Der Spätwinter geht, der Frühling kommt – und mit ihm erscheinen die ersten essbaren Wildkräuter des Jahres. Noch bevor viele Kulturpflanzen austreiben, durchbrechen robuste Frühlingsboten den kühlen Boden und bringen frisches Grün in Wälder, Gärten und an Wegesränder. Zu den markantesten frühen Arten zählen Scharbockskraut, Bärlauch und Giersch. Jede von ihnen erzählt eine eigene botanische Geschichte – und jede markiert auf ihre Weise den Beginn der Wildkräutersaison.
Scharbockskraut – Goldglanz im Frühling
Das Scharbockskraut (Ficaria verna) gehört zu den ersten sichtbaren Pflanzen des Jahres. Bereits im März, manchmal sogar früher, entfaltet es seine glänzenden, herzförmigen Blätter und leuchtend gelben Blüten. Es bevorzugt feuchte Standorte, Auwälder und nährstoffreiche Böden, wo es teppichartige Bestände bildet.
Scharbockskraut
Seinen Namen verdankt das Kraut dem „Scharbock“, einer historischen Bezeichnung für Skorbut. Die frischen Blätter enthalten viel Vitamin C und galten früher als wichtiges Mittel gegen Mangelerscheinungen nach dem Winter. Botanisch interessant ist der schnelle Lebenszyklus: Noch bevor die Baumkronen ihr Laub ausbilden, hat das Scharbockskraut bereits geblüht und beginnt wieder einzuziehen. Mit zunehmender Blüte steigt allerdings der Gehalt bestimmter Stoffe in den Blättern, weshalb traditionell nur die jungen Triebe vor der Vollblüte gesammelt wurden.
Ökologisch spielt die Pflanze eine bedeutende Rolle als frühe Nahrungsquelle für Insekten, insbesondere für erste Wildbienenarten.
Bärlauch – aromatischer Waldbewohner
Wenn sich im Frühjahr ein intensiver Knoblauchduft im Wald ausbreitet, ist der Bärlauch (Allium ursinum) nicht weit. Er wächst bevorzugt in schattigen Laubwäldern mit humusreichen Böden und kann dort dichte, weitläufige Bestände bilden. Seine lanzettlichen Blätter erscheinen ab März, wenig später folgen sternförmige weiße Blütenstände.
Bärlauch gehört botanisch zur Familie der Amaryllisgewächse und ist eng mit Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch verwandt. Seine charakteristischen Schwefelverbindungen verleihen ihm nicht nur den typischen Geruch, sondern machen ihn auch seit Jahrhunderten zu einer geschätzten Kultur- und Heilpflanze.
Bärlauchblüten
Neben seiner kulinarischen Bedeutung ist Bärlauch ein wichtiger Indikator für naturnahe, alte Waldstandorte. Sein Vorkommen weist häufig auf stabile ökologische Bedingungen hin. Aufgrund seiner Beliebtheit wird zunehmend auf nachhaltige Sammelpraktiken geachtet, um Bestände nicht zu gefährden.
Giersch verkanntes Kraftpaket
Der Giersch (Aegopodium podagraria) genießt unter Gärtnerinnen und Gärtnern keinen guten Ruf. Als ausdauernde Pflanze mit weitreichendem Wurzelsystem breitet er sich rasch aus und gilt als schwer zu kontrollierendes „Unkraut“. Doch jenseits gärtnerischer Herausforderungen offenbart sich eine traditionsreiche Wildpflanze mit bemerkenswertem Nährstoffgehalt.
Bereits im zeitigen Frühjahr erscheinen seine zarten, dreigeteilten Blätter. Der Name „podagraria“ verweist auf die historische Verwendung bei Gicht („Podagra“). Giersch enthält unter anderem Vitamin C, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. In der Volksheilkunde wurde er sowohl äußerlich als auch innerlich genutzt.
Botanisch gehört Giersch zur Familie der Doldenblütler. Seine weißen Blütendolden zeigen sich später im Frühsommer und bieten zahlreichen Insekten Nahrung. Als Pionierpflanze besiedelt er nährstoffreiche Böden, Waldränder und Gärten – ein Zeichen für seine Anpassungsfähigkeit und Vitalität.
Der Beginn des Wildkräuterjahres
Scharbockskraut, Bärlauch und Giersch markieren den Übergang vom kargen Winter zur üppigen Vegetationsperiode. Sie stehen exemplarisch für die Widerstandskraft heimischer Pflanzen und für das alte Wissen um saisonale Rhythmen.
Das Sammeln der ersten Wildkräuter war traditionell nicht nur Nahrungsbeschaffung, sondern auch ein symbolischer Akt des Neubeginns. Heute erleben diese Pflanzen eine Renaissance im Kontext von Naturverbundenheit, Regionalität und ursprünglicher Ernährungskultur.
Seit sechs Jahren erblüht auf meinem Wildkräuterblog Kochlust eine stetig wachsende Sammlung außergewöhnlicher Kreationen, in denen ich die verborgenen Schätze von Wald und Wiese mit Leidenschaft und Freude zu leckeren Rezepten verarbeite.
Auszeichnung per E-Mail: Wie Marketing-Awards funktionieren – Versuch einer Einordnung
Heute bekam ich eine E-Mail mit einer auf den ersten Blick erfreulichen Nachricht: Das Deutsche Innovationsinstitut(DIIND) teilte mir mit, ich sei für die Auszeichnung »Business Innovator« nominiert. Grund für die Nominierung war der Inhalt einer Pressemeldung, die ich vor wenigen Wochen verschickt habe.
Meine Pressemeldung sei »besonders positiv aufgefallen«, denn sie zeige beispielhaft, »wie unternehmerische Weitsicht mit zukunftsorientierter Entwicklung verbunden wird.« Sehr interessante Information! Diese Sichtweise war selbst mir als Verfasserin der Presseinformation neu.
Beispiel einer Nominierung für Marketing-Awards
Demzufolge habe ich mich über die Nominierung grundsätzlich und über die obige Formulierung speziell gewundert. Grund: In der Pressemeldung habe ich lediglich darauf hingewiesen, dass Edition Blaes professionellen Buchsatz als Dienstleistung anbietet, und wie wichtig Schriftwahl und manuelle Bearbeitung eines gesetzten Buchinhaltes sind. »Unternehmerische Weitsicht« kann man selbst bei großem Wohlwollen nicht in die Presseinformation hineininterpretieren.
Zwischenbemerkung: Erfreulicherweise leide ich nicht unter dem Trump-Syndrom.Ich freue mich zwar über Gesten echter Wertschätzung, Schmeicheleien hingegen beeindrucken mich nicht, sondern stimmen mich skeptisch bis misstrauisch. Zurecht!
Denn das DIIND schreibt außerdem: »Die Kombination aus gezielter Schriftwahl (Serifen vs. Groteskschrift) und sauberer Silbentrennung markiert einen klaren Fortschritt in der professionellen Buchgestaltung.«
Meine Sichtweise zu professionellem Buchsatz ist kein Fortschritt, sondern asbach-uralt! Mein Typo-Professor Günter Gerhard Lange hat sie vor Jahrzehnten schon gepredigt.
