Vor einiger Zeit hat sich ein Autor mehrfach mit Mails bei Edition Blaes gemeldet. Der Tonfall in den Mails und der auffallende Mangel an Rechtschreibkenntnissen haben mich dazu veranlasst, nicht zu reagieren.
Daraufhin bekam ich eines Tages einen Anruf … besagter Autor war am Apparat und wollte verschiedene Dinge wissen. Ich bot ihm daraufhin eine Autorenberatung an – die er nicht wollte. Daraufhin habe ich ihm alles Gute gewünscht und aufgelegt.
Ergebnis: Der frustrierte Mann hat bei Trustpilot eine Bewertung hinterlassen und mich dabei als »inkompetent, frech und arrogant« bezeichnet.

Daraufhin habe ich Trustpilot gebeten, das geschäftsschädigende Wort »inkompetent« zu streichen, da jemand aufgrund eines einminütigen Telefonats die Kompetenz eines anderen nicht beurteilen kann. Das ist zumindest meine Meinung.
Die Antwort von Trustpilot:
Ich verstehe, wie frustrierend das sein kann und wie sich eine negative Bewertung auf Ihr Geschäft auswirken kann. Wir unterstützen Sie in allen Phasen Ihrer Geschäftserfahrung. Ich werde mein Bestes tun, um auf Ihr Anliegen einzugehen.
Aha! Trustpilot wird »sein Bestes tun«. Das ist schön! Nachfolgend Trustpilots Bestes:
Bezüglich der Aussage in der Bewertung möchte ich Ihnen erklären, dass wir die Bewertung hinsichtlich des beanstandeten Grundes geprüft und festgestellt haben, dass sie nicht gegen unsere Richtlinien verstößt.
Bei verleumderischen Aussagen achten wir mehr auf den Kontext als auf einzelne Schlüsselwörter. In den meisten Fällen ist die Verwendung eines einzelnen Wortes oder einer kurzen Phrase in einer Online-Bewertung nicht verleumderisch. Denn es ist unwahrscheinlich, dass ein einzelnes Wort oder eine kurze Phrase einem Unternehmen erheblichen Schaden oder einen erheblichen finanziellen Verlust zufügt, insbesondere im Kontext einer von einem Verbraucher verfassten Online-Bewertung, die dessen persönliche Meinung widerspiegelt.
Aha! Trustpilot hält es also für unwahrscheinlich, dass ein einzelnes Wort geschäftsschädigend ist. Mich als »inkompetent« zu bezeichnen, schadet also nicht – das zumindest ist die Sichtweise von Trustpilot. Sehr interessant! Doch weiter im Antworttext von Trustpilot:
Sollten Sie jedoch weiterhin der Ansicht sein, dass die Bewertung gegen andere Richtlinien verstößt, können Sie sie gerne erneut melden, und zwar aus einem anderen Grund. Wir werden den Fall dann gerne prüfen. Unsere Richtlinien und weitere Meldegründe finden Sie hier.
Mit freundlichen Grüßen
Kajal
Auf weitere Reklamationen meinerseits verzichte ich dankend. Allerdings finde ich den Absendernamen interessant, denn ich vermute, der Absender der Mail ist Inder. Was deutsche Wörter bedeuten (können), kann ein Inder schwerlich beurteilen. Das ist die eine Sache. Die andere Sache ist: Der Text wurde vermutlich nicht von einem Menschen verfasst, sondern von einer KI. Das entnehme ich dem Duktus.
Mein Fazit: Auf Trustpilot werden zwar viele seriös erscheinende Bewertungen veröffentlicht, unabhängig davon darf aber jeder mit Schimpfwörtern und Beleidigungen um sich werfen. Herr Angelelli zum Beispiel benutzt bei seinen Bewertungen folgende Begriffe: »letzter Dreck« (seine Lieblingsformulierung), »armselig«, »peinlich«, »erbärmlich«, »Abzocker« und »Schrott«. Er »bewertet« also nicht sachlich, sondern beschimpft und beleidigt – und zwar sehr emotional und auf niedrigstem Niveau. Hier geht es zu seinen Bewertungen.
Zu Glaubwürdigkeit und Seriosität bei den Bewertungsportalen Google und Trustpilot
Angelelli hatte seine Bewertung nicht nur bei Trustpilot veröffentlicht, sondern auch auf meinem Unternehmensprofil bei Google.
Daraufhin habe ich Google gebeten, die Bewertung zu löschen. Das ist umgehend geschehen.
Trustpilot
Trustpilot hingegen ordnet Verunglimpfungen unter »persönliche Meinung« ein.
Das ist die eine Sache. Die Bewertung wird also nicht gelöscht! Wobei ich nur darum gebeten hatte, den Begriff „inkompetent“ zu löschen. Aber auch das wollte Trustpilot bzw. Herr oder Frau Kajal nicht.
