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Marienkäfer

Vom Ei zum Glücksbringer: die faszinierende Entwicklung des Marienkäfers

Jeder kennt ihn: den kleinen hübschen Marienkäfer. Doch nur wenige wissen, wie er sich entwickelt.

Kaum ein Insekt ist so beliebt wie der Marienkäfer. Mit seinem runden Körper und den auffälligen Punkten gilt er als Glücksbringer – und gleichzeitig ist er ein nützlicher Helfer im Garten. Besonders seine Vorliebe für Blattläuse macht ihn bei Gärtnerinnen und Gärtnern beliebt.

Doch bevor ein Marienkäfer als kleiner roter Käfer durch die Gegend krabbelt, durchläuft er eine erstaunliche Verwandlung. Sein Leben beginnt als winziges Ei und führt über eine gefräßige Larve und eine geheimnisvolle Puppe bis zum fertigen Käfer.

Marienkäferlarve
Marienkäferlarve
Marienkäferlarve mit Blattläusen

Alles beginnt mit dem Ei

Im Frühjahr erwachen die überwinternden Marienkäfer und machen sich bald auf Partnersuche. Nach der Paarung legt das Weibchen seine Eier an Pflanzen ab. Dabei wählt es den Platz mit Bedacht: Häufig befindet sich in unmittelbarer Nähe eine Kolonie von Blattläusen.

Marienkäfer – Eier – Larve und das Lieblingsessen: Blattläuse

Die kleinen, meist gelblichen bis orangefarbenen Eier sind nur wenige Millimeter groß und werden oft in Gruppen auf Blättern abgelegt. Für die später schlüpfenden Larven ist die Nähe zu den Blattläusen ein echter Glücksfall – denn ihr Lieblingsessen wartet praktisch direkt vor der Haustür.

Marienkäuferlarve im Paradies: Fenchelblüte voller Blattläuse

Nach einigen Tagen ist es so weit: Aus den Eiern schlüpfen winzige Larven.

Die Larve: ein gefräßiger und blitzschneller Jäger

Wer zum ersten Mal eine Marienkäferlarve sieht, könnte kaum glauben, dass daraus später ein niedlicher, runder Marienkäfer wird. Die Larve ist länglich, meist dunkel gefärbt und mit kleinen Borsten und auffälligen Flecken versehen. Mit dem fertigen Käfer hat sie äußerlich nur wenig gemeinsam.

Doch eines fällt sofort auf, wenn man sie genauer beobachtet: Marienkäferlarven sind erstaunlich flinke Läufer. Sie bewegen sich blitzschnell über Blätter und Stängel und sind ständig auf der Suche nach ihrer nächsten Beute. Wer versucht, einer Larve mit den Augen zu folgen, kann schon einmal Mühe haben, mit ihrem Tempo mitzuhalten.

Und die Beute lässt meist nicht lange auf sich warten: Blattläuse sind für die Larven eine wahre Delikatesse. Kaum geschlüpft, beginnen sie mit der Jagd. Sie packen die kleinen Pflanzensauger und fressen einen beträchtlichen Teil ihres Lebens lang fast ununterbrochen.

Je nach Art, Temperatur und Nahrungsangebot können Marienkäferlarven während ihrer Entwicklung mehrere hundert Blattläuse vertilgen. Beim Siebenpunkt-Marienkäfer werden bis zur Verpuppung etwa 200 bis 600 Blattläuse genannt.

Die Larve wächst dabei schnell. Ihre Haut kann mit dem größer werdenden Körper nicht einfach mitwachsen – deshalb häutet sie sich mehrmals. Nach mehreren Larvenstadien ist sie schließlich ausgewachsen und bereit für den nächsten großen Schritt.

Die geheimnisvolle Verwandlung: die Puppe

Irgendwann ist die Larve ausgewachsen. Sie hört auf zu fressen und sucht sich einen geeigneten Platz an einem Blatt oder anderen Pflanzenteil. Dort befestigt sie ihr Hinterende und beginnt mit der nächsten großen Veränderung: der Verpuppung.

Nun sieht es beinahe so aus, als würde überhaupt nichts passieren. Die Puppe hängt regungslos an der Pflanze. Doch im Inneren läuft ein beeindruckender Umbau ab. Aus dem Larvenkörper entwickelt sich der erwachsene Käfer. Unter anderem entstehen die Flügel und die typische gedrungene Körperform.

Je nach Art und Bedingungen dauert das Puppenstadium ungefähr eine bis zwei Wochen.

Endlich: Der fertige Marienkäfer

Dann platzt die Puppenhülle auf und der fertige Marienkäfer schlüpft heraus. Doch der berühmte rote Panzer mit den schwarzen Punkten ist zunächst noch nicht so kräftig ausgeprägt. Der frisch geschlüpfte Käfer ist weich und oft auffallend hell.

In den folgenden Stunden trocknet und härtet sein Körper aus, und seine charakteristische Färbung entwickelt sich. Erst jetzt ist er bereit, seine Flügel auszubreiten und sich auf die Suche nach Nahrung zu machen.

Übrigens verrät die Zahl der Punkte nicht das Alter eines Marienkäfers. Ein Siebenpunkt-Marienkäfer bekommt nicht jedes Jahr einen neuen Punkt dazu. Die Punktzeichnung ist vielmehr ein typisches Merkmal der jeweiligen Art. Außerdem gibt es zahlreiche Marienkäferarten, die ganz anders aussehen – manche sind sogar völlig ohne Punkte.

Ein kleiner Käfer mit großem Appetit

Auch als erwachsener Käfer bleibt der Marienkäfer ein begeisterter Blattlausjäger. Damit ist er ein wichtiger Bestandteil des natürlichen Gleichgewichts im Garten. Wo Blattläuse Pflanzen befallen, lassen die kleinen Räuber meist nicht lange auf sich warten.

Besonders faszinierend ist dabei, wie unterschiedlich die einzelnen Entwicklungsstadien aussehen: Aus einem winzigen Ei wird zunächst eine unscheinbare, aber blitzschnelle und gefräßige Larve, danach eine ruhende Puppe und schließlich der bekannte Marienkäfer.

Vom Ei zum Käfer – und wieder von vorn

Nach der Entwicklung zum erwachsenen Käfer beginnt der Kreislauf von Neuem. Im Frühjahr und Sommer sind Marienkäfer auf Nahrungssuche und vermehren sich. Im Herbst suchen sie geschützte Plätze auf, um dort den Winter zu überstehen. Im nächsten Frühjahr erwachen sie wieder – und die nächste Generation kann entstehen.

Marienkäfer – Eier und Larve

So steckt hinter dem kleinen Glücksbringer ein erstaunlicher Lebenszyklus:
Ei → Larve → Puppe → erwachsener Marienkäfer

Wer im Garten eine kleine, dunkel gefärbte Larve entdeckt, sollte sie deshalb nicht für einen Schädling halten. Vielleicht sieht man gerade einen blitzschnellen kleinen Räuber bei der Arbeit, der sich genüsslich über die Blattläuse hermacht – und eines Tages selbst zu einem wunderschönen Marienkäfer wird.

Diese Entwicklung habe ich fotografisch festgehalten, denn ich habe auf meiner Terrasse eine Marienkäferlarve entdeckt, und netterweise hat sie sich als Fotomodell zur Verfügung gestellt.


Marienkäferlarven sehen völlig anders aus als die halbrunden und ausgewachsenen Käfer mit den Pünktchen. Die Larven erinnern eher an winzige Mini-Krokodile mit sechs Beinen. Ihre Körper sind oft schwarz oder dunkelgrau gefärbt, manchmal mit orangenfarbenen oder gelben Flecken, und sie wirken etwas stachelig oder warzig.

Larve-Marienkäfer-3

Vorliebe für Blattläuse
Marienkäferlarven sind gefräßige Räuber und haben eine enorme Vorliebe für Blattläuse. Eine einzelne Larve kann während ihrer Entwicklungszeit mehrere Hundert Blattläuse fressen. Sie durchstreifen aktiv Blätter und Stängel auf der Suche nach Beute, packen die Blattläuse mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen und saugen sie aus.

Marienkäfer-Larve frisst Blattlaus

Das Ganze ist für die Pflanzen ein Glücksfall: Marienkäferlarven sind hervorragende biologische Schädlingsbekämpfer. Besonders in Gärten oder auf Feldern helfen sie dabei, Blattlauspopulationen natürlich zu regulieren, lange bevor erwachsene Marienkäfer in großer Zahl auftauchen.

Marienkäferlarve an einem Zweig vom wilden Fenchel – wo sich viele Blattläuse tummeln

Ei

  • Weibliche Marienkäfer legen ihre Eier meist in kleinen Gruppen auf der Unterseite von Blättern ab, oft in der Nähe von Blattlauskolonien (praktisch: gleich Futter vor der Nase).
  • Die Eier sind länglich-oval, gelb bis orange und etwa 1–2 mm groß.
  • Nach wenigen Tagen (je nach Temperatur 3–10 Tage) schlüpfen die Larven.
Marienkäfer-Larve-makro
Marienkäfer – Eier und Larve

Larve

Larve-Marienkäfer-2016
  • Form: länglich, leicht stachelig, erinnert ein bisschen an Mini-Drachen oder winzige Alligatoren.
  • Farbe: meist dunkel (schwarz oder dunkelgrau) mit hellen Flecken (gelb/orange).
  • Ernährung: ausgesprochen gefräßig, mit klarer Vorliebe für Blattläuse, aber auch andere weiche Insekten.
  • Wachstumsphasen: Die Larve durchläuft vier Häutungen (Larvenstadien), wird dabei immer größer und aktiver.

Puppe

Marienkäferpuppe – kurz vor dem Schlüpfen
Marienkäfer-geschlüpft-3
Marienkäfer – schlüpft aus Puppe
Marienkäfer-geschlüpft-2
Marienkäfer – frisch geschlüpft
Marienkäfer-geschlüpft-5
Marienkäfer – frisch geschlüpft und noch ohne Punkte
  • Am Ende der Larvenphase sucht sich das Tier einen geschützten Platz an einem Blatt oder Stängel.
  • Die Larvenhaut platzt auf, und darunter kommt die unbewegliche Puppe zum Vorschein.
  • In dieser Phase findet der Umbau des Körpers statt – alle Organe und Strukturen werden zu ihrer „Erwachsenenform“ reorganisiert.
  • Dauer: meist 1–2 Wochen.

Erwachsener Marienkäfer

geschlüpfter Marienkäfer nach ein paar Stunden – mit Punkten. Rechts: die Puppenhülle
  • Beim Schlüpfen sind die Käfer noch blassgelb und weich; die typischen Punkte und Farben entwickeln sich erst in den folgenden Stunden.
  • Nun beginnt die Käfersuche nach Partnern und geeigneten Futterplätzen (sowohl Blattläuse als auch Pollen/Nektar, je nach Art).
  • Lebensdauer: einige Wochen bis mehrere Monate, manche Arten überwintern als Erwachsene in geschützten Verstecken.

WeiterlesenDer Marienkäfer und seine Entwicklung
buecher-editionblaes

Geiz ist geil! Wirklich?

Die Elektronikmarkt-Kette Saturn hat den Slogan »Geiz ist geil!« kreiert. Na ja, das war nicht Saturn selbst, sondern die betreuende Werbeagentur: Jung von Matt. Wie auch immer … der Slogan bleibt im Kopf. Auch nach über 20 Jahren noch. Denn die Werbung startete im Oktober 2002.

Ist Geiz tatsächlich geil?

Ich sage: ja.

Denn ich erlebe es immer wieder.