Trotz dieser Tatsache ist mir wichtig, darauf hinzuweisen, dass kaum ein Selfpublisher Ahnung von professionellem Buchsatz hat. Denn was man in Selfpublisher-Büchern so alles an laienhaftem Buchsatz betrachten kann, ist einfach furchtbar.
Aber zurück zur Mail, denn auch die Formulierung vor dem oben genannten Zitat ist Unsinn: »Mit dem neuen Edition Blaes zeigen Sie eindrucksvoll, wie präziser Buchsatz die Leserlichkeit erhöht.« Mit dem neuen Edition Blaes … Es gibt kein neues Edition Blaes! Den Begriff Leserlichkeit gibt es nicht. Es heißt: Lesbarkeit. Angesichts dieser abstrusen Formulierungen gehe ich davon aus, dass hier KI am Werk war, in den Weiten des Internets nach potenziellen Preisträgern gesucht, dabei meine Pressemeldung entdeckt hat und sich vermutlich »gedacht« hat: Aha, hier könnte ein potenzielles Opfer versteckt sein. Aber wie schon geschrieben: Ich leide nicht unter dem Trump-Syndrom, sondern erfreue mich bester geistiger Gesundheit – gepaart mit gesundem Selbstbewusstsein. Wobei hier die Betonung auf »gesund« liegt.
Alles in allem ist die sogenannte Nominierung lediglich eine Strategie, um Zahlungswillige zu finden. Also Zeitgenossen, die sich überlegen (falls sie ihr Gehirn einschalten), ob die Investition in diese (sehr teure) »Auszeichnung« unter PR-Aspekten strategisch sinnvoll ist.
Ob sie es ist, kann ich nicht beurteilen, denn ich werde keinen Cent ausgeben für eine käuflich zu erwerbende »Auszeichnung«.
Doch zurück zum Thema:
Viele Unternehmer kennen Nachrichten wie die obige: Per E-Mail kommt die wunderbare Mitteilung, man sei für eine Auszeichnung nominiert oder bereits ausgewählt worden – und dies (natürlich) unter besonders innovativen, zukunftsorientierten oder anderen vorbildlichen/schmeichelhaften Aspekten. Die Absender treten häufig unter Namen auf, die Seriosität und institutionelle Nähe suggerieren. Für die Empfänger stellt sich dann schnell die Frage: Handelt es sich um eine echte Auszeichnung oder um ein Marketingangebot?
Ein Beispiel, das in diesem Zusammenhang häufiger genannt wird, ist das Deutsche Innovationsinstitut (diind), von dem auch ich heute eine E-Mail (sh. oben) bekommen habe. Dieser Artikel ist deshalb ein Versuch, den Mechanismus solcher Angebote sachlich einzuordnen.
Es gibt übrigens ähnliche Preisverleiher – mit derselben Postadresse. Zum Beispiel:
»KI-Innovator« – ein weiteres Label, das unter derselben organisatorischen Leitung wie das Deutsche Innovationsinstitut (diind) geführt wird und Unternehmen zur Teilnahme bzw. Zertifizierung auffordert.
Wie solche Einladungen typischerweise aufgebaut sind
Die Struktur solcher E-Mails ähnelt sich oft:
Eine persönliche Ansprache und die Information, dass das Unternehmen »nominiert« oder »ausgewählt« wurde
Der Hinweis auf eine Auszeichnung, die besondere Leistungen würdigen soll
Ein Link zu einer sogenannten Selbstauskunft, in der Unternehmensdaten abgefragt werden
Für viele Empfänger wirkt dieser Ablauf zunächst plausibel: Selbstauskunft, Prüfung, Auszeichnung – ein Verfahren, das man auch aus anderen Kontexten kennt.
Die Rolle der Selbstauskunft
Selbstauskunftsseite bei DIIND
Die Selbstauskunft ist meist das zentrale Element des Prozesses. Dort machen Unternehmen Angaben zu Struktur, Arbeitsweise oder strategischer Ausrichtung. Welche Kriterien konkret zur Bewertung herangezogen werden und wie diese gewichtet sind, bleibt dabei meist offen.
Aus externer Sicht ist meist nicht erkennbar,
wer die Angaben prüft,
nach welchen Maßstäben bewertet wird,
oder ob und in welchem Umfang eine Vergleichbarkeit zwischen den teilnehmenden Unternehmen besteht.
Das bedeutet zwar nicht automatisch, dass die Bewertung unzulässig oder falsch ist – sie unterscheidet sich aber von klassischen Wettbewerben mit klar definierten Jurys und transparent veröffentlichten Kriterien.
Auszeichnung und Nutzung
In vielen Fällen folgt nach der Selbstauskunft die Mitteilung, dass das Unternehmen ausgezeichnet wird. Häufig ist die Auszeichnung selbst zunächst kostenfrei, während die Nutzung des Siegels (z. B. für Website, Marketing oder Pressearbeit) an kostenpflichtige Pakete oder Lizenzen geknüpft ist.
Dieses Modell ist im Marketing nicht unüblich. Problematisch wird es aus Sicht mancher Unternehmen jedoch, wenn:
die Auszeichnung auf den ersten Blick wie eine externe, unabhängige Anerkennung wirkt,
der wirtschaftliche Charakter des Angebots aber im weiteren Verlauf deutlich wird.
Marketinginstrument oder klassische Auszeichnung?
An dieser Stelle lohnt eine begriffliche Trennung:
Klassische Auszeichnungen
werden meist von bekannten Institutionen, Verbänden oder Jurys vergeben
haben klar kommunizierte Kriterien
sind in der Regel nicht an Lizenzmodelle gebunden
entfalten ihren Wert primär durch Reputation
Marketingbasierte Auszeichnungen
werden aktiv beworben oder per E-Mail angeboten
basieren häufig auf Selbstauskunft
sind Teil eines Kommunikations- oder Sichtbarkeitsangebots
entfalten ihren Nutzen hauptsächlich im Rahmen kostenpflichtiger Zusatzleistungen
Beides kann legitim sein – es handelt sich jedoch um unterschiedliche Modelle, die nicht verwechselt werden sollten.
Warum Transparenz für Unternehmen wichtig ist
Für Unternehmen ist eine Sache entscheidend: transparente Information. Dazu gehört, klar zu erkennen,
ob es sich um einen Wettbewerb oder ein Marketingangebot handelt,
welchen konkreten Nutzen die Auszeichnung ohne zusätzliche Leistungen hat,
ob die Kosten in einem sinnvollen Verhältnis zum erwarteten Effekt stehen.
Je transparenter diese Punkte kommuniziert werden, desto leichter fällt eine sachliche Einordnung und damit die Entscheidung.