Die andere Sache ist, dass ich diese Bewertung nicht beantworten kann.
Normalerweise kann ein bewertetes Unternehmen bei Trustpilot die Bewertung beantworten. Im Falle der obigen Bewertung ist das nicht möglich, denn Trustpilot hat die Antwortmöglichkeit abgeschaltet!
Ich muss mich also:
- beleidigen lassen und kann
- nicht einmal darauf reagieren.
Ich habe diesbezüglich ChatGPT zu diesen Unterschieden befragt und folgende Information erhalten:
Google Business Profile
Google betrachtet Bewertungen stark unter dem Gesichtspunkt von Reputation und Geschäftsschädigung.
Worte wie „inkompetent“ gelten als negative Charakterisierung eines Unternehmens oder Mitarbeiters.
Solche Begriffe können als beleidigend oder herabwürdigend gewertet werden und damit entfernt werden, weil Google will, dass Bewertungen sachlich, relevant und konstruktiv sind.
Selbst wenn die Kritik faktisch korrekt ist, kann sie entfernt werden, wenn sie als persönlicher Angriff interpretiert wird.
Trustpilot
Trustpilot erlaubt im Gegensatz zu Google stärkere, subjektive Bewertungen.
Das Wort „inkompetent“ wird hier nicht automatisch als schädlich oder beleidigend gewertet.
Trustpilot prüft nur, ob die Bewertung auf einer echten Erfahrung basiert und nicht gegen rechtliche oder Sicherheitsrichtlinien verstößt (z. B. keine Hassrede, Gewalt, illegale Inhalte).
Kritische Bewertungen, selbst mit scharfer Wortwahl, bleiben in der Regel stehen, solange sie nicht strafrechtlich relevant sind.
Fazit
| Aspekt | Trustpilot | |
|---|---|---|
| Bewertung: »inkompetent« | Kann entfernt werden – gilt als beleidigend/geschäftsschädigend | In Ordnung – erlaubt als persönliche Meinung/Kritik |
| Fokus | Sachlichkeit, neutraler Ton | Authentische Erfahrungsberichte, auch emotional |
| Ziel | Schutz vor Rufschädigung durch beleidigende Sprache | Transparente Meinungsäußerung über Unternehmen |
Hier drei Listen, die zeigen, welche Begriffe oder Formulierungen bei Google wahrscheinlich entfernt würden, bei Trustpilot aber stehenbleiben.
Milder bis sachlicher Kritikton
| Begriff/Formulierung | Trustpilot | Kommentar | |
|---|---|---|---|
| inkompetent | entfernt | bleibt | Bei Google kann es als herabwürdigend interpretiert werden |
| unprofessionell | entfernt | bleibt | Subjektive Meinung, aber negativ |
| schlecht organisiert | entfernt | bleibt | Kritisiert Prozesse statt Personen – Trustpilot akzeptiert das |
| langsam/ineffizient | entfernt | bleibt | Sachlich, aber Google könnte es als geschäftsschädigend sehen |
Deutlich scharfe Kritik
| Begriff/Formulierung | Trustpilot | Kommentar | |
|---|---|---|---|
| inkompetentes Personal | entfernt | bleibt | Google sieht es als direkte Herabwürdigung von Mitarbeitern |
| miserabler Service | entfernt | bleibt | Emotionale Kritik, bei Google riskant |
| enttäuschend | entfernt | bleibt | Subjektive Erfahrung – Google könnte es zulassen, hängt aber vom Kontext ab |
| unzuverlässig | entfernt | bleibt | Negativ, kann Google als schädlich einstufen |
Sehr harte, emotional gefärbte Kritik
| Begriff/Formulierung | Trustpilot | Kommentar | |
|---|---|---|---|
| unfähig | entfernt | bleibt | Starker persönlicher Angriff laut Google |
| inkompetente Firma | entfernt | bleibt | Trustpilot toleriert starke Kritik an Unternehmen |
| Katastrophe/Desaster | entfernt | bleibt | Emotional, Google könnte es entfernen, Trustpilot erlaubt es |
| total unprofessionell | entfernt | bleibt | Google: geschäftsschädigend, Trustpilot: zulässig |
Kernaussage
Google: Sehr restriktiv – schon mäßig kritische Begriffe wie »inkompetent« oder »unprofessionell« können entfernt werden, weil sie als herabwürdigend oder geschäftsschädigend gelten.
Trustpilot: Offener – solche Begriffe sind in den meisten Fällen zulässig, solange keine strafrechtlich relevanten Inhalte vorliegen.
Mein persönliches Fazit:
Google ist ein Bewertungsportal, wo sachliche Information und Respekt im Vordergrund stehen.
Trustpilot ist ein inkompetenter Saftladen, wo jeder seinen Frust abladen darf.