Bei und mit wem?

Mit Autoren. Konkret: mit Autoren, die beabsichtigen, ihr Buch selbst zu veröffentlichen.

Wobei ich zugeben muss: Ich habe lange gebraucht, um das zu verstehen.

Da kommt beispielsweise ein Autor auf mich zu, der sein Buch veröffentlichen möchte. Er hat Fragen. Viele Fragen. Das ist völlig normal. Schließlich macht man so etwas nicht jeden Tag.

Also fragt er.

Wie sollte das Buch gestaltet werden?

Welches Format ist sinnvoll?

Welches Papier?

Welche Schrift?

Was ist beim Cover zu beachten?

Wie funktioniert das mit der ISBN?

Brauche ich ein Lektorat?

Brauche ich ein Korrektorat?

Soll das Buch über Amazon angeboten werden?

Wie kommt mein Buch in den Buchhandel?

Und überhaupt: Was muss ich alles beachten, damit aus meinem Manuskript ein ordentliches Buch wird?

Alles berechtigte Fragen. Und ich beantworte solche Fragen auch gerne. Genau dafür gibt es die Website Edition Blaes. Genau deshalb schreibe ich Blogartikel. Mit diesen Informationen helfe ich Autoren, die ihr Buch selbst veröffentlichen wollen. Und: Alle Informationen auf meiner Website gibt es kostenlos.

Aber irgendwann wird es interessant bzw. merkwürdig. Denn manche Autoren wollen nicht nur eine Information. Sie wollen meine Einschätzung. Sie wollen nicht nur wissen, was man generell beim Selfpublishing beachten sollte. Sie wollen wissen, was sie tun sollten. Mit ihrem Buch.

Und da sind wir beim Punkt.

Denn plötzlich wird aus „Kannst du mir mal kurz sagen, wie das funktioniert?“ ein „Kannst du dir mein Projekt einmal ansehen und sagen, was ich machen soll?“

Klar, kann ich.

Aber »mal kurz« ist dabei meistens überhaupt nicht kurz. Denn damit ich eine vernünftige Antwort geben kann, muss ich mich mit dem Projekt beschäftigen. Ich muss also das Manuskript anschauen. Ich muss Fragen stellen. Ich muss Zusammenhänge erkennen. Ich muss meine Erfahrung einsetzen.

Und genau das ist der Moment, an dem der kleine Satz „Geiz ist geil!“ erstaunlich aktuell wird.

Denn selbstverständlich gibt es Autoren, die sagen: „Dafür möchte ich kein Geld ausgeben.“

Auch das ist legitim. Man kann schließlich sehr viel selbst machen. Man kann sich Wissen aneignen. Man kann recherchieren. Man kann Bücher lesen, Videos anschauen, Blogartikel durchforsten und sich durch Foren kämpfen.

Und wenn man genügend Zeit hat, kann man sich vieles tatsächlich selbst erarbeiten.

Aber Zeit ist ebenfalls etwas wert. Auch meine Zeit!

Erfahrung ist ebenfalls etwas wert. Und in diesem Fall geht es um meine Erfahrung.

Vor allem dann, wenn jemand meine Erfahrung abrufen will, indem ich mich ganz konkret mit seinem Buchprojekt beschäftige. Genau hier liegt für mich der Unterschied zwischen kostenloser Information und professioneller Beratung.

Die Informationen auf meiner Website sind kostenlos. Meine individuelle Beratung ist es nicht.

Trotzdem bekomme ich immer wieder Anfragen, die ungefähr nach diesem Muster funktionieren: „Ich hätte da ein paar Fragen. Könnten Sie mir die kurz beantworten?“

Oder: „Könnten Sie mal über mein Manuskript schauen? Dauert bestimmt nicht lange.“

Oder – mein persönlicher Favorit: „Vielleicht könnten wir mal kurz miteinander telefonieren. Ich hätte da ein paar Fragen.“

Kurz!

Was ist kurz? 5 Minuten? 10 Minuten? 20 Minuten? 30 Minuten.

Erfahrungsgemäß dauern solche »kurzen« Telefonate mindestens 30 Minuten. 30 Minuten, in denen ich Autoren relevante Informationen SCHENKE! Denn wer professionell berät, bringt etwas mit, das man nicht in 30 Minuten zusammensuchen kann:

Erfahrung.

Erfahrung hat ihren Preis.

Mehr zum Thema:

Professionelle Autorenberatung – geschenkt?

WeiterlesenGeiz ist geil!
Mann-Zeitung

Schwindel mit dem Schwindel? VertiVia-Werbung auf SZ.de kommt wie ein redaktioneller Artikel daher

Es gibt Werbung, bei der man sofort weiß: Hier will mir jemand etwas verkaufen. Knallige Farben, riesige Rabattzahlen, »NUR HEUTE!«, dazu ein Button mit »JETZT BESTELLEN«.

Und dann gibt es Werbung, die es deutlich subtiler angeht. Zum Beispiel trägt sie das Logo der Süddeutschen Zeitung, befindet sich innerhalb der vertrauten SZ-Navigation, zeigt das SZ-Menü und sieht auch sonst aus wie ein ganz normaler Zeitungsartikel: Man liest eine Überschrift, sachliche Zwischenüberschriften und einen Text, der sich mit einem gesundheitlichen Problem beschäftigt. Auf den ersten, unbefangenen Blick kann der Leser also denken: Das ist ein Artikel der Süddeutschen Zeitung.

Bei genauerem Hinsehen findet der Leser allerdings die Kennzeichnung ANZEIGE. Das ist wichtig und soll hier ausdrücklich festgehalten werden. Denn der erwähnte und vermeintliche Zeitungsartikel ist tatsächlich Werbung. Sie stammt von der Forward Health GmbH, dem Anbieter von FORTĒA und VertiVia. Am Ende des Artikels bzw. darunter steht außerdem, dass die SZ weder für den Inhalt der Anzeige noch für die darin enthaltenen Verlinkungen oder Produkte verantwortlich ist.

Formal ist die Sache damit eindeutig und korrekt. Formal ist aber nicht dasselbe wie Wirkung. Und genau diese Wirkung finde ich bemerkenswert.

Überschrift wie aus einem Verbrauchertest

Die Überschrift lautet: „VertiVia intens Erfahrungen – Abzocke oder sinnvoller Ansatz?“

Das ist eine bemerkenswerte Formulierung. Sie klingt nicht wie:

»Werbung für unser Nahrungsergänzungsmittel«

sondern wie:

»Ein Mitarbeiter der SZ hat da etwas entdeckt. Ist es gut oder ist es Abzocke?«

Klingt also wie ein unabhängiger Produkttest. Nur: Dieser Jemand ist nicht die SZ-Redaktion. Der Text stammt vom Anbieter. Das ist ein kleiner, aber feiner Unterschied. Denn wenn ein Unternehmen die Frage stellt, ob sein eigenes Produkt „Abzocke oder sinnvoller Ansatz“ sei, liegt die Antwort auf der Hand.

Eigentlicher Begriff: Schwindel

VertiVia wird als Nahrungsergänzungsmittel für Schwindel und Gleichgewicht vermarktet. In der Anzeige werden mögliche Ursachen für Schwindel aufgezählt: Alter, Durchblutungsfaktoren, Stress, Schlafqualität, Ernährung und Flüssigkeitsmangel. Danach wird VertiVia als Kombination verschiedener Pflanzenextrakte und Mikronährstoffe vorgestellt.

Das liest sich zunächst ausgesprochen vernünftig. Denn natürlich können Flüssigkeitsmangel, Stress, Schlafmangel oder Veränderungen des Gleichgewichtssystems Einfluss darauf haben, wie man sich fühlt. Und natürlich verändert sich der Körper mit zunehmendem Alter. Bis hierhin ist also nichts auszusetzen.

Dann aber kommt der entscheidende Schritt: Aus den allgemeinen Informationen über Schwindel wird das konkrete Produkt VertiVia. Und hier muss man genau hinschauen.

Was steckt drin?

Nach Angaben des Herstellers enthält VertiVia unter anderem:

  • Ginkgo-Biloba-Extrakt
  • Ingwerextrakt
  • Grüntee-Extrakt beziehungsweise L-Theanin
  • Vitamin B6
  • Vitamin B12
  • Magnesium
  • Zink
  • Piperin aus schwarzem Pfeffer

Das klingt auf gewisse Weise eindrucksvoll. Und wichtig ist: Die Inhaltsstoffe sind real.

  • Ginkgo gibt es wirklich.
  • Magnesium gibt es wirklich.
  • Vitamin B12 gibt es wirklich.

Für diese Stoffe gibt es wissenschaftliche Erkenntnisse. Aber daraus folgt noch lange nicht, dass VertiVia tatsächlich gegen Schwindel wirkt.

Kleiner Unterschied

Nehmen wir Vitamin B12. Es trägt zur Funktion des Nervensystems bei. Diese Aussage ist wissenschaftlich abgesichert. Daraus folgt aber nicht:

»Vitamin B12 beseitigt Schwindel.«

Auch Magnesium ist für zahlreiche Körperfunktionen wichtig. Aber:

»Magnesium ist wichtig für den Körper“«

ist etwas anderes als:

»Magnesium hilft gegen Gleichgewichtsstörungen.«

Werbung bewegt sich oft in diesem Graubereich. Einzelne Aussagen sind korrekt, der Gesamteindruck geht aber deutlich weiter. Überspitzt kann man es so formulieren: Die Wissenschaft liefert die Bausteine – die Werbung konstruiert daraus ein vermeintliches Versprechen.

Ginkgo?

Beim Inhaltsstoff Ginkgo wird es interessanter. Ginkgo-Biloba-Extrakte sind seit langer Zeit Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Es gibt auch Forschung zu Schwindel und Gleichgewicht. Das bedeutet: Ginkgo einfach als wirkungslosen Unsinn abzutun, wäre unseriös. Aber auch hier gilt: Eine Studie über Ginkgo ist keine Studie über VertiVia. Das ist der entscheidende Punkt. Verkauft ein Hersteller ein fertiges Produkt, müsste für einen belastbaren Wirksamkeitsnachweis genau dieses Produkt in geeigneten klinischen Studien untersucht werden.

  • Nicht nur einer seiner Bestandteile.
  • Nicht eine ähnliche Rezeptur.
  • Nicht eine allgemeine Studie über einen bestimmten Pflanzenstoff.

Das konkrete Produkt muss untersucht werden!

Studie zu VertiVia?

Deshalb wäre die einfachste Frage:

Gibt es eine gute klinische Studie, in der VertiVia getestet wurde?

  • mit ausreichender Zahl an Teilnehmern
  • mit Kontrollgruppe
  • idealerweise mit Placebo
  • mit vorher festgelegten Kriterien dafür, was eine Verbesserung des Schwindels bedeutet
  • mit veröffentlichten Ergebnissen

In der SZ-Anzeige wird eine solche überzeugende klinische Studie zum fertigen Produkt nicht präsentiert.

Stattdessen liest man Formulierungen wie:

»Laut Hersteller werden erste Veränderungen im Wohlbefinden frühestens nach ungefähr zwei bis vier Wochen erwartet.«

Und es wird behauptet, die konsequente Einnahme sei wichtig, damit die „holistische Formulierung ihre volle Wirkung entfalten“ könne (holistische Formulierung = ganzheitliche Zusammensetzung von Arznei- oder Nahrungsergänzungsmitteln).

Das klingt wissenschaftlich. Aber der Begriff holistische Formulierung ist kein wissenschaftlicher Wirksamkeitsnachweis.