Umgang mit solchen Einladungen
Einige pragmatische Schritte können helfen:
Absender, Domain und Impressum prüfen
Website unabhängig vom E-Mail-Link aufrufen
gezielt nach Erfahrungsberichten googeln
Fazit
Nicht jede Auszeichnung, die per E-Mail angeboten wird, ist automatisch unseriös. Viele dieser Angebote sind jedoch Marketingstrategien, also keine klassischen Awards im wettbewerblichen Sinn. Wer diesen Unterschied kennt, kann nüchtern entscheiden, ob das (kostenpflichtige) Angebot zur eigenen Kommunikationsstrategie passt – oder ob man darauf verzichtet.
Hinweise zur Einordnung von Awards und Auszeichnungen
Der Begriff »Award« oder »Auszeichnung« ist rechtlich nicht geschützt und wird in unterschiedlichen Zusammenhängen verwendet. Entsprechend vielfältig sind auch die Modelle, nach denen solche Auszeichnungen vergeben und genutzt werden.
Grundsätzlich lassen sich Auszeichnungen grob in zwei Kategorien einordnen:
klassische Wettbewerbe oder Preise, bei denen eine unabhängige Jury nach transparenten Kriterien entscheidet,
sowie marketingbasierte Auszeichnungsmodelle, bei denen die Vergabe Teil eines Kommunikations- oder Sichtbarkeitsangebots ist.
Beide Modelle können legitim sein, verfolgen jedoch unterschiedliche Ziele und entfalten ihren Nutzen auf unterschiedliche Weise.
Wichtig für Unternehmen ist daher weniger die Bezeichnung selbst, sondern die Frage:
wie die Auswahl erfolgt,
welche Rolle Selbstauskünfte spielen,
ob und wofür Kosten anfallen,
und welchen konkreten Mehrwert die Auszeichnung unabhängig von zusätzlichen Leistungen bietet.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine rechtliche Bewertung einzelner Anbieter dar und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Er soll vielmehr dazu beitragen, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Auszeichnungen sehr unterschiedlich funktionieren können und deshalb kritisch und informiert eingeordnet werden sollten.
Unternehmen sind gut beraten, solche Angebote im Kontext ihrer eigenen Kommunikationsstrategie (falls vorhanden) zu prüfen und auf dieser Basis eine individuelle Entscheidung zu treffen.
Was bedeutet eine Auszeichnung für ein Unternehmen?
Eine Auszeichnung kann unterschiedliche Modelle umfassen. Sie kann sowohl eine unabhängige Anerkennung als auch ein Marketing- und Kommunikationsangebot sein.
Sind alle Awards unabhängig vergeben?
Nicht zwangsläufig. Einige Auszeichnungen werden durch unabhängige Jurys vergeben, während andere auf Selbstauskünften oder Marketingmodellen basieren.
Warum erhalten Unternehmen Awards häufig per E-Mail?
Viele Anbieter nutzen E-Mail als Kommunikationskanal, um auf Auszeichnungen oder Sichtbarkeitsangebote aufmerksam zu machen. Das ist ein übliches Vorgehen im Marketing.
Ist eine Auszeichnung kostenfrei?
Das hängt vom Modell ab. In einigen Fällen ist die Auszeichnung selbst kostenfrei, während für die Nutzung von Siegeln oder begleitender Öffentlichkeitsarbeit Gebühren anfallen können.
Woran erkennt man den Unterschied zwischen Wettbewerb und Marketing-Award?
Wettbewerbe zeichnen sich normalerweise durch transparente Kriterien, eine benannte Jury und einen klaren Auswahlprozess aus. Marketing-Awards sind häufig an Kommunikationspakete, Selbstauskünfte und Kosten gekoppelt.
Sollten Unternehmen solche Angebote grundsätzlich ablehnen?
Ob eine Auszeichnung sinnvoll ist, hängt von den eigenen Zielen und der Transparenz der Bedingungen ab. Entscheidend sind transparente Informationen.
PS: Gestern wurde ich vom DIIND übrigens angerufen – bezüglich der Nominierung. Weil ich keine Lust darauf hatte, auch nur eine weitere Sekunde meiner Zeit für diese »Auszeichnung« zu verschwenden, habe ich gesagt: kein Interesse!
Fragezeichen-Headlines: Warum „Gibt Trump jetzt nach?“ kein seriöser Journalismus ist, sondern Clickbait, Manipulation und Vertrauensbruch am Leser
Moderne Online-Medien überbieten sich zunehmend in provokanten Überschriften – oft mit Fragezeichen am Ende. Dieses Fragezeichen soll neugierig machen, ist aber bewusste Irreführung. Ein besonders deutliches Beispiel ist die Headline „Gibt Trump jetzt nach?“, heute aktuell bei der Berliner Morgenpost. Im Artikel hingegen steht klar: »Dass Trump komplett einknickt, wird in Washington ausgeschlossen«.
Eine derart suggestive Frage als Headline zu verwenden, wenn die gegenteilige Antwort bereits bekannt ist, nenne ich nicht Journalismus – denn es ist keiner, es ist Clickbait.
Headlines mit Fragezeichen werden schnell zur Manipulationsmaschine, die zwar Aufmerksamkeit generiert, aber keine echte Information, sondern Köder liefert. Seriöse Medienethik hingegen sieht anders aus: Headlines weisen auf den Inhalt – korrekt + transparent.
Was ist Clickbait und wie funktioniert es?
Clickbait (zusammengesetzt aus click = klicken und bait = Köder) bezeichnet Links, Titel oder Überschriften, die so gestaltet sind, dass sie Aufmerksamkeit erregen und damit Klicks generieren – oft, indem sie Informationen zurückhalten oder überdramatisieren. Das Ziel ist nicht Information, sondern Klickzahlen und Reichweite, selbst wenn der Inhalt nicht hält, was die Überschrift verspricht. Dazu ein Artikel bei Heise.
Übliche Clickbait-Techniken sind:
suggestive Fragen
Dramatisierung ohne Faktenbasis
neugierig machende Begriffe, die im Artikel nicht gestützt werden bzw. genau das Gegenteil beantworten
Das Beispiel „Gibt Trump jetzt nach?“ – ein Lehrstück in Clickbait
Die Headline suggeriert eine mögliche Schwäche oder Richtungsänderung von Donald Trump. Für viele Leser klingt das wie ein echtes Nachrichtenmoment. Doch der begleitende Artikel stellt klar: Trump plant kein Nachgeben. Was ist das also?
eine Frage, deren Antwort schon feststeht.
eine Formulierung, die neugierig machen soll, obwohl es keine neue Nachricht gibt.
eine Manipulation des Erwartungshorizonts der Leser.
Ein seriös formulierter Titel hätte einfach den Sachverhalt beschrieben – ohne Fragezeichen und ohne künstlichen Aufhänger.
Warum Fragezeichen-Headlines problematisch sind
Sie spielen mit der Psychologie der Leser
Fragen wecken Neugier und fordern kognitive Schließung – wir wollen die Antwort wissen. Das erzeugt Klicks, auch wenn der Artikel selbst nicht relevant oder korrekt ist (Fiveable).
