teller. Und das wunderbare Mädesüß mit seinen kleinen Blüten verleiht Nachspeisen und süßen Pfannkuchen ihr einzigartiges Aroma.

Die Wildkräuterrezepte bieten nicht nur geschmackliche Vielfalt, sondern sind auch reich an wertvollen Nährstoffen. Gleichzeitig fördert die Verwendung heimischer Wildpflanzen eine nachhaltige Ernährungsweise, die im Einklang mit der Natur steht. Die E-Books enthalten dabei nicht nur detaillierte Rezeptanleitungen, sondern auch praktische Tipps zur Ernte der wilden Zutaten.

Ob passionierter Wildkräutersammler oder neugieriger Einsteiger – die E-Book-Reihe bietet für jeden das passende Rezept. Ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen, anschauliche Fotos und Hintergrundwissen zu den verwendeten wilden Zutaten machen die kulinarische Reise in die Welt der Wildkräuter zu einem besonderen Erlebnis.

WeiterlesenE-Book-Serie: Wildkräuterrezepte
Wildkraeuter-Kaesekoerbchen

Es ist eines der ersten Wildkräuter im Frühling: das vitaminreiche Scharbockskraut.

Scharbockskraut – das erste würzige Grün des Frühlings

Scharbockskraut-Winterlaub

Wenn im zeitigen Frühjahr die ersten frischen Blätter aus dem Boden sprießen, gehört das Scharbockskraut zu den auffälligsten Wildpflanzen der Saison. Noch bevor viele andere Kräuter erscheinen, bildet es dichte Teppiche aus glänzend grünen Blättern und später leuchtend gelben Blüten. Botanisch gehört es zur Familie der Hahnenfußgewächse und trägt den wissenschaftlichen Namen Ficaria verna.

Seinen deutschen Namen verdankt das Scharbockskraut einer früheren medizinischen Verwendung. „Scharbock“ war eine alte Bezeichnung für Skorbut, eine Krankheit, die durch Vitamin-C-Mangel entsteht. Die jungen Blätter des Krauts enthalten vergleichsweise viel Vitamin C und wurden daher traditionell im Frühling als Stärkung der Ernährung gesammelt.

Geschmack und kulinarische Eigenschaften

In der Küche werden ausschließlich die jungen Blätter vor der Blüte verwendet. Zu diesem Zeitpunkt sind sie zart, mild und leicht würzig. Ihr Geschmack erinnert entfernt an Spinat, mit einer frischen, leicht säuerlichen Note. Gerade nach den langen Wintermonaten galt das Scharbockskraut früher als willkommenes erstes Grün für Salate und Kräutergerichte.

Die Blätter lassen sich fein geschnitten als frische Kräuterzutat einsetzen. Sie eignen sich beispielsweise zum Verfeinern von Salaten, Frühlingsquark, Kräuterbutter oder kalten Vorspeisen. Auch als aromatische Ergänzung zu milden Blattgemüsen kann das Kraut interessant sein. Da sein Geschmack relativ sanft ist, passt es gut zu anderen Frühlingskräutern.

Der richtige Erntezeitpunkt

Beim Sammeln spielt der Zeitpunkt eine wichtige Rolle. Nach Beginn der Blüte verändert sich die chemische Zusammensetzung der Pflanze. Dann steigt der Gehalt bestimmter Scharfstoffe aus der Familie der Hahnenfußgewächse, die in größeren Mengen reizend wirken können. Aus diesem Grund gilt die einfache Regel: nur vor der Blüte ernten und verwenden.

Die glänzenden, herz- bis nierenförmigen Blätter erscheinen oft bereits im März oder April in feuchten Laubwäldern, an Bachrändern oder in schattigen Gärten. Da das Scharbockskraut meist in größeren Beständen wächst, lassen sich schnell kleine Mengen für die Küche sammeln.

Ein unterschätztes Wildkraut

Heute wird Scharbockskraut deutlich seltener genutzt als früher, obwohl es zu den frühesten essbaren Wildpflanzen des Jahres gehört. Gerade in der modernen Wildkräuterküche erlebt es jedoch eine kleine Wiederentdeckung. Sein frischer Geschmack, die frühe Verfügbarkeit und die einfache Verwendung machen es zu einer interessanten Ergänzung saisonaler Frühlingsgerichte.

So erinnert das Scharbockskraut daran, dass bereits sehr früh im Jahr essbare Wildpflanzen verfügbar sind – und dass traditionelle Kräuter der regionalen Küche viele kulinarische Möglichkeiten bieten.

Rezepte gibt es wie immer auf meinem Kochlustblog.

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