Erfahrungsberichte: nett, aber kein Beweis

Besonders beliebt in Gesundheitswerbung sind Erfahrungsberichte. Auch die SZ-Anzeige arbeitet mit ihnen. Es wird auf Bewertungen und Erfahrungen von Anwendern verwiesen. Die beschriebenen Verbesserungen reichen von einem ruhigeren Gleichgewichtsempfinden bis zu weniger Schwindelmomenten und größerer Gelassenheit bei Bewegungen.

Das kann alles ehrlich gemeint sein. Aber eine persönliche Erfahrung ist keine klinische Studie.

Wenn jemand sagt:

»Seit ich VertiVia nehme, geht es mir besser«,

dann ist das zunächst eines: eine persönliche Erfahrung.

  • Man weiß nicht, ob die Beschwerden ohne das Produkt ebenfalls zurückgegangen wären.
  • Man weiß nicht, ob gleichzeitig andere Dinge verändert wurden.
  • Man weiß nicht, ob die Beschwerden ohnehin schwanken.
  • Und man weiß nicht, ob die Verbesserung tatsächlich auf die Kapseln zurückzuführen ist.

Deshalb gibt es in der Medizin Kontrollgruppen und Placebos. Die sind für Werbung allerdings ungefähr so beliebt wie ein Kassenbon beim Schwarzkauf.

Nebenwirkungen nicht bekannt

Auch diese Formulierung findet sich in der Anzeige: VertiVia wird als sehr gut verträglich beschrieben.

Hier wäre ich mit einer so beruhigenden Aussage vorsichtig. Ein Nahrungsergänzungsmittel ist nicht automatisch gefährlich. Aber „Nahrungsergänzungsmittel“ bedeutet auch nicht: Kann jeder, jederzeit, zusammen mit allem anderen bedenkenlos nehmen. Das gilt besonders für Menschen, die Medikamente einnehmen.

VertiVia enthält unter anderem Ginkgo und Piperin. Bei pflanzlichen Extrakten und insbesondere bei Piperin können Wechselwirkungen mit Arzneimitteln relevant sein. Also: Zutatenliste ansehen und bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme gegebenenfalls Arzt oder Apotheker fragen.

»Apothekenspiegel«

Bei meiner weiteren Recherche stieß ich auf eine zweite Website: »Apotheken Spiegel«. Dort wird VertiVia noch einmal ganz anders präsentiert. Nicht als Anzeige im Gewand eines Zeitungsartikels. Sondern als persönlicher Erfahrungsbericht. Die Dramaturgie ist nahezu perfekt. Eine Frau namens Gisela Peters, vorgestellt als „Expertin für Gleichgewicht und Gleichgewichtsstörungen“, berichtet von ihren persönlichen Problemen mit dem Gleichgewicht. Sie erzählt von ihrer Leidensgeschichte, von Ärzten und Behandlungserfahrungen.

  • Dann kommt ein Spezialist ins Spiel.
  • Dann VertiVia.
  • Dann der Selbstversuch.
  • Dann die Besserung.
  • Und schließlich die Kaufempfehlung.

Das ist eine wirklich bemerkenswerte Geschichte. Vor allem, weil sie so schön in sich geschlossen ist:
Problem → Suche nach Hilfe → Experte → Produkt → Selbstversuch → Erfolg.

Hollywood könnte es nicht besser erzählen.

Unabhängiger Erfahrungsbericht?

Die Seite gibt sich auf den ersten Blick wie ein Gesundheitsportal. Der Name Apotheken Spiegel tut dabei sein Übriges. Im Kleingedruckten wird allerdings klargestellt, dass es sich um Werbung handelt und nicht um einen aktuellen Nachrichtenartikel, Blog oder Verbraucherschutzbericht. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass man beim Kauf über die Website einen Rabatt bekommt. »Jetzt bestellen und bis zu 45 % sparen!«

Das ist eine wichtige Information. Allerdings steht sie dort, wo Kleingedrucktes gewöhnlich steht: Bei all den anderen »Nebensächlichkeiten«.

Werbeaussagen beim »Apotheken-Spiegel«

Auf dieser Website wird nicht nur allgemein über die Inhaltsstoffe gesprochen. Es werden konkrete Wirkungen nahegelegt. Ginkgo soll unter anderem die Mikrozirkulation unterstützen. Ingwer wird mit Nervenfunktion und Durchblutung in Verbindung gebracht. Und ein angeblicher Spezialarzt wird mit einer Empfehlung für VertiVia zitiert.

Der entscheidende Satz lautet sinngemäß: VertiVia unterstütze Gleichgewicht und Durchblutung – es wirkt wirklich. Damit ist man von einer vorsichtigen Information über Inhaltsstoffe schon ziemlich weit entfernt. Hier wird ein Wirksamkeitseindruck erzeugt.

Anschließend folgt – selbstverständlich – die Möglichkeit, das Produkt direkt zu bestellen.

Test bestanden!

Die Autorin berichtet obendrein über ihren eigenen Test. Sie habe VertiVia über zwölf Wochen genommen und anschließend den Kundenservice kontaktiert. Und zu einem anderen Zeitpunkt fällt der wunderbare Satz: »Test bestanden!«

Was für eine wunderbare Formulierung! Allerdings war der »Test« kein Test im wissenschaftlichen Sinn. Eine Person nimmt ein Nahrungsergänzungsmittel, beobachtet sich selbst und stellt fest, dass es ihr besser geht. Das ist eine persönliche Erfahrung, aber kein Wirksamkeitsnachweis. Ein wissenschaftlicher Produkttest funktioniert völlig anders.

Rabatt

Die Geschichte endet dort, wo Geschichten dieser Art gerne enden: mit einem Angebot: bis zu 45 Prozent Rabatt, Geld-zurück-Garantie und der Aufforderung, das Produkt jetzt zu bestellen.

Insgesamt ist das die übliche Dramaturgie:

Angst beziehungsweise Problem → Hoffnung → Expertenstimme → persönliche Erfolgsgeschichte → wissenschaftlich klingende Erklärung → Rabatt.

Wer bis dahin gelesen hat, ist emotional bereits ziemlich weit vom Ausgangspunkt entfernt. Man wollte eigentlich nur wissen, was gegen Schwindel helfen könnte. Und plötzlich befindet man sich vor dem Warenkorb.

Zwei Websites zu »Schwindel«

Damit habe ich zwei bemerkenswerte Beispiele zum Thema Schwindel gefunden.

SZ.de

Werbung im Gewand eines journalistischen Artikels.

  • SZ-Logo
  • SZ-Menü
  • Zeitungsdesign
  • Sachlicher Ton
  • Verbrauchertest anmutende Überschrift

Apotheken-Spiegel

Werbung im Gewand eines persönlichen Erfahrungsberichts.

  • Gesundheitsportal-Name
  • sogenannte Expertin
  • Leidensgeschichte
  • Arzt
  • Selbstversuch
  • Erfolg
  • Rabatt

Zwei unterschiedliche Bühnen, aber dasselbe Stück. Erst wird Vertrauen aufgebaut. Dann kommt das Produkt bzw. der Bestell-Button.

Abzocke?

Ich unterstelle der Firma keine Abzocke.

  • VertiVia enthält reale Inhaltsstoffe. Einige davon sind wissenschaftlich untersucht.
  • Die Werbung ist auf SZ.de als Anzeige gekennzeichnet.

All das ist richtig. Aber ebenso richtig ist:

Aus wissenschaftlich interessanten Inhaltsstoffen folgt kein Beweis für die Wirksamkeit des fertigen Produkts.

Und aus positiven Erfahrungsberichten folgt ebenfalls kein Wirksamkeitsnachweis. Und eine Website, die wie ein Gesundheitsportal aussieht, ist nicht deshalb unabhängig, weil sie sich „Apotheken Spiegel“ nennt.


Wichtig!

FORTĒA bezeichnet seine Produkte als »wissenschaftlich fundiert«. Gleichzeitig weist das Unternehmen in seinen Informationen darauf hin, dass sich die gesundheitsbezogenen Angaben auf die in den Produkten enthaltenen Mikronährstoffe im Rahmen der zugelassenen Health Claims beziehen. Das ist eine wichtige Einschränkung. Denn damit wird genau der Unterschied sichtbar, um den es hier geht:

Die zugelassene Aussage über einen Mikronährstoff ist nicht automatisch eine klinische Aussage über VertiVia gegen Schwindel.

Fazit

Bei Gesundheitsprodukten wünsche ich mir eine eindeutige Trennung:

  • Information
  • Werbung

Deshalb meine drei Fragen an jede Gesundheitswerbung:

  • Gibt es eine Studie zum Produkt?
  • Wer hat diese Studie durchgeführt?
  • Wer gibt eine eventuelle Empfehlung?

Sind diese Fragen nicht überzeugend beantwortet, muss man nicht gleich „Abzocke!“ rufen. Es reicht, nicht sofort auf den Bestell-Button zu drücken, sondern sich erst genau zu informieren. Oder, um es mit der Überschrift dieses Artikels zu sagen:

Beim Thema »Schwindel« genau aufpassen!

WeiterlesenSchwindel mit dem Schwindel? VertiVia-Werbung auf SZ.de
kluger Redner

Ich mag kluge Menschen! Aber nur solche, die ich auch verstehe.

Ich mag kluge Menschen. Sehr sogar. Ich mag Menschen, die viel wissen, Zusammenhänge erkennen, Freude am Denken haben und Ansichten haben, auf die ich noch nicht gekommen bin. Gespräche und Diskussionen mit solchen Menschen können mich weiterbringen.

Genau deshalb höre ich auch gerne Podcasts und Interviews. Nicht, um mir bestätigen zu lassen, was ich ohnehin bereits denke, sondern um etwas zu lernen. Um neue Sicht- und Denkweisen kennenzulernen. Um möglicherweise sogar festzustellen, dass ich mich geirrt habe. Aber dafür gibt es eine wichtige Voraussetzung: Ich muss verstehen, was der andere sagt. Und genau daran scheitert es bei manchen Menschen erstaunlich oft.

Klug sein und klug klingen sind zwei verschiedene Stiefel

Über dieses Thema habe ich schon einmal am Beispiel von Harald Welzer und Michel Friedman geschrieben. Bei Welzer habe ich häufig das Gefühl: Da sitzt ein gebildeter Mensch, der sehr viel weiß, aber er verpackt dieses Wissen in eine Sprache, in der ich den Gedanken vor lauter Verpackung nicht mehr finde.

Bei Michel Friedman ist mein Eindruck völlig anders. Friedman spricht in Interviews oder in Talkshows über komplizierte Sachverhalte, ohne sich kompliziert auszudrücken. Er spricht angenehm ruhig, er argumentiert leidenschaftlich, er widerspricht, er fragt nach und kann ziemlich unbequem sein – und all das auf leicht verständliche und nachvollziehbare Weise. Genau deshalb höre ich diesem klugen und sehr gebildeten Mann gerne zu. Denn ich möchte nach einem Gespräch nicht denken:

„Wow, das war echt intellektuell. Aber was wollte der Mensch mir sagen?“

Ich möchte denken:

„Sehr interessante Sichtweise! Logisch erklärt und logisch nachvollziehbar.“

Nun zu Ulf Poschardt

Neulich hörte ich den Journalisten und Autor Ulf Poschardt in einem Podcast.