Sie schaffen eine „Information Gap“
Indem sie bewusst Informationen zurückhalten oder dramatisieren, zwingen sie Leser dazu, zu klicken, um „aufzuklären“, was wirklich gemeint ist – selbst wenn die Wahrheit banal und oft auch anders ist, als in der Headline suggeriert.
Sie untergraben Vertrauen und Glaubwürdigkeit
Über die Jahre hat sich gezeigt, dass Online-Headlines immer stärker auf Klickzahlen optimiert werden – auch in traditionellen Medien. Forscher warnen, dass dies langfristig das Vertrauen in Medien untergräbt, weil die Grenze zwischen seriösem Journalismus und manipulativer Schlagzeilengestaltung verwischt (Max-Planck-Gesellschaft).
Clickbait und Journalismus-Ethik
Nach gängigen journalistischen Ethik-Standards ist es unethisch, Inhalte so zu gestalten, dass sie Leser bewusst in die Irre führen. Während Zahlen und Metriken im digitalen Journalismus wichtig sind, dürfen sie nicht auf Kosten von Integrität und Wahrheit gehen (ONA Ethics).
Seriöse Inhalte sollten:
Fakten korrekt darstellen
Erwartungen aus der Headline erfüllen
nicht darauf abzielen, nur Emotionen zu triggern
Bedeutung für Leser und »Debattenkultur«
Clickbait-Headlines tragen dazu bei, dass immer mehr Menschen Nachrichten nur überfliegen, weil die Überschrift dramatischer wirkt, als der Inhalt ist, und die Leser demzufolge verärgert sind. Wie zum Beispiel ich …
Fazit
Fragezeichen-Headlines wie »Gibt Trump jetzt nach?« sind in vielen Fällen keine gute journalistische Arbeit, sondern ein Mittel, um Aufmerksamkeit zu erzwingen, also: Clickbait zu erzeugen. Solche Headlines nutzen psychologische Mechanismen aus, um Klicks zu generieren, und schädigen das Vertrauen der Leser in Medien.
Seriöser Journalismus hingegen ist klar, transparent und ehrlich – und setzt nicht auf Köder und Tricks. Im Gegenteil: Er vermeidet sie!
Eine Weihnachtsgeschichte von Renate Blaes: »Advent, Advent …«
Die Geschichte stammt aus meinem Weihnachts-Büchlein »Advent, Advent …«
Weihnachten aus Sicht von Kater Fritz
Weihnachten ist allgemein sehr beliebt. Zumindest bei den Menschen. Obwohl in dieser Zeit angeblich am meisten gestritten wird. Wozu also Weihnachten? Ich zumindest brauche es nicht. Aus verschiedenen Gründen. Als Erstes muss ich an dieser Stelle mit der weitverbreiteten Ansicht aufräumen, die Weihnachtszeit sei die »stade« Zeit. Von wegen! Ich kenne keine Zeit, in der so viel Lärm produziert wird, wie im Dezember. Überall bimmeln Glocken, aus sämtlichen Lautsprechern ertönt die schrecklichste Musik, die man sich als Katze vorstellen kann, und überhaupt ist die Weihnachtszeit eine Zeit, der ich nichts Positives abgewinne. Das fängt schon damit an, dass um diese Zeit etwas vom Himmel fällt, was ich nicht leiden kann: Schnee. Den Flocken hinterherzuspringen, ist ja noch einigermaßen lustig, macht aber nur beim ersten Mal Spaß, danach wird’s langweilig, weil die kleinen weißen Dinger sich im Nu in Luft auflösen, in Wasser besser gesagt. Und Katzen mögen – bis auf einige sehr merkwürdige Ausnahmen – kein Wasser. Erschwerend kommt hinzu, dass dieser Schnee, wenn er sich dann gleichmäßig überall verteilt, anfangs ja ganz hübsch aussieht und man prima darin herumpflügen kann, aber genauso schnell wird daraus ein brauner, hässlicher Matsch, und keine Katze, die was auf sich hält, watet gern im Matsch herum. So, das zum Thema Draußensein in der Weihnachtszeit, abgesehen davon, dass es kalt ist und ich persönlich warme Temperaturen vorziehe – in der Wohnung zum Beispiel. Apropos Wohnung. In der Weihnachtszeit stehen dort überall Kerzen rum. Das beginnt am ersten Advent ganz harmlos mit einer Kerze. Das heißt, auf dem Tisch stehen zwar vier, angezündet wird aber erst mal nur eine. Der Grund dafür entzieht sich meiner Kenntnis, wird aber schon seine Berechtigung haben. Warum meine Familie diese Dinger überhaupt braucht, ist mir ein Rätsel, schließlich leben wir in einem fortschrittlichen Haushalt und haben elektrisches Licht. Das ist eine praktische Sache. Man braucht nur ein Knöpfchen zu drücken und schon ist es hell. Aber nein, es müssen unbedingt Kerzen sein, diese stinkenden Dinger. Und gefährlich sind sie auch noch. Mir ist da nämlich mal was passiert, mein lieber Scholli! Ich hab es mir ganz arglos auf dem Tisch bequem gemacht. Dabei muss ich zugeben, dass ich das eigentlich nicht darf, aber um Verbote kümmere ich mich nur, wenn’s unbedingt sein muss. Mittlerweile haben sie (meine Familienmenschen) das zähneknirschend akzeptiert, auch wenn sie mich hin und wieder mit vorwurfsvollen Blicken bedenken. Aber da steh ich drüber … Also, ich lümmle auf dem Tisch rum, als ich plötzlich so ein Gefühl am Schwanz spüre. Ein sehr heißes Gefühl, präzise gesagt. Und da war’s auch schon passiert: Sämtliche Haare an meiner Schwanzspitze hat’s verschmurgelt. Das hat sehr weh getan, gestunken hat’s wie die Pest und ein schöner Anblick war’s auch nicht, das kann ich dir sagen. Total nackt, mein Schwanzende. Peinlich, peinlich! Wer entblößt sich denn schon gern. Wie das passieren konnte, ist mir ein Rätsel. Gott sei Dank ist mein Haarkleid mittlerweile wieder komplett. Aber trotzdem … die ganze Pein nur wegen einer blöden Kerze. Aber Kerzen allein reichen ja nicht, nein, die ganze Wohnung muss dekoriert werden. Kugeln, Bänder, Tannenzweige, Lichterketten und all so’n Kram. Im Grunde wäre ja nichts dagegen einzuwenden, weil man prima damit spielen kann. WENN MAN DARF! Aber ich darf nicht. Nein, ich krieg so richtig Ärger, krieg böse Worte an den Kopf geworfen und werde weggescheucht. Das muss man sich mal vorstellen! Also, wofür das ganze Zeug, wenn man nicht mal damit spielen darf? Völlig überflüssig! Für die Katz’ sozusagen, aber dieser Spruch ist ja sowieso gelogen. Alles, was für die Katz ist, ist grundsätzlich nie für die Katz – das weiß ich aus Erfahrung. Das Nächste, was mich an der Weihnachtszeit stört, ist der Besuch. Permanent klingelt’s an der Tür und irgendjemand steht auf der Matte. Wirklich lästig! Die meisten Menschen kenn ich nicht mal, und sie stellen sich auch nicht vor. Dafür belagern diese fremden Typen ganz frech meine Lieblingsplätze: das Sofa und die Sessel. Wenn sie wenigstens was mitbringen würden – für mich, meine ich. Aber nein, Geschenke kriegt bergeweise meine Familie, die Besucher hocken rum, essen und trinken (und reden und lachen – laut!), und ich gehe leer aus. Sehr egoistisches Verhalten, finde ich. Aber so sind sie halt, die Menschen, denken immer nur an sich. Die Belästigung wird noch dadurch gekrönt, dass sie mir dauernd auf den Pelz rücken. Da haben sie sich aber verrechnet! Und schon so manch einer hat für seine Aufdringlichkeit die Quittung bekommen: ein paar hübsche Kratzer an den Händen, manchmal auch an anderen Stellen. Ich lass mich schließlich nicht von Fremden begrapschen. Höhepunkt der Weihnachtszeit ist der 24. Dezember. Da schleppt meine Familie einen Baum in die Bude. Ja, richtig gelesen, einen Baum! Als gäb’s im Garten nicht genügend Bäume … nein, am Heiligen Abend, so nennen sie diesen Tag (was daran heilig ist, habe ich noch nicht rausgefunden), muss ein Baum die Gegend versperren. Damit nicht genug, muss dieses pieksende und Nadeln abwerfende Teil dann auch noch »verschönert« werden. Man lese und staune! Ja, die gesamte Familie versammelt sich um das grüne Gewächs und hängt Girlanden und Kugeln an die Zweige. Und nicht zu vergessen: Kerzen! Und die werden dann natürlich angezündet. Das allein reicht aber immer noch nicht, denn es werden auch noch andere Dinger angezündet. »Wunderkerzen« heißen die Funken spuckenden Drähte. Da kann man als Katze nur blitzschnell Fersengeld geben. Wenn die Kerzen alle brennen und die Wunderkerzen alle spucken (sollten besser »Spuckkerzen« heißen, die Dinger), wird gesungen. Auweia, kann ich da nur sagen, denn von guter Musik haben Menschen wirklich keine Ahnung, das ist in Katzenkreisen hinlänglich bekannt. Aber ich bin tolerant und behalte das für mich – normalerweise. Hier und heute mache ich eine Ausnahme: Diese Singerei ist zum Weglaufen! Vorzugsweise laufe ich in die Küche. Denn während im Wohnzimmer das große Remmidemmi veranstaltet wird, findet in der Küche etwas sehr Spannendes statt: Im Backofen brutzelt ein Tier. Ich vermute, es ist tot. Normalerweise verabscheue ich tote Tiere, doch in diesem Fall sieht die Sache anders aus. Es handelt sich nämlich um eine Gans. Und ich muss sagen, sie mundet. Sie mundet sogar ausgezeichnet. Ich weiß das deshalb, weil ich der Vorkoster meiner Familie bin. Und in dieser Funktion zählt es zu meinen Pflichten, meine Lieben vor Schaden zu bewahren, und dazu wiederum zählt, dass ich alles, was auf den Tisch kommt, probiere. Leider muss ich das heimlich machen, weil es aus irgendeinem – mir nicht bekannten – Grund nicht gern gesehen wird, dass ich die Speisen auf Geschmack und Nährwert hin untersuche. Und um ganz ehrlich zu sein, muss ich gestehen, dass ich oft gar nicht der Vor-, sondern der Nachkoster bin. Nicht freiwillig, nein, gezwungenermaßen! Denn entweder verstecken sie die Leckereien oder stehen direkt daneben und hauen mir auf die Pfoten, wenn ich meiner Pflicht nachkommen möchte. »Undankbarkeit ist der Welt Lohn«, kann ich da nur sagen. Lediglich ab und zu lassen sie sich herab, mir ein paar mickrige Bröckelchen zu servieren. Im Großen und Ganzen aber habe ich Glück mit meiner Familie, und Weihnachten geht ja auch irgendwann vorbei. Das ist das einzig Gute daran. Was wenige Tage danach über einen hereinbricht, ich meine damit Silvester, ist fast noch schlimmer, aber darüber spreche ich ein anderes Mal.
Hier die Geschichte zum Hören:
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Vor einiger Zeit hat sich ein Autor mehrfach mit Mails bei Edition Blaes gemeldet. Der Tonfall in den Mails und der auffallende Mangel an Rechtschreibkenntnissen haben mich dazu veranlasst, nicht zu reagieren.
Daraufhin bekam ich eines Tages einen Anruf … besagter Autor war am Apparat und wollte verschiedene Dinge wissen. Ich bot ihm daraufhin eine Autorenberatung an – die er nicht wollte. Daraufhin habe ich ihm alles Gute gewünscht und aufgelegt.
Ergebnis: Der frustrierte Mann hat bei Trustpilot eine Bewertung hinterlassen und mich dabei als »inkompetent, frech und arrogant« bezeichnet.
Daraufhin habe ich Trustpilot gebeten, das geschäftsschädigende Wort »inkompetent« zu streichen, da jemand aufgrund eines einminütigen Telefonats die Kompetenz eines anderen nicht beurteilen kann. Das ist zumindest meine Meinung.
Die Antwort von Trustpilot:
Ich verstehe, wie frustrierend das sein kann und wie sich eine negative Bewertung auf Ihr Geschäft auswirken kann. Wir unterstützen Sie in allen Phasen Ihrer Geschäftserfahrung. Ich werde mein Bestes tun, um auf Ihr Anliegen einzugehen.
Aha! Trustpilot wird »sein Bestes tun«. Das ist schön! Nachfolgend Trustpilots Bestes:
Bezüglich der Aussage in der Bewertung möchte ich Ihnen erklären, dass wir die Bewertung hinsichtlich des beanstandeten Grundes geprüft und festgestellt haben, dass sie nicht gegen unsere Richtlinien verstößt.
Bei verleumderischen Aussagen achten wir mehr auf den Kontext als auf einzelne Schlüsselwörter. In den meisten Fällen ist die Verwendung eines einzelnen Wortes oder einer kurzen Phrase in einer Online-Bewertung nicht verleumderisch. Denn es ist unwahrscheinlich, dass ein einzelnes Wort oder eine kurze Phrase einem Unternehmen erheblichen Schaden oder einen erheblichen finanziellen Verlust zufügt, insbesondere im Kontext einer von einem Verbraucher verfassten Online-Bewertung, die dessen persönliche Meinung widerspiegelt.