Er sagte in dem Youtube-Video:

„Die Deutschen haben angefangen, aus Arroganz und Ignoranz die ganze Politik zu moralisieren. Außenpolitik wird moralisiert, Wirtschaftspolitik wird moralisiert, Diplomatie wird moralisiert, Kultur wird moralisiert …“

Ich hörte zu und dachte: Was um Gottes Willen meint der Mann? Denn ich habe absolut nichts verstanden. Ich habe zwar die Wörter gehört, konnte aber nichts mit ihnen anfangen. Konnte sie in keinen Zusammenhang bringen.

Mit ist zwar das Wort »Moral« (Gesamtheit aller Werte, Normen und Verhaltensregeln, die in einer Gesellschaft oder Gruppe als verbindlich anerkannt sind) bekannt, aber:

  • Was bedeutet »Moralisierung« in Poschards Aussage?
  • Was tun die Deutschen konkret?
  • Was ist daran falsch?
  • Und was sollten sie stattdessen tun?

Leider bekam ich auf diese Fragen von Poschardt keine Antwort. Vielleicht deshalb, weil er davon ausgeht, dass jeder versteht, was er meint. Im Zusammenhang mit den anderen Begriffen könnte Moralisierung bedeuten:

  • Vielleicht meint Poschardt, dass deutsche Politik zu häufig moralische Prinzipien über politische Interessen stellt.
  • Vielleicht meint er, dass wir politische Entscheidungen danach beurteilen, ob sie „gut“ oder „böse“ erscheinen, statt zu hinterfragen, ob sie funktionieren.
  • Vielleicht meint er aber auch etwas ganz anderes.

Ich weiß es nicht. Und das ist mein Problem bei Poschardt grundsätzlich: Ich kapiere nicht, wovon und worüber er spricht. Er gibt scheinbar kluge Sätze von sich, ob diese Sätze aber tatsächlich klug sind, lässt sich nicht verifizieren – weil der Zuhörer sie nicht versteht. Denn man kann sie (die Sätze) so oder so auslegen.

Ich bin nicht gegen komplexe Gedankengänge

Man könnte jetzt einwenden: Vielleicht bin ich einfach nicht intelligent genug, um Poschardt zu verstehen. Das halte ich für möglich. Aber nur theoretisch. Denn aus der Praxis weiß ich, dass ich nicht schwer von Begriff bin. Deshalb habe ich Freude an anspruchsvollen Gesprächen. Ich mag Menschen, die mehr wissen als ich (z. B. Friedmann). Ich mag komplexe Themen, und ich mag es, wenn jemand einen Sachverhalt aus einer anderen Perspektive betrachtet als ich.

Was ich nicht mag, ist sprachliche Unklarheit, die sich eine intellektuelle Tarnkappe aufsetzt. Eine Tarnkappe, unter der ich einen prächtigen Haarschopf vermute, in Wahrheit sich aber eine Glatze darunter befindet.

Ein komplexer Gedanke darf komplex sein. Aber wenn jemand ihn darlegt, dann so, dass der Zuhörer ihn versteht, und zwar sofort – nicht erst nach langem Grübeln. Im konkreten Fall hätte Poschardt sagen können:

Ich kritisiere, dass deutsche Außenpolitik häufig moralische Prinzipien über deutsche Interessen stellt. Das führt dazu, dass wir gegenüber anderen Staaten Forderungen stellen, die wir politisch gar nicht durchsetzen können.

Die Aussage verstehe ich. Ich kann sagen: Ja, das sehe ich auch so. Oder: sehe ich anders.

Das ist die Grundlage für eine konstruktive Diskussion. Die Formulierung »Die Außenpolitik wird moralisiert« dagegen ist zunächst einmal nur ein Etikett, eine Bewertung. Aber sie erklärt nicht, was Poschardts Meinung nach konkret passiert und was daran falsch ist.

Große Wörter machen einen Gedanken nicht größer

Das ist eine Eigenart vieler öffentlicher Debatten, die mich zunehmend nervt: Ständig ist die Rede von Moralisierung, Narrativen, Haltung, Werten, Transformation, Diskursen und Resilienz.

Alles wichtig klingende Wörter. Aber oft habe ich den Verdacht, dass viele sie deshalb so gerne (und häufig) benutzen, weil man mit ihnen wunderbar den Eindruck erwecken kann, etwas Bedeutendes gesagt zu haben, ohne sich auf eine konkrete Aussage festlegen zu müssen.

Dabei wäre die Lösung so einfach:

  • Sag, was passiert.

Beispiel:
Bewertung: »Ute ist dumm.«
Erklärung: »Ute weiß nicht, dass 1 + 1 = 2 ist.«

Sandra Navidi kann es!

Eine Frau, der ich in dieser Hinsicht besonders gerne zuhöre, ist Sandra Navidi (Juristin, Podcasterin, Autorin). Sie spricht über Wirtschaft, Finanzmärkte, internationale Politik und geopolitische Zusammenhänge – also keineswegs über banale Sachverhalte, die sich in drei einfachen Sätzen erledigen lassen.

Trotzdem frage ich mich bei ihr nie, was sie mir sagen will. Denn ich verstehe sie immer. Mehr noch: Ich stimme ihr fast immer zu. Das heißt nicht, dass ihre Themen simpel wären. Im Gegenteil. Manche Zusammenhänge, über die sie spricht, sind ausgesprochen komplex. Aber sie schafft etwas, das ich für eine große intellektuelle Leistung halte: Sie macht Komplexes verständlich, ohne es zu vereinfachen. Sie spricht Klartext, ohne platt zu werden. Sie ist sehr gebildet, ohne ihre Bildung wie in einem Bauchladen vor sich herzutragen. Und sie erklärt Fakten, ohne den Eindruck zu erwecken, dass sie sich selbst beim Erklären bewundert.

Genau das ist der Punkt, der mir so gut gefällt: Sie nimmt den Zuhörer ernst. Sie begegnet ihm auf Augenhöhe. Sie traut ihm zu, auch komplizierte Zusammenhänge zu verstehen – wenn man sie ihm nur vernünftig, also verständlich erklärt.

Und sie beherrscht noch etwas, das offenbar erstaunlich schwierig ist

Sie verzichtet auf »Ähm« und »Äh«. Wenn Sandra Navidi einen Moment zum Nachdenken braucht, macht sie einfach eine Pause. Eine schlichte, kleine Denkpause. Und sie schüttet die zwei Sekunden Stille nicht mit einem »Ähm« oder »Äh« zu. Ich empfinde das als sehr angenehm. Denn inzwischen habe ich den Eindruck, dass wir unter einer Ehm-Epidemie leiden. Vor allem bei Journalisten, die gute Sprache eigentlich beherrschen sollten. Aber von wegen: Ehm … also … äh … ich würde sagen … ähm …

Warum diese störenden Pausenlaute, auch Häsitationsmarker (wissenschaftlicher Ausdruck aus der Linguistik – von lateinisch haesitatio = das Zögern) genannt? Eine Pause ist doch nichts Schlimmes. Im Gegenteil: Wenn jemand kurz innehält, um einen Gedanken zu ordnen, wirkt das auf mich eher souverän. Ich merke, er denkt einen Moment lang nach.

Eine kleine Pause ist kein Fehler. Und sie ist alles andere als der Hinweis auf mangelnde Denkfähigkeit, im Gegenteil.

Beim Sprechen muss nicht jede Sekunde akustisch gefüllt werden. Ein kurzes Nachdenken ist nicht nur erlaubt, sondern erwünscht. Denn es zeigt, dass der Sprecher nicht vor sich hinschwafelt, sondern „mitdenkt“ bei dem, was er von sich gibt. Von Navidi bekomme ich deshalb genau das, was ich mir von einem guten Gespräch wünsche: Ich verstehe, was sie sagt, ich kann ihren Gedankengängen folgen – und am Ende denke ich meistens: So sehe ich das auch.

Der Podcast, auf den ich mich jede Woche freue

Und weil wir gerade bei guten Gesprächen sind, muss ich unbedingt noch einen Podcast erwähnen, auf den ich mich tatsächlich jede Woche wie auf Weihnachten freue: den Auslandsjournal-Podcast mit Katrin Eigendorf, Ulf Röller und Elmar Theveßen.

Dieser wöchentliche Podcast ist für mich eine ganz besondere Form des Journalismus. Die drei Journalisten bringen viel Wissen, Erfahrung und unterschiedliche Perspektiven mit. Genau das macht den Podcast so interessant: Sie sind sich keineswegs immer einig.

Was ich daran besonders mag, ist aber nicht nur die Meinungsverschiedenheit. Es ist die Art, wie sie miteinander umgehen.

  • ruhig
  • respektvoll
  • zugewandt

Da prallt nicht eine Meinung gegen die andere. Niemand muss den anderen rhetorisch besiegen. Niemand ist darauf aus, das letzte (und klügste) Wort zu haben. Stattdessen erlebt der Zuhörer die drei Menschen beim Denken. Der eine sagt etwas, der andere sieht es anders, der dritte ergänzt oder setzt einen anderen Akzent – und plötzlich entsteht aus den unterschiedlichen Sichtweisen etwas, auf das vielleicht keiner allein gekommen wäre.

Das finde ich ausgesprochen wohltuend. Das auch deshalb, weil dieser respektvolle Umgang miteinander im öffentlichen Gespräch inzwischen zur Rarität geworden ist. Wir erleben häufig Diskussionen, bei denen unterschiedliche Meinungen sofort als Bedrohung empfunden werden. Man muss sich entscheiden:

  • dafür oder dagegen
  • richtig oder falsch
  • wir oder die anderen

Der Auslandsjournal-Podcast hingegen zeigt jede Woche, dass es auch anders geht:

Unterschiedliche Sichtweisen müssen nicht aufeinanderprallen. Sie können sich ergänzen. Man kann dem anderen widersprechen, ohne ihn abzuwerten. Man kann anderer Meinung sein, ohne den anderen für dumm hinzustellen. Man kann seine eigene Meinung sogar verändern, weil der andere einen Gedanken eingebracht hat, auf den man selbst bislang nicht gekommen ist.

Genau das macht für mich ein gutes Gespräch aus: nicht die möglichst elegante Bestätigung der eigenen Meinung, sondern die Möglichkeit, gemeinsam ein Stück weiterzukommen.

Vielleicht freue ich mich deshalb so auf diesen Podcast. Nicht nur, weil ich etwas über die Welt erfahre, sondern weil mir die drei ganz nebenbei zeigen, wie man miteinander denken kann. Und das ist heutzutage fast schon eine kleine Wohltat.

Ich möchte nicht unterhalten werden. Ich möchte weiterkommen.

Ein gutes Gespräch muss für mich nicht gemütlich sein. Es darf anstrengend sein. Es darf mich ärgern. Es darf mir widersprechen. Es darf mir sogar zeigen, dass ich einen Denkfehler gemacht habe. Aber am Ende möchte ich einen neuen Gedanken mitnehmen. Einen Gedanken, der vorher nicht in meinem Kopf war. Eine neue Sichtweise. Eine neue Erkenntnis. Vielleicht auch nur einen Satz, über den ich später noch einmal nachdenken möchte. Das ist für mich der eigentliche Sinn eines guten Gesprächs: Erkenntnisgewinn. Und genau deshalb stört mich Geschwafel. Denn es verbraucht meine Zeit, ohne Erkenntnis zu erzeugen.

Der einfache Test

Ich habe inzwischen einen ziemlich einfachen Test für mich gefunden.

Wenn jemand etwas Kompliziertes sagt, frage ich mich:

Kann ich danach in meinen eigenen Worten sagen, was er meint?

Wenn ja: wunderbar. Dann kann ich mich mit dem Gedanken auseinandersetzen.

Wenn nein, höre ich noch einmal genauer hin. Vielleicht habe ich etwas überhört. Vielleicht fehlt mir Hintergrundwissen. Vielleicht muss ich mich erst einlesen.

Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem ich mir sage: Nein. Jetzt liegt es wahrscheinlich nicht mehr an mir. Vielleicht wurde der Gedanke einfach nicht verständlich formuliert. Und dann hilft auch der hundertste kluge Begriff nicht weiter.

Ich habe nichts gegen Intellektuelle

Ich mag kluge und gebildete Menschen. Ich mag Menschen, die mir gedanklich voraus sind. Ich mag es sogar sehr, wenn jemand mich mit Gedanken überrascht, die mir zunächst fremd sind. Aber dann möchte ich, dass sie mir erklärt werden. Nicht fünf Minuten lang mit noch mehr abstrakten Begriffen. Sondern so, dass ich irgendwann sagen kann: Jetzt verstehe ich, was du meinst.

Das ist für mich ein Glücksmoment. Denn dann hat tatsächlich ein Gedanke den Weg von einem anderen Kopf in meinen gefunden. Und genau darin besteht für mich ein gutes Gespräch.

Vielleicht ist leichte Verständlichkeit sogar ein Zeichen von Intelligenz

Ich habe mich deshalb gefragt, ob wir beim Thema Sprache nicht manchmal etwas verwechseln.

  • Wir halten komplizierte Formulierungen für anspruchsvoll.
  • Wir halten einfache Formulierungen für banal.

Aber vielleicht ist es häufig genau umgekehrt. Einen einfachen Sachverhalt kompliziert auszudrücken, ist nicht besonders schwer. Einen komplizierten Sachverhalt einfach und trotzdem korrekt zu erklären, ist dagegen eine ziemlich anspruchsvolle Leistung. Mich beeindruckt niemand, wenn er Wörter benutzt, die ich erst im Lexikon nachschlagen muss. Mich beeindruckt jemand, der mir etwas erklärt, von dem ich vorher wenig bis nichts verstanden habe – und zwar so, dass ich hinterher denke:

Danke, begriffen!

Genau das ist für mich Bildung. Nicht die Kunst, kompliziert zu klingen, sondern die Fähigkeit, Schwieriges verständlich zu machen.

Fazit: Wer wirklich etwas zu sagen hat, muss nicht klug klingen, sondern einfach nur sagen, was er meint. Und zwar einfach!

WeiterlesenIch mag kluge Menschen!
fragezeichen

Der arme Algorithmus – oder: Wie das Fragezeichen den Journalismus erobert

Manchmal genügt ein kurzer Blick auf manche Nachrichtenportale, und man fragt sich: Bin ich gerade bei einem Nachrichtenmedium gelandet oder in einer digitalen Jahrmarktshalle?

Überall blinkt, ruft und lockt es. Jede Überschrift scheint um Aufmerksamkeit zu betteln. Sie will nicht einfach informieren – sie möchte ziehen, zerren und möglichst schnell den Finger zum Klicken bewegen.

Besonders auffällig finde ich die Schlagzeilen, die inzwischen immer häufiger nach dem Muster des Boulevardjournalismus funktionieren:

„Ist DAS das Ende von …?“
„Kommt jetzt der große Schock?“
„Experten warnen!“
„Was nun auf Deutschland zukommt!“
„Dieser Fehler könnte fatale Folgen haben!“

Und natürlich: das Fragezeichen.

Dieses kleine Satzzeichen ist zum Liebling des modernen Klickjournalismus geworden. Es ist das perfekte Werkzeug für alle, die gerne etwas behaupten möchten, ohne wirklich etwas behaupten zu müssen.

Man stellt eine dramatische Vermutung in den Raum, setzt ein Fragezeichen dahinter – und schon ist man juristisch und journalistisch fein heraus.

Man hat ja nur gefragt.

Ein Beispiel, frei erfunden:

„Ist Merz am Ende?“

Eine großartige Überschrift. Kurz. Knackig. Alarmierend.

Sofort entstehen Bilder im Kopf: politische Krise? Machtverlust? Rücktritt? Chaos?

Also klickt man.

Und dann stellt man fest: Vielleicht ist irgendwo eine Umfrage nicht besonders günstig ausgefallen. Vielleicht hat ein politischer Gegner Kritik geäußert. Vielleicht hat irgendein Experte eine Meinung.

Aber die große Frage aus der Überschrift?

Sie bleibt offen.

Denn genau das ist der Trick.

Viele dieser Fragezeichen-Schlagzeilen wollen gar keine Antwort liefern. Sie wollen nur Neugier erzeugen. Sie sind keine Fragen, die nach Erkenntnis suchen. Sie sind Köder.

Die Frage ist nicht der Weg zur Information.

Die Frage ist die Information – beziehungsweise das, was davon übrig bleibt.

Und der arme Algorithmus!

Er kann ja nichts dafür.

Er sitzt vermutlich irgendwo in einem klimatisierten Rechenzentrum, schaut auf seine Zahlenkolonnen und wartet verzweifelt auf neue Nahrung.

„Ist Merz am Ende?“
„Dieser Fehler könnte alles verändern!“
„Was jetzt kommt, überrascht alle!“

Endlich Futter!

Der Algorithmus versteht schließlich nicht den Unterschied zwischen einer sorgfältig recherchierten Nachricht und einer dramatisch verpackten Vermutung. Er kennt keine Einordnung, keine journalistische Verantwortung und keine Frage danach, ob ein Leser nach der Lektüre tatsächlich schlauer ist als vorher.

Er zählt nur.

Klicks. Reichweite. Verweildauer.

Ob die Menschen informiert oder nur aufgeregt wurden, steht leider nicht in seiner Statistik.

Ich beobachte diese Entwicklung nicht nur als Leserin, sondern auch mit einem eigenen journalistischen Hintergrund. Vor vielen Jahren war ich Mitarbeiterin bei der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und gleichzeitig bei der Badischen Zeitung angestellt. Ja, das geht tatsächlich.

Dort habe ich gelernt, was guter Journalismus bedeutet.

Guter Journalismus bedeutet nicht, Menschen möglichst schnell in Aufregung zu versetzen.

Guter Journalismus bedeutet: recherchieren, prüfen, Fakten von Vermutungen trennen. Eine Nachricht nicht größer machen, als sie ist. Und vor allem: dem Leser zutrauen, mit Informationen umgehen zu können.

Eine Überschrift sollte eine Tür zum Artikel sein.

Kein Angelhaken.

Natürlich müssen Medien heute um Aufmerksamkeit kämpfen. Auch Journalismus findet nicht außerhalb der wirtschaftlichen Realität statt. Aber wenn der Kampf um Klicks dazu führt, dass Überschriften immer schriller und Inhalte immer dünner werden, dann wird etwas Wertvolles beschädigt:

Vertrauen.

Vertrauen entsteht nicht durch künstliche Dramatik. Es entsteht durch Verlässlichkeit.

Eine seriöse Nachricht muss nicht schreien. Sie muss nicht mit Großbuchstaben wedeln. Sie muss nicht so tun, als würde hinter jeder Ecke der nächste Weltuntergang lauern.

Manchmal ist die Wahrheit nämlich erstaunlich unspektakulär.

Und genau das ist ihre Stärke.

Vielleicht sollten wir das Fragezeichen wieder von seinem traurigen Dasein als Klickköder befreien. Es war einmal ein Zeichen für echte Neugier und ehrliche Offenheit.

Heute hängt es viel zu oft wie ein Feigenblatt hinter einer Behauptung, die niemand sauber belegen möchte.

Also liebe Redaktionen: Gebt dem armen Algorithmus ruhig weiterhin Futter.

Aber vielleicht gelegentlich auch etwas Gesundes.

Eine überprüfte Tatsache zum Beispiel.

Er würde sich bestimmt freuen.

Und wir Leserinnen und Leser auch.

WeiterlesenClickbaiting: reißerische Überschriften mit Fragezeichen
Lindenblattsalat-Buchweizen

Ein besonderer Salat mit Lindenblättchen und Chips von Nachtkerzenwurzeln

Im Frühling, wenn die ersten zarten Blätter sprießen und die Natur wieder essbar wird, lohnt sich ein genauer Blick auf Pflanzen, die sonst oft unbeachtet bleiben. Zwischen jungen Kräutern, Wildblumen und frischem Grün verstecken sich wahre Delikatessen – etwa die nussigen Lindenblättchen und die erstaunlich aromatische Wurzel der Nachtkerze.

Lindenblattknospen
Lindenblattknospen
Nachtkerzenwurzel
Nachtkerzenblüte

Die Nachtkerze ist vielen wegen ihrer gelben Blüten bekannt, die sich abends öffnen. Weniger bekannt ist: Ihre Wurzel ist essbar – und schmeckt ausgesprochen gut. Früher wurde sie auch als „Schinkenwurzel“ bezeichnet, weil ihr Aroma beim Braten herzhaft und kräftig wird.

Für diesen Salat werden die Wurzeln in dünne Scheiben geschnitten und in Olivenöl gebraten. So entstehen knusprige Chips mit erdigem Charakter und feiner Süße.

Nachtkerzenwurzelchips

Das Rezept für diesen besonderen Salat gibt es wie immer auf meinem Kochlustblog.

Lindenblattsalat mit Nachtkerzenwurzelchips und geröstetem Buchweizen

WeiterlesenLindenblattsalat mit knusprigen Chips von Nachtkerzenwurzeln
auslandsjournal

»Auch Journalisten sind Menschen« – so der Journalist Ulf Röller im aktuellen Podcast »auslands journal«

Die heutige Medienlandschaft ist mit der von vor 30 Jahren nicht mehr zu vergleichen. Informationen jagen Informationen. Egal, ob Trump oder ein Wal oder eine virtuelle Vergewaltigung … es wird gepostet, was das Zeug hält.

In diesem Zusammenhang ist das Erste, was ich morgens mache: im Internet schauen, was es Neues gibt. Und es gibt täglich Neues – vor allem viel oberflächliches, selbstverliebtes Gelaber und Meinungen, die in Wirklichkeit keine sind.

Aber es gibt auch journalistische Perlen. Eine dieser Perlen ist der »Auslandsjournal-Podcast«, den ich vor einigen Monaten entdeckt habe.

Die Gesprächspartner sind (normalerweise):

Katrin Eigendorf
Ulf Röller
Elmar Theveßen

Diese Journalisten erlebe ich als

aufrichtig
authentisch
bescheiden
respektvoll
selbstreflektiert

Dass alle drei Freude am Denken haben, erwähne ich nur am Rande, weil ich meine, dass dies zur Grundausstattung eines guten Journalisten gehören sollte.

Alles in allem empfehle ich diesen Podcast allen Menschen, die Wert darauf legen, dass öffentliche Gespräche nicht nur informativ, sondern auch authentisch, aufrichtig und von gegenseitigem Respekt getragen sind.

Unter diesen Aspekten ist dieser Podcast für mich ein informativer Hörgenuss, und ich freue mich jede Woche auf die neue Folge.

Also: Unbedingt anschauen bzw. anhören!

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Das E-Book von meinem nagelneuen Ratgeber »Buch selbst veröffentlichen« gibt es heute kostenlos.

»Buch selbst veröffentlichen« – mein praxisnaher Ratgeber für alle, die ihr Buch selbst veröffentlichen wollen. Heute kostenlos!

Wer mit dem Gedanken spielt, ein eigenes Buch zu veröffentlichen, steht schnell vor vielen Fragen: Wie wird aus einem Manuskript ein fertiges E-Book oder Printbuch? Was ist bei Gestaltung, Veröffentlichung und Vermarktung zu beachten? Genau hier setzt der Ratgeber »Buch selbst veröffentlichen – Selfpublishing leicht gemacht« an.