Aha! Trustpilot hält es also für unwahrscheinlich, dass ein einzelnes Wort geschäftsschädigend ist. Mich als »inkompetent« zu bezeichnen, schadet also nicht – das zumindest ist die Sichtweise von Trustpilot. Sehr interessant! Doch weiter im Antworttext von Trustpilot:
Sollten Sie jedoch weiterhin der Ansicht sein, dass die Bewertung gegen andere Richtlinien verstößt, können Sie sie gerne erneut melden, und zwar aus einem anderen Grund. Wir werden den Fall dann gerne prüfen.Unsere Richtlinien und weitere Meldegründe finden Sie hier. Mit freundlichen Grüßen Kajal
Auf weitere Reklamationen meinerseits verzichte ich dankend. Allerdings finde ich den Absendernamen interessant, denn ich vermute, der Absender der Mail ist Inder. Was deutsche Wörter bedeuten (können), kann ein Inder schwerlich beurteilen. Das ist die eine Sache. Die andere Sache ist: Der Text wurde vermutlich nicht von einem Menschen verfasst, sondern von einer KI. Das entnehme ich dem Duktus.
Mein Fazit: Auf Trustpilot werden zwar viele seriös erscheinende Bewertungen veröffentlicht, unabhängig davon darf aber jeder mit Schimpfwörtern und Beleidigungen um sich werfen. Herr Angelelli zum Beispiel benutzt bei seinen Bewertungen folgende Begriffe: »letzter Dreck« (seine Lieblingsformulierung), »armselig«, »peinlich«, »erbärmlich«, »Abzocker« und »Schrott«. Er »bewertet« also nicht sachlich, sondern beschimpft und beleidigt – und zwar sehr emotional und auf niedrigstem Niveau. Hier geht es zu seinen Bewertungen.
Zu Glaubwürdigkeit und Seriosität bei den Bewertungsportalen Google und Trustpilot
Google
Angelelli hatte seine Bewertung nicht nur bei Trustpilot veröffentlicht, sondern auch auf meinem Unternehmensprofil bei Google. Daraufhin habe ich Google gebeten, die Bewertung zu löschen. Das ist umgehend geschehen.
Trustpilot
Trustpilot hingegen ordnet Verunglimpfungen unter »persönliche Meinung« ein. Das ist die eine Sache. Die Bewertung wird also nicht gelöscht! Wobei ich nur darum gebeten hatte, den Begriff „inkompetent“ zu löschen. Aber auch das wollte Trustpilot bzw. Herr oder Frau Kajal nicht.
Die andere Sache ist, dass ich diese Bewertung nicht beantworten kann. Normalerweise kann ein bewertetes Unternehmen bei Trustpilot die Bewertung beantworten. Im Falle der obigen Bewertung ist das nicht möglich, denn Trustpilot hat die Antwortmöglichkeit abgeschaltet! Ich muss mich also:
beleidigen lassen und kann
nicht einmal darauf reagieren.
Ich habe diesbezüglich ChatGPT zu diesen Unterschieden befragt und folgende Information erhalten:
Google Business Profile
Google betrachtet Bewertungen stark unter dem Gesichtspunkt von Reputation und Geschäftsschädigung.
Worte wie „inkompetent“ gelten als negative Charakterisierung eines Unternehmens oder Mitarbeiters.
Solche Begriffe können als beleidigend oder herabwürdigend gewertet werden und damit entfernt werden, weil Google will, dass Bewertungen sachlich, relevant und konstruktiv sind.
Selbst wenn die Kritik faktisch korrekt ist, kann sie entfernt werden, wenn sie als persönlicher Angriff interpretiert wird.
Trustpilot
Trustpilot erlaubt im Gegensatz zu Google stärkere, subjektive Bewertungen.
Das Wort „inkompetent“ wird hier nicht automatisch als schädlich oder beleidigend gewertet.
Trustpilot prüft nur, ob die Bewertung auf einer echten Erfahrung basiert und nicht gegen rechtliche oder Sicherheitsrichtlinien verstößt (z. B. keine Hassrede, Gewalt, illegale Inhalte).
Kritische Bewertungen, selbst mit scharfer Wortwahl, bleiben in der Regel stehen, solange sie nicht strafrechtlich relevant sind.
Fazit
Aspekt
Google
Trustpilot
Bewertung: »inkompetent«
Kann entfernt werden – gilt als beleidigend/geschäftsschädigend
In Ordnung – erlaubt als persönliche Meinung/Kritik
Fokus
Sachlichkeit, neutraler Ton
Authentische Erfahrungsberichte, auch emotional
Ziel
Schutz vor Rufschädigung durch beleidigende Sprache
Transparente Meinungsäußerung über Unternehmen
Hier drei Listen, die zeigen, welche Begriffe oder Formulierungen bei Google wahrscheinlich entfernt würden, bei Trustpilot aber stehenbleiben.
Milder bis sachlicher Kritikton
Begriff/Formulierung
Google
Trustpilot
Kommentar
inkompetent
entfernt
bleibt
Bei Google kann es als herabwürdigend interpretiert werden
unprofessionell
entfernt
bleibt
Subjektive Meinung, aber negativ
schlecht organisiert
entfernt
bleibt
Kritisiert Prozesse statt Personen – Trustpilot akzeptiert das
langsam/ineffizient
entfernt
bleibt
Sachlich, aber Google könnte es als geschäftsschädigend sehen
Deutlich scharfe Kritik
Begriff/Formulierung
Google
Trustpilot
Kommentar
inkompetentes Personal
entfernt
bleibt
Google sieht es als direkte Herabwürdigung von Mitarbeitern
miserabler Service
entfernt
bleibt
Emotionale Kritik, bei Google riskant
enttäuschend
entfernt
bleibt
Subjektive Erfahrung – Google könnte es zulassen, hängt aber vom Kontext ab
unzuverlässig
entfernt
bleibt
Negativ, kann Google als schädlich einstufen
Sehr harte, emotional gefärbte Kritik
Begriff/Formulierung
Google
Trustpilot
Kommentar
unfähig
entfernt
bleibt
Starker persönlicher Angriff laut Google
inkompetente Firma
entfernt
bleibt
Trustpilot toleriert starke Kritik an Unternehmen
Katastrophe/Desaster
entfernt
bleibt
Emotional, Google könnte es entfernen, Trustpilot erlaubt es
total unprofessionell
entfernt
bleibt
Google: geschäftsschädigend, Trustpilot: zulässig
Kernaussage
Google: Sehr restriktiv – schon mäßig kritische Begriffe wie »inkompetent« oder »unprofessionell« können entfernt werden, weil sie als herabwürdigend oder geschäftsschädigend gelten.
Trustpilot: Offener – solche Begriffe sind in den meisten Fällen zulässig, solange keine strafrechtlich relevanten Inhalte vorliegen.
Mein persönliches Fazit:
Google ist ein Bewertungsportal, wo sachliche Information und Respekt im Vordergrund stehen.
Trustpilot ist ein inkompetenterSaftladen, wo jeder seinen Frust abladen darf.
Drei Weihnachtslieder, drei Genres: Klassik, Ethno, Jazz.
Sarah Brightman Sarah Brightman hat eine wunderschön zarte und unverwechselbare Stimme. In »Child in a Manger« höre ich sie besonders gern.
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Sarah Brightman ist eine britische Sopranistin, Sängerin und Schauspielerin, die besonders für ihre außergewöhnliche Stimme und ihre genreübergreifende Karriere bekannt ist.
Musikalisch bewegt sich Sarah Brightman zwischen Klassik, Oper, Musical, Pop und sogenanntem Classical Crossover.
David Arkenstone David Arkenstones Musik ist eine vielseitige Mischung aus instrumentellem New Age, keltischen Klängen und orchestralen Fantasy-Soundtracks, die oft als »Soundtracks für die Fantasie« beschrieben werden
Hier sein Lied »Angels in the snow«:
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Geboren wurde er 1958 in Chicago. Seine Musik wird häufig mit Natur, Fantasy, Spiritualität und innerer Ruhe in Verbindung gebracht. Arkenstone komponiert sowohl für Soloalben als auch für Filme, Videospiele, Dokumentationen und Themenparks (u. a. für Disney).
Till Brönner Und hier das dritte Lied. »Notes on Snow«. Wunderbarer Jazz!
Till Brönner ist einer der bekanntesten deutschen Jazzmusiker und gilt international als Ausnahmetalent an der Trompete. Charakteristisch für Brönner ist sein warmer, lyrischer Trompetenton.
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„Notes on Snow“ ist sowohl der Titel eines Albums (2021) als auch ein zentrales musikalisches Motiv darin. Sanfte Trompetenlinien schweben über Arrangements aus Klavier, Streichern und dezenten elektronischen Elementen.
Der Titel lässt bereits erkennen, worum es geht: Flüchtigkeit, Stille und Melancholie. »Notes on Snow« ist weniger ein klassischer Jazzsong als vielmehr ein musikalisches Stimmungsbild.
12 Bücher habe ich bislang geschrieben, darunter auch einige Katzenbücher … alle mit Geschichten über meine geliebten Leisetreter.
Auf »Die kunterbunte Katzenseite.de« stelle ich momentan Moritz vor – mit der Geschichte »Moritz, der fröhliche Schwarzbär«.
Hier das erste Kapitel:
Er lief mir auf dem Golfplatz über den Weg, im wahrsten Sinn des Wortes. Es war ein heißer Sonntag im August, als ich kurz vor dem Grün Sieben plötzlich ein mir zwar bekanntes, für einen Golfplatz aber ungewöhnliches Geräusch hörte: ein Miauen. Eigentlich war es mehr ein Piepsen – wie das eines Vogels. Nach dem Verursacher des Piepsens brauchte ich mich nicht lange umzuschauen – es stammte von einer kleinen schwarzen Katze, die zielstrebig auf mich zu tippelte, so, als hätte sie auf mich gewartet. Wie ich heute weiß, hat sie nicht nur bei mir Zuflucht gesucht, sondern auch bei anderen Golfern. Aber die hatten was Besseres zu tun, als sich um ein herrenloses Kätzchen zu kümmern. Die mussten nämlich Golf spielen. Und was kümmert den engagierten Golfer ein umherirrendes Kätzchen. Die Mama wird schon irgendwo in der Nähe sein, denkt der Sportler und »klack« …Abschlag.
Nicht jeder Autor, der sein Buch mit Unterstützung eines Dienstleisters veröffentlichen möchte, benötigt oder sucht einen kompletten Verlagsvertrag. Aus diesem Grund bietet Edition Blaes auch einzelne Dienstleistungen an.
Ich koche und backe gern, stehe aber ungern stundenlang in der Küche. Kurz gesagt: Ich liebe schnelle Rezepte. Deshalb liebe ich auch diese knusprigen Mandel-Marzipanplätzchen. Der Teig ist in wenigen Minuten fertig und genauso schnell gebacken.
Das Rezept gibt es wie immer auf meinem Kochlustblog.
In einer Zeit, in der Online‑Medien mit oberflächlichen und reißerischen Beiträgen (Click-Baiting) locken, ist Leopold Ploners Blog engagierter Lokaljournalismus. Mit Verbundenheit zu Schondorf und seinen Menschen beschreibt Ploner, was ihm ein- und auffällt.
Leopold Ploner habe ich vor einigen Jahren persönlich kennengelernt und heute stelle ihn bzw. sein Schondorf-Blog vor:
Schondorf und seine Menschen
Ploner berichtet über das ganz normale Leben in Schondorf – von historischen Veranstaltungen über Architektur‑ und Infrastrukturänderungen bis hin zu kleinen Alltagsgeschichten. Ob Umbauten, lokale Diskussionen oder persönliche Erlebnisse: Ploner beschreibt, was im Dorf passiert, wie es sich mit und durch Kleinigkeiten wandelt – und was seine Bewohner dabei für eine Rolle spielen (können).
Schondorf und seine Geschichte
Wer sich für Schondorfs Geschichte interessiert, findet im Schondorf-Blog sorgfältig recherchierte Beiträge. So wird etwa über alte Brücken berichtet, über historische Gebäude, aber auch über die Identität des Ortes – Ploners Artikel verbinden Vergangenheit und Gegenwart auf eine Weise, die jeder Leser nachvollziehen kann: informativ + unterhaltsam. Seltene Mischung!
Menschen reden miteinander
Ploner scheut sich erfreulicherweise nicht vor kontroversen Themen – etwa bei städtebaulichen Entwicklungen, Verkehrsfragen (Tempo 30) oder der Ortsentwicklung. Dadurch wird sein Blog zu einer Plattform, die Beteiligung und Diskussion nicht nur erlaubt, sondern geradezu herausfordert.
Kultur
Auch in einem bayerischen Dorf gibt es Platz für Kunst, Kultur und Alltag – Lesungen, Vereinsgeschichten, und Ausstellungen. Ploners Blog ist eine kunterbunte Mischung aus Geschichten und Eindrücken, die zeigen, wie bunt das Leben in dieser Gemeinde ist. Und Ploner scheut sich auch nicht davor, sein Faible für Kunst offenzulegen. So ist er zum Beispiel Mitglied beim Schondorfer Kreis, dessen Website er betreut.
Skulpturen am Schondorfer Dampfer-Anlegesteg – mittlerweile in den Fluten versunken
Ein Mensch namens Leopold Ploner
Was ich mag und bestimmt auch andere Leser mögen: Ploners Blog ist ehrlich und wahrhaftig – mit allen Ecken und Kanten. Nicht jedes Thema ist perfekt. Nicht jeder Beitrag ist politisch korrekt (was immer das bedeuten mag) oder stromlinienförmig. Doch genau darin liegt seine Stärke: Ploners Blog zeigt die persönliche Sichtweise eines Mannes, der gern (nach)denkt, reflektiert und auf sympathische, aber stets respektvolle Weise konfrontiert. Genau das macht sein Blog so wertvoll. Denn Menschen, die deutlich und klar verständlich ihre Meinung sagen, sind rar geworden. Was ich sehr bedauere …
Die Quitte ist eine wahre Schatztruhe des Herbstes. Mit ihrem intensiven Duft und dem hohen Pektingehalt ist sie ideal für Marmeladen, Gelees und süße wie herzhafte Speisen. Anders als Äpfel oder Birnen isst man Quitten meist nicht roh – ihr volles Aroma entfaltet sich erst nach dem Kochen oder Backen.