Mein Ratgeber richtet sich gezielt an Selfpublisher und angehende Autoren, die ihren Weg unabhängig vom klassischen Verlag gehen möchten. In alphabetisch geordneten, praxisnahen Kapiteln werden die wichtigsten Schritte der Buchveröffentlichung erklärt – von Absatzformaten über Buchsatz, Coverdesign, Lektorat bis hin zu Vertrieb und Zitatrecht.

Besonders hilfreich ist der starke Praxisbezug: Statt theoretischer Ausführungen liefert der Ratgeber konkrete Tipps und Checklisten, die direkt in die eigene Buchproduktion übernommen werden können. Damit eignet sich das Werk sowohl für Einsteiger als auch für Autoren, die ihr bestehendes Wissen im Selfpublishing vertiefen möchten.

Ein zusätzlicher Vorteil: Das E-Book ist heute kostenlos erhältlich – eine gute Gelegenheit, sich ohne Risiko einen kompakten und verständlichen Leitfaden für die eigene Buchveröffentlichung zu sichern.

Gerade in einer Zeit, in der Selfpublishing immer wichtiger wird und Autoren ihre Werke zunehmend selbst auf den Markt bringen, bietet dieser Ratgeber eine wertvolle Orientierung und hilft dabei, typische Fehler zu vermeiden und professionell zu veröffentlichen.

Wer also schon länger mit einem eigenen Buchprojekt liebäugelt, findet hier einen idealen Einstieg – und kann sich das

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E-Books-Wildkräuter

Wildkräuter neu entdecken – 12 E-Books voller natürlicher Genussrezepte

Die Welt der Wildkräuter bietet eine beeindruckende Vielfalt an Aromen, Nährstoffen und kulinarischen Möglichkeiten. In meiner umfangreichen E-Book-Reihe dreht sich alles um die kreative und alltagstaugliche Küche mit heimischen Wildpflanzen – kombiniert mit klassischen Zutaten und modernen Rezeptideen.

Insgesamt 12 thematisch sortierte E-Books laden dazu ein, die Kraft der Natur neu zu entdecken und unkompliziert in die eigene Küche zu integrieren.

Ob feine Gerichte mit Fisch und Fleisch, aromatische Bärlauch-Kreationen, sättigende Reis- und Nudelgerichte oder frische Salate und wärmende Suppen – jedes E-Book widmet sich einem klaren Schwerpunkt und bietet vielseitige Inspiration für jede Jahreszeit. Ergänzt wird die Reihe durch Beilagen und Aufstriche, herzhaftes und süßes Gebäck sowie verführerische Nachspeisen und kreative Gemüsegerichte.

Diese Sammlung richtet sich an alle, die natürliche Zutaten schätzen, saisonal kochen möchten und Freude daran haben, neue Geschmackserlebnisse zu entdecken. Die Kombination aus Wildkräutern und alltäglichen Lebensmitteln macht die Rezepte sowohl besonders als auch leicht umsetzbar – ideal für Einsteiger und erfahrene Hobbyköche gleichermaßen.

Tauchen Sie ein in die Vielfalt der Wildkräuterküche und lassen Sie sich von 12 E-Books voller Inspiration, Gesundheit und Genuss begleiten.

Mehr Informationen gibt es auf meinem Kochlustblog.

rezepte-bärlauch

Bärlauch

Rezepte mit Bärlauch. Mit Blättern, Blüten und Früchten.

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Beilagen/Aufstrich

Beilagen und und Aufstrich. Mit aromatischen und wilden Zutaten.

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wildkräuterrezepte-fisch

Fisch

Wildkräuter & Fisch: Natürliche Aromen, feine Rezepte.

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Fleisch

Wild & Würzig: Kräuter und Fleisch perfekt kombiniert

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Gemüse

Gemüse und Wildkräuter. Vielseitig und mit ungewöhnlichen Zutaten.

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Nudeln

Aromatische Teigwaren mit Nudeln und Wildkräutern.

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Gebäck–herzhaft

Herzhaftes Gebäck mit Wildkräutern, Beeren, Früchten und Nüssen.

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Gebäck–süß

Süße Backkreationen mit Samen, Nüssen und anderen wilden Zutaten.

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Salat

Salat mit Wildkräutern. Frisch, gesund und mit vielen wilden Blüten.

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Nachspeisen

Leckere Desserts mit wilden Kräutern und Blüten von der Wiese und aus dem Wald.

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Suppen

Suppen mit ungewöhnlichen Zutaten von der Wiese und aus dem Wald.

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wildkräuterrezepte-fisch

Fisch

Leckere Rezepte mit Fisch und Wildkräutern. Gesund, schmackhaft und kalorienarm.

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Von Fisch- und Fleischgerichten über Gemüse und Salat bis hin zu Nudeln, herzhaftem und süßem Gebäck, Beilagen und Desserts – hier kommen Natur und kulinarischer Genuss auf phantasievolle Weise zusammen.

Die Rezepte der Reihe zeichnen sich durch ihren Einsatz heimischer Wildpflanzen aus. Dabei kommen Zutaten zum Einsatz, die vielen gar nicht bekannt sind, aber ein unvergleichliches Geschmackserlebnis bieten. So verleihen beispielsweise die aromatischen Samendolden des Wiesenbärenklau Chutneys eine feinwürzige Note, während geröstete Bucheckern Salaten und Gebäck eine nussige Raffinesse verleihen. Eicheln, fachgerecht zubereitet, überraschen mit ihrem sanft-erdigen Aroma und eignen sich perfekt für kreative Pasta-Gerichte und Sauerteigbrot, schmecken aber auch in einer Eichel-Mousse unvergleichlich gut. Selbst die unscheinbare Ackermelde, als schmackhaftes Wildkraut oft verkannt, bringt mit ihrem milden Geschmack und zarten Blättern Abwechslung auf den Teller. Und das wunderbare Mädesüß mit seinen kleinen Blüten verleiht Nachspeisen und süßen Pfannkuchen ihr einzigartiges Aroma.

Die Wildkräuterrezepte bieten nicht nur geschmackliche Vielfalt, sondern sind auch reich an wertvollen Nährstoffen. Gleichzeitig fördert die Verwendung heimischer Wildpflanzen eine nachhaltige Ernährungsweise, die im Einklang mit der Natur steht. Die E-Books enthalten dabei nicht nur detaillierte Rezeptanleitungen, sondern auch praktische Tipps zur Ernte der wilden Zutaten.

Ob passionierter Wildkräutersammler oder neugieriger Einsteiger – die E-Book-Reihe bietet für jeden das passende Rezept. Ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen, anschauliche Fotos und Hintergrundwissen zu den verwendeten wilden Zutaten machen die kulinarische Reise in die Welt der Wildkräuter zu einem besonderen Erlebnis.

WeiterlesenE-Book-Serie: Wildkräuterrezepte
Wildkraeuter-Kaesekoerbchen

Es ist eines der ersten Wildkräuter im Frühling: das vitaminreiche Scharbockskraut.

Scharbockskraut – das erste würzige Grün des Frühlings

Scharbockskraut-Winterlaub

Wenn im zeitigen Frühjahr die ersten frischen Blätter aus dem Boden sprießen, gehört das Scharbockskraut zu den auffälligsten Wildpflanzen der Saison. Noch bevor viele andere Kräuter erscheinen, bildet es dichte Teppiche aus glänzend grünen Blättern und später leuchtend gelben Blüten. Botanisch gehört es zur Familie der Hahnenfußgewächse und trägt den wissenschaftlichen Namen Ficaria verna.

Seinen deutschen Namen verdankt das Scharbockskraut einer früheren medizinischen Verwendung. „Scharbock“ war eine alte Bezeichnung für Skorbut, eine Krankheit, die durch Vitamin-C-Mangel entsteht. Die jungen Blätter des Krauts enthalten vergleichsweise viel Vitamin C und wurden daher traditionell im Frühling als Stärkung der Ernährung gesammelt.

Geschmack und kulinarische Eigenschaften

In der Küche werden ausschließlich die jungen Blätter vor der Blüte verwendet. Zu diesem Zeitpunkt sind sie zart, mild und leicht würzig. Ihr Geschmack erinnert entfernt an Spinat, mit einer frischen, leicht säuerlichen Note. Gerade nach den langen Wintermonaten galt das Scharbockskraut früher als willkommenes erstes Grün für Salate und Kräutergerichte.

Die Blätter lassen sich fein geschnitten als frische Kräuterzutat einsetzen. Sie eignen sich beispielsweise zum Verfeinern von Salaten, Frühlingsquark, Kräuterbutter oder kalten Vorspeisen. Auch als aromatische Ergänzung zu milden Blattgemüsen kann das Kraut interessant sein. Da sein Geschmack relativ sanft ist, passt es gut zu anderen Frühlingskräutern.

Der richtige Erntezeitpunkt

Beim Sammeln spielt der Zeitpunkt eine wichtige Rolle. Nach Beginn der Blüte verändert sich die chemische Zusammensetzung der Pflanze. Dann steigt der Gehalt bestimmter Scharfstoffe aus der Familie der Hahnenfußgewächse, die in größeren Mengen reizend wirken können. Aus diesem Grund gilt die einfache Regel: nur vor der Blüte ernten und verwenden.

Die glänzenden, herz- bis nierenförmigen Blätter erscheinen oft bereits im März oder April in feuchten Laubwäldern, an Bachrändern oder in schattigen Gärten. Da das Scharbockskraut meist in größeren Beständen wächst, lassen sich schnell kleine Mengen für die Küche sammeln.

Ein unterschätztes Wildkraut

Heute wird Scharbockskraut deutlich seltener genutzt als früher, obwohl es zu den frühesten essbaren Wildpflanzen des Jahres gehört. Gerade in der modernen Wildkräuterküche erlebt es jedoch eine kleine Wiederentdeckung. Sein frischer Geschmack, die frühe Verfügbarkeit und die einfache Verwendung machen es zu einer interessanten Ergänzung saisonaler Frühlingsgerichte.

So erinnert das Scharbockskraut daran, dass bereits sehr früh im Jahr essbare Wildpflanzen verfügbar sind – und dass traditionelle Kräuter der regionalen Küche viele kulinarische Möglichkeiten bieten.

Rezepte gibt es wie immer auf meinem Kochlustblog.

WeiterlesenFrühlingswildkraut: Scharbockskraut
spargel-baerlauchbluetenbutter

Seit einigen Tagen drückt der Bärlauch seine spitzen Blättchen aus der Erde, und damit hat die Bärlauchsaison 2026 begonnen.

bärlauch
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Reisgemüse mit Scharbockskreaut und Bärlauch

Rezepte mit Bärlauch gibt es auf meinem Kochlustblog in Hülle und Fülle.

WeiterlesenBärlauch-Rezepte auf meinem Kochlustblog
Giersch-makro

Der Spätwinter geht, der Frühling kommt – und mit ihm erscheinen die ersten essbaren Wildkräuter des Jahres. Noch bevor viele Kulturpflanzen austreiben, durchbrechen robuste Frühlingsboten den kühlen Boden und bringen frisches Grün in Wälder, Gärten und an Wegesränder. Zu den markantesten frühen Arten zählen Scharbockskraut, Bärlauch und Giersch. Jede von ihnen erzählt eine eigene botanische Geschichte – und jede markiert auf ihre Weise den Beginn der Wildkräutersaison.

Scharbockskraut – Goldglanz im Frühling

Das Scharbockskraut (Ficaria verna) gehört zu den ersten sichtbaren Pflanzen des Jahres. Bereits im März, manchmal sogar früher, entfaltet es seine glänzenden, herzförmigen Blätter und leuchtend gelben Blüten. Es bevorzugt feuchte Standorte, Auwälder und nährstoffreiche Böden, wo es teppichartige Bestände bildet.

Scharbockskraut-makro
Scharbockskraut

Seinen Namen verdankt das Kraut dem „Scharbock“, einer historischen Bezeichnung für Skorbut. Die frischen Blätter enthalten viel Vitamin C und galten früher als wichtiges Mittel gegen Mangelerscheinungen nach dem Winter. Botanisch interessant ist der schnelle Lebenszyklus: Noch bevor die Baumkronen ihr Laub ausbilden, hat das Scharbockskraut bereits geblüht und beginnt wieder einzuziehen. Mit zunehmender Blüte steigt allerdings der Gehalt bestimmter Stoffe in den Blättern, weshalb traditionell nur die jungen Triebe vor der Vollblüte gesammelt wurden.

Ökologisch spielt die Pflanze eine bedeutende Rolle als frühe Nahrungsquelle für Insekten, insbesondere für erste Wildbienenarten.

Bärlauch – aromatischer Waldbewohner

Wenn sich im Frühjahr ein intensiver Knoblauchduft im Wald ausbreitet, ist der Bärlauch (Allium ursinum) nicht weit. Er wächst bevorzugt in schattigen Laubwäldern mit humusreichen Böden und kann dort dichte, weitläufige Bestände bilden. Seine lanzettlichen Blätter erscheinen ab März, wenig später folgen sternförmige weiße Blütenstände.

baerlauchblaetter

Bärlauch gehört botanisch zur Familie der Amaryllisgewächse und ist eng mit Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch verwandt. Seine charakteristischen Schwefelverbindungen verleihen ihm nicht nur den typischen Geruch, sondern machen ihn auch seit Jahrhunderten zu einer geschätzten Kultur- und Heilpflanze.

Bärlauchblüten

Neben seiner kulinarischen Bedeutung ist Bärlauch ein wichtiger Indikator für naturnahe, alte Waldstandorte. Sein Vorkommen weist häufig auf stabile ökologische Bedingungen hin. Aufgrund seiner Beliebtheit wird zunehmend auf nachhaltige Sammelpraktiken geachtet, um Bestände nicht zu gefährden.


Giersch verkanntes Kraftpaket

Der Giersch (Aegopodium podagraria) genießt unter Gärtnerinnen und Gärtnern keinen guten Ruf. Als ausdauernde Pflanze mit weitreichendem Wurzelsystem breitet er sich rasch aus und gilt als schwer zu kontrollierendes „Unkraut“. Doch jenseits gärtnerischer Herausforderungen offenbart sich eine traditionsreiche Wildpflanze mit bemerkenswertem Nährstoffgehalt.

Giersch mit Blüten

Bereits im zeitigen Frühjahr erscheinen seine zarten, dreigeteilten Blätter. Der Name „podagraria“ verweist auf die historische Verwendung bei Gicht („Podagra“). Giersch enthält unter anderem Vitamin C, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. In der Volksheilkunde wurde er sowohl äußerlich als auch innerlich genutzt.

Botanisch gehört Giersch zur Familie der Doldenblütler. Seine weißen Blütendolden zeigen sich später im Frühsommer und bieten zahlreichen Insekten Nahrung. Als Pionierpflanze besiedelt er nährstoffreiche Böden, Waldränder und Gärten – ein Zeichen für seine Anpassungsfähigkeit und Vitalität.


Der Beginn des Wildkräuterjahres

Scharbockskraut, Bärlauch und Giersch markieren den Übergang vom kargen Winter zur üppigen Vegetationsperiode. Sie stehen exemplarisch für die Widerstandskraft heimischer Pflanzen und für das alte Wissen um saisonale Rhythmen.

Das Sammeln der ersten Wildkräuter war traditionell nicht nur Nahrungsbeschaffung, sondern auch ein symbolischer Akt des Neubeginns. Heute erleben diese Pflanzen eine Renaissance im Kontext von Naturverbundenheit, Regionalität und ursprünglicher Ernährungskultur.

Seit sechs Jahren erblüht auf meinem Wildkräuterblog Kochlust eine stetig wachsende Sammlung außergewöhnlicher Kreationen, in denen ich die verborgenen Schätze von Wald und Wiese mit Leidenschaft und Freude zu leckeren Rezepten verarbeite.

Rinderleber-mit-Quitten
Rinderleber mit Quitten und gerösteten Eicheln
WeiterlesenDie ersten Wildkräuter der Saison
Award

Auszeichnung per E-Mail: Wie Marketing-Awards funktionieren – Versuch einer Einordnung

Heute bekam ich eine E-Mail mit einer auf den ersten Blick erfreulichen Nachricht: Das Deutsche Innovationsinstitut (DIIND) teilte mir mit, ich sei für die Auszeichnung »Business Innovator« nominiert.
Grund für die Nominierung war der Inhalt einer Pressemeldung, die ich vor wenigen Wochen verschickt habe.

Pressemeldung-Edition Blaes – professioneller Buchsatz


Meine Pressemeldung sei »besonders positiv aufgefallen«, denn sie zeige beispielhaft, »wie unternehmerische Weitsicht mit zukunftsorientierter Entwicklung verbunden wird.«
Sehr interessante Information! Diese Sichtweise war selbst mir als Verfasserin der Presseinformation neu.

Beispiel einer Nominierung für Marketing-Awards

Demzufolge habe ich mich über die Nominierung grundsätzlich und über die obige Formulierung speziell gewundert.
Grund: In der Pressemeldung habe ich lediglich darauf hingewiesen, dass Edition Blaes professionellen Buchsatz als Dienstleistung anbietet, und wie wichtig Schriftwahl und manuelle Bearbeitung eines gesetzten Buchinhaltes sind. »Unternehmerische Weitsicht« kann man selbst bei großem Wohlwollen nicht in die Presseinformation hineininterpretieren.

Zwischenbemerkung: Erfreulicherweise leide ich nicht unter dem Trump-Syndrom. Ich freue mich zwar über Gesten echter Wertschätzung, Schmeicheleien hingegen beeindrucken mich nicht, sondern stimmen mich skeptisch bis misstrauisch. Zurecht!

Denn das DIIND schreibt außerdem:
»Die Kombination aus gezielter Schriftwahl (Serifen vs. Groteskschrift) und sauberer Silbentrennung markiert einen klaren Fortschritt in der professionellen Buchgestaltung.«

Meine Sichtweise zu professionellem Buchsatz ist kein Fortschritt, sondern asbach-uralt! Mein Typo-Professor Günter Gerhard Lange hat sie vor Jahrzehnten schon gepredigt.

Trotz dieser Tatsache ist mir wichtig, darauf hinzuweisen, dass kaum ein Selfpublisher Ahnung von professionellem Buchsatz hat. Denn was man in Selfpublisher-Büchern so alles an laienhaftem Buchsatz betrachten kann, ist einfach furchtbar.

Aber zurück zur Mail, denn auch die Formulierung vor dem oben genannten Zitat ist Unsinn:
»Mit dem neuen Edition Blaes zeigen Sie eindrucksvoll, wie präziser Buchsatz die Leserlichkeit erhöht.«
Mit dem neuen Edition Blaes … Es gibt kein neues Edition Blaes!
Den Begriff Leserlichkeit gibt es nicht. Es heißt: Lesbarkeit.
Angesichts dieser abstrusen Formulierungen gehe ich davon aus, dass hier KI am Werk war, in den Weiten des Internets nach potenziellen Preisträgern gesucht, dabei meine Pressemeldung entdeckt hat und sich vermutlich »gedacht« hat: Aha, hier könnte ein potenzielles Opfer versteckt sein. Aber wie schon geschrieben: Ich leide nicht unter dem Trump-Syndrom, sondern erfreue mich bester geistiger Gesundheit – gepaart mit gesundem Selbstbewusstsein. Wobei hier die Betonung auf »gesund« liegt.

Alles in allem ist die sogenannte Nominierung lediglich eine Strategie, um Zahlungswillige zu finden. Also Zeitgenossen, die sich überlegen (falls sie ihr Gehirn einschalten), ob die Investition in diese (sehr teure) »Auszeichnung« unter PR-Aspekten strategisch sinnvoll ist.

Ob sie es ist, kann ich nicht beurteilen, denn ich werde keinen Cent ausgeben für eine käuflich zu erwerbende »Auszeichnung«.


Doch zurück zum Thema:

Viele Unternehmer kennen Nachrichten wie die obige: Per E-Mail kommt die wunderbare Mitteilung, man sei für eine Auszeichnung nominiert oder bereits ausgewählt worden – und dies (natürlich) unter besonders innovativen, zukunftsorientierten oder anderen vorbildlichen/schmeichelhaften Aspekten. Die Absender treten häufig unter Namen auf, die Seriosität und institutionelle Nähe suggerieren. Für die Empfänger stellt sich dann schnell die Frage: Handelt es sich um eine echte Auszeichnung oder um ein Marketingangebot?

Marketing-Awards

Ein Beispiel, das in diesem Zusammenhang häufiger genannt wird, ist das Deutsche Innovationsinstitut (diind), von dem auch ich heute eine E-Mail (sh. oben) bekommen habe. Dieser Artikel ist deshalb ein Versuch, den Mechanismus solcher Angebote sachlich einzuordnen.

Es gibt übrigens ähnliche Preisverleiher – mit derselben Postadresse. Zum Beispiel:

»KI-Innovator« – ein weiteres Label, das unter derselben organisatorischen Leitung wie das Deutsche Innovationsinstitut (diind) geführt wird und Unternehmen zur Teilnahme bzw. Zertifizierung auffordert.

Wie solche Einladungen typischerweise aufgebaut sind

Die Struktur solcher E-Mails ähnelt sich oft:

  • Eine persönliche Ansprache und die Information, dass das Unternehmen »nominiert« oder »ausgewählt« wurde
  • Der Hinweis auf eine Auszeichnung, die besondere Leistungen würdigen soll
  • Ein Link zu einer sogenannten Selbstauskunft, in der Unternehmensdaten abgefragt werden

Für viele Empfänger wirkt dieser Ablauf zunächst plausibel: Selbstauskunft, Prüfung, Auszeichnung – ein Verfahren, das man auch aus anderen Kontexten kennt.

Die Rolle der Selbstauskunft

Selbstauskunftsseite bei DIIND

Die Selbstauskunft ist meist das zentrale Element des Prozesses. Dort machen Unternehmen Angaben zu Struktur, Arbeitsweise oder strategischer Ausrichtung. Welche Kriterien konkret zur Bewertung herangezogen werden und wie diese gewichtet sind, bleibt dabei meist offen.

Aus externer Sicht ist meist nicht erkennbar,

  • wer die Angaben prüft,
  • nach welchen Maßstäben bewertet wird,
  • oder ob und in welchem Umfang eine Vergleichbarkeit zwischen den teilnehmenden Unternehmen besteht.

Das bedeutet zwar nicht automatisch, dass die Bewertung unzulässig oder falsch ist – sie unterscheidet sich aber von klassischen Wettbewerben mit klar definierten Jurys und transparent veröffentlichten Kriterien.

Auszeichnung und Nutzung

In vielen Fällen folgt nach der Selbstauskunft die Mitteilung, dass das Unternehmen ausgezeichnet wird. Häufig ist die Auszeichnung selbst zunächst kostenfrei, während die Nutzung des Siegels (z. B. für Website, Marketing oder Pressearbeit) an kostenpflichtige Pakete oder Lizenzen geknüpft ist.

Dieses Modell ist im Marketing nicht unüblich. Problematisch wird es aus Sicht mancher Unternehmen jedoch, wenn:

  • die Auszeichnung auf den ersten Blick wie eine externe, unabhängige Anerkennung wirkt,
  • der wirtschaftliche Charakter des Angebots aber im weiteren Verlauf deutlich wird.

Marketinginstrument oder klassische Auszeichnung?

An dieser Stelle lohnt eine begriffliche Trennung:

Klassische Auszeichnungen

  • werden meist von bekannten Institutionen, Verbänden oder Jurys vergeben
  • haben klar kommunizierte Kriterien
  • sind in der Regel nicht an Lizenzmodelle gebunden
  • entfalten ihren Wert primär durch Reputation

Marketingbasierte Auszeichnungen

  • werden aktiv beworben oder per E-Mail angeboten
  • basieren häufig auf Selbstauskunft
  • sind Teil eines Kommunikations- oder Sichtbarkeitsangebots
  • entfalten ihren Nutzen hauptsächlich im Rahmen kostenpflichtiger Zusatzleistungen

Beides kann legitim sein – es handelt sich jedoch um unterschiedliche Modelle, die nicht verwechselt werden sollten.

Warum Transparenz für Unternehmen wichtig ist

Für Unternehmen ist eine Sache entscheidend: transparente Information. Dazu gehört, klar zu erkennen,

  • ob es sich um einen Wettbewerb oder ein Marketingangebot handelt,
  • welchen konkreten Nutzen die Auszeichnung ohne zusätzliche Leistungen hat,
  • ob die Kosten in einem sinnvollen Verhältnis zum erwarteten Effekt stehen.

Je transparenter diese Punkte kommuniziert werden, desto leichter fällt eine sachliche Einordnung und damit die Entscheidung.

Umgang mit solchen Einladungen

Einige pragmatische Schritte können helfen:

  • Absender, Domain und Impressum prüfen
  • Website unabhängig vom E-Mail-Link aufrufen
  • gezielt nach Erfahrungsberichten googeln

Fazit

Nicht jede Auszeichnung, die per E-Mail angeboten wird, ist automatisch unseriös. Viele dieser Angebote sind jedoch Marketingstrategien, also keine klassischen Awards im wettbewerblichen Sinn. Wer diesen Unterschied kennt, kann nüchtern entscheiden, ob das (kostenpflichtige) Angebot zur eigenen Kommunikationsstrategie passt – oder ob man darauf verzichtet.


Hinweise zur Einordnung von Awards und Auszeichnungen

Der Begriff »Award« oder »Auszeichnung« ist rechtlich nicht geschützt und wird in unterschiedlichen Zusammenhängen verwendet. Entsprechend vielfältig sind auch die Modelle, nach denen solche Auszeichnungen vergeben und genutzt werden.

Grundsätzlich lassen sich Auszeichnungen grob in zwei Kategorien einordnen:

  • klassische Wettbewerbe oder Preise, bei denen eine unabhängige Jury nach transparenten Kriterien entscheidet,
  • sowie marketingbasierte Auszeichnungsmodelle, bei denen die Vergabe Teil eines Kommunikations- oder Sichtbarkeitsangebots ist.

Beide Modelle können legitim sein, verfolgen jedoch unterschiedliche Ziele und entfalten ihren Nutzen auf unterschiedliche Weise.

Wichtig für Unternehmen ist daher weniger die Bezeichnung selbst, sondern die Frage:

  • wie die Auswahl erfolgt,
  • welche Rolle Selbstauskünfte spielen,
  • ob und wofür Kosten anfallen,
  • und welchen konkreten Mehrwert die Auszeichnung unabhängig von zusätzlichen Leistungen bietet.

Hinweis:
Dieser Artikel stellt keine rechtliche Bewertung einzelner Anbieter dar und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Er soll vielmehr dazu beitragen, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Auszeichnungen sehr unterschiedlich funktionieren können und deshalb kritisch und informiert eingeordnet werden sollten.

Unternehmen sind gut beraten, solche Angebote im Kontext ihrer eigenen Kommunikationsstrategie (falls vorhanden) zu prüfen und auf dieser Basis eine individuelle Entscheidung zu treffen.

Weiterer Erfahrungsbericht:
Friese-Journal

FAQ

Was bedeutet eine Auszeichnung für ein Unternehmen?

Eine Auszeichnung kann unterschiedliche Modelle umfassen. Sie kann sowohl eine unabhängige Anerkennung als auch ein Marketing- und Kommunikationsangebot sein.

Sind alle Awards unabhängig vergeben?

Nicht zwangsläufig. Einige Auszeichnungen werden durch unabhängige Jurys vergeben, während andere auf Selbstauskünften oder Marketingmodellen basieren.

Warum erhalten Unternehmen Awards häufig per E-Mail?

Viele Anbieter nutzen E-Mail als Kommunikationskanal, um auf Auszeichnungen oder Sichtbarkeitsangebote aufmerksam zu machen. Das ist ein übliches Vorgehen im Marketing.

Ist eine Auszeichnung kostenfrei?

Das hängt vom Modell ab. In einigen Fällen ist die Auszeichnung selbst kostenfrei, während für die Nutzung von Siegeln oder begleitender Öffentlichkeitsarbeit Gebühren anfallen können.

Woran erkennt man den Unterschied zwischen Wettbewerb und Marketing-Award?

Wettbewerbe zeichnen sich normalerweise durch transparente Kriterien, eine benannte Jury und einen klaren Auswahlprozess aus. Marketing-Awards sind häufig an Kommunikationspakete, Selbstauskünfte und Kosten gekoppelt.

Sollten Unternehmen solche Angebote grundsätzlich ablehnen?

Ob eine Auszeichnung sinnvoll ist, hängt von den eigenen Zielen und der Transparenz der Bedingungen ab. Entscheidend sind transparente Informationen.

PS: Gestern wurde ich vom DIIND übrigens angerufen – bezüglich der Nominierung. Weil ich keine Lust darauf hatte, auch nur eine weitere Sekunde meiner Zeit für diese »Auszeichnung« zu verschwenden, habe ich gesagt: kein Interesse!

Mehr zum Thema:

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WeiterlesenIch bin für den Marketing-Award »Business-Innovator« nominiert
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Fragezeichen-Headlines: Warum „Gibt Trump jetzt nach?“ kein seriöser Journalismus ist, sondern Clickbait, Manipulation und Vertrauensbruch am Leser

Moderne Online-Medien überbieten sich zunehmend in provokanten Überschriften – oft mit Fragezeichen am Ende. Dieses Fragezeichen soll neugierig machen, ist aber bewusste Irreführung. Ein besonders deutliches Beispiel ist die Headline „Gibt Trump jetzt nach?“, heute aktuell bei der Berliner Morgenpost. Im Artikel hingegen steht klar: »Dass Trump komplett einknickt, wird in Washington ausgeschlossen«.

Eine derart suggestive Frage als Headline zu verwenden, wenn die gegenteilige Antwort bereits bekannt ist, nenne ich nicht Journalismus – denn es ist keiner, es ist Clickbait.

Headlines mit Fragezeichen werden schnell zur Manipulationsmaschine, die zwar Aufmerksamkeit generiert, aber keine echte Information, sondern Köder liefert. Seriöse Medienethik hingegen sieht anders aus: Headlines weisen auf den Inhalt – korrekt + transparent.

Was ist Clickbait und wie funktioniert es?

Clickbait (zusammengesetzt aus click = klicken und bait = Köder) bezeichnet Links, Titel oder Überschriften, die so gestaltet sind, dass sie Aufmerksamkeit erregen und damit Klicks generieren – oft, indem sie Informationen zurückhalten oder überdramatisieren. Das Ziel ist nicht Information, sondern Klickzahlen und Reichweite, selbst wenn der Inhalt nicht hält, was die Überschrift verspricht. Dazu ein Artikel bei Heise.

Übliche Clickbait-Techniken sind:

  • suggestive Fragen
  • Dramatisierung ohne Faktenbasis
  • neugierig machende Begriffe, die im Artikel nicht gestützt werden bzw. genau das Gegenteil beantworten

Das Beispiel „Gibt Trump jetzt nach?“ – ein Lehrstück in Clickbait

Die Headline suggeriert eine mögliche Schwäche oder Richtungsänderung von Donald Trump. Für viele Leser klingt das wie ein echtes Nachrichtenmoment. Doch der begleitende Artikel stellt klar: Trump plant kein Nachgeben.
Was ist das also?

  • eine Frage, deren Antwort schon feststeht.
  • eine Formulierung, die neugierig machen soll, obwohl es keine neue Nachricht gibt.
  • eine Manipulation des Erwartungshorizonts der Leser.

Ein seriös formulierter Titel hätte einfach den Sachverhalt beschrieben – ohne Fragezeichen und ohne künstlichen Aufhänger.

Warum Fragezeichen-Headlines problematisch sind

Sie spielen mit der Psychologie der Leser

Fragen wecken Neugier und fordern kognitive Schließung – wir wollen die Antwort wissen. Das erzeugt Klicks, auch wenn der Artikel selbst nicht relevant oder korrekt ist (Fiveable).

Sie schaffen eine „Information Gap“

Indem sie bewusst Informationen zurückhalten oder dramatisieren, zwingen sie Leser dazu, zu klicken, um „aufzuklären“, was wirklich gemeint ist – selbst wenn die Wahrheit banal und oft auch anders ist, als in der Headline suggeriert.

Sie untergraben Vertrauen und Glaubwürdigkeit

Über die Jahre hat sich gezeigt, dass Online-Headlines immer stärker auf Klickzahlen optimiert werden – auch in traditionellen Medien. Forscher warnen, dass dies langfristig das Vertrauen in Medien untergräbt, weil die Grenze zwischen seriösem Journalismus und manipulativer Schlagzeilengestaltung verwischt (Max-Planck-Gesellschaft).

Clickbait und Journalismus-Ethik

Nach gängigen journalistischen Ethik-Standards ist es unethisch, Inhalte so zu gestalten, dass sie Leser bewusst in die Irre führen. Während Zahlen und Metriken im digitalen Journalismus wichtig sind, dürfen sie nicht auf Kosten von Integrität und Wahrheit gehen (ONA Ethics).

Seriöse Inhalte sollten:

  • Fakten korrekt darstellen
  • Erwartungen aus der Headline erfüllen
  • nicht darauf abzielen, nur Emotionen zu triggern

Bedeutung für Leser und »Debattenkultur«

Clickbait-Headlines tragen dazu bei, dass immer mehr Menschen Nachrichten nur überfliegen, weil die Überschrift dramatischer wirkt, als der Inhalt ist, und die Leser demzufolge verärgert sind. Wie zum Beispiel ich …

Fazit

Fragezeichen-Headlines wie »Gibt Trump jetzt nach?« sind in vielen Fällen keine gute journalistische Arbeit, sondern ein Mittel, um Aufmerksamkeit zu erzwingen, also: Clickbait zu erzeugen. Solche Headlines nutzen psychologische Mechanismen aus, um Klicks zu generieren, und schädigen das Vertrauen der Leser in Medien.

Seriöser Journalismus hingegen ist klar, transparent und ehrlich – und setzt nicht auf Köder und Tricks. Im Gegenteil: Er vermeidet sie!

WeiterlesenWarum die Headline „Gibt Trump jetzt nach?“ kein Journalismus ist