Warum Quitten so besonders sind
Quitten enthalten viele Ballaststoffe, Vitamin C und sekundäre Pflanzenstoffe, die antibakteriell wirken können. Ihr hoher Pektingehalt macht sie zu perfekten Kandidaten für Gelierzuckerrezepte. Außerdem verströmen sie beim Kochen ein unvergleichlich warmes, würziges Aroma, das an Zimt, Apfel und Mandeln erinnert.
Quittenlikör
Beliebte Quittenrezepte
Quittengelee Ein Klassiker, der auf keinem Frühstückstisch fehlen darf. Einfach die Quitten waschen, in Stücke schneiden und mit Wasser weichkochen. Den Saft abseihen, mit Gelierzucker aufkochen und heiß in Gläser füllen.
Quittengelee
Gebäck mit Quitten Quitten schmecken prima in Gebäck. Herzhaft (Brot zum Beispiel) und süß.
Weizensauerteigbrot mit Eicheln und QuittenRührkuchen mit Quitten
Quittenbrot Quittenwürfel zusammen mit etwas Zucker, Zitronensaft und Gewürzen wie Nelken und Sternanis weich köcheln lassen und trocknen.
Quitten in Schmorgerichten Quitten passen auch zu Fleisch. In Schmorgerichten mit Lamm oder Schwein entfalten sie eine süßliche Note, die den Geschmack von Kräutern wie Thymian und Rosmarin wunderbar ergänzt.
Rinderleber mit Eicheln und Quitten
Tipps für die Zubereitung
Da rohe Quitten sehr hart sind, ist es wichtig, sie vor der Weiterverarbeitung zu kochen, zu dünsten oder zu backen. Ein weiterer Trick: Ein bisschen Zitronensaft verhindert, dass die Früchte nach dem Schneiden braun werden.
Quitten sind also nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch unglaublich vielseitig – von süß bis herzhaft, von Marmelade, über Gebäck bis hin zu Schmorgerichten. Wer die Saison der goldenen Früchte nutzt, kann seine Küche mit besonderen Aromen bereichern.
Viele leckere Quittenrezepte gibt es auf meinem Kochlustblog.
Harald Welzer ist sehr präsent. Im Internet, in Talkshows und überhaupt. Er redet gern und viel, sagt aber – leider! – sehr wenig. Er liebt es, Wörter aneinanderzureihen, Schachtelsätze zu formulieren und grundsätzlich klug bzw. intellektuell* zu wirken. Das ist mein Eindruck, wann immer ich ihn höre.
Und ich erlebe ihn stets als selbstverliebt. Das wäre an sich ja okay … wenn er denn wirklich was zu sagen hätte. Hat er aber nicht. Falls doch, dann verstehe ich ihn nicht. Da ich mich aber auch schon eine Weile kenne und weiß, dass ich nicht begriffsstutzig bin …
Ein Beispiel:
»Man müsste aufhören, den Umfang unseres wirtschaftlichen Stoffwechsels zu vergrößern, und damit beginnen, ihn zu verringern.«
Dieses Zitat stammt angeblich aus seinem Buch »Nachruf auf mich selbst« Ich kann das nicht beurteilen, weil ich das Buch nicht gelesen habe. Möglicherweise handelt es sich also nicht um ein Originalzitat, sprachlich würde es allerdings zu Welzer passen.
In meinen Augen ist diese Aussage intellektuell verbrämtes Geschwafel und bedeutet:
»Wir sollten weniger produzieren, weniger konsumieren und sparsamer mit Ressourcen umgehen.«
Noch kürzer könnte man sagen: »Wir müssen sparsamer mit unseren kostbaren Ressourcen umgehen.«
Diesen Satz versteht vermutlich jeder. Warum Welzer sich so gestelzt ausdrückt, weiß wohl nur er selbst.
Ein verbaler Vergleich zur Einordnung von Welzers Sprache:
Den bekannten Spruch »Der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffeln …« würde Welzer möglicherweise so ausdrücken:
»Es zeigt sich, dass diejenigen Akteure in agrarischen Produktionszusammenhängen, deren intuitive Handlungslogik und pragmatisches Erfahrungswissen am wenigsten von normativen und systemischen Rationalitätsannahmen determiniert zu sein scheint, paradoxerweise oftmals die größten Erträge erzielen – ein Umstand, der die Annahme infrage stellt, dass Effizienz ausschließlich an formalisierter Kompetenz oder theoretischer Expertise festzumachen ist.«
Eine welzerische Formulierungs-Variante wäre:
»Es ist geradezu paradox: Wer sich in agrarischen Kontexten scheinbar unbedarft und ohne theoretische Ambitionen bewegt, erzielt oft die üppigsten Resultate – ein Hinweis darauf, dass Dummheit in der Realität manchmal erstaunlich produktiv sein kann.«
Bei YouTube redet Welzer äußerst gern + viel. Beispielsweise im Frankfurter Kunstverein. Einem Tempel der eloquenten Leere, wo die Menschen/Redner/Moderatoren Stunden damit verbringen, über das Unsagbare zu diskutieren, und sich dabei augenscheinlich höchst intellektuell fühlen. Dabei wird allerdings jede banale Beobachtung mit kunsttheoretischem Pathos aufgeblasen, jeder Satz zum Zitatpotenzial erhoben, während der konkrete Gehalt irgendwo zwischen Kaffeemaschine und Garderobe verloren geht oder sich ganz einfach auf Nimmerwiedersehen im Nirwana auflöst. Kurz: Der Frankfurter Kunstverein ist ein Ort, wo die (vermeintliche) Kunst des Redens die Realität klarer und ausdrucksvoller Sprache ad absurdum führt.
Dort philosophiert Harald Welzer u. a. mit einer Freundin im Geiste: Ines Geipel. Geipel ist eine Meisterin darin, jeden Sachverhalt und jedes politische Statement in unerträgliche und inhaltslose Länge zu ziehen. Sie ist die Art von Intellektueller, die scheinbar mühelos zwischen Aktivismus, Literatur und Wissenschaft hin und her pendelt, dabei dem Zuhörer stets das Gefühl vermitteln will, dass er gerade eine besonders gewichtige Erkenntnis erfahren könnte – auch wenn er sie im nächsten Satz schon wieder verloren hat. Welzer und Geipel schwafeln im »Frankfurter Kunstverein« also auf eine Art und Weise, die ich als »intellektuelle Selbstbefriedigung« bezeichne.
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Michel Friedmann dagegen ist ein Kaliber nach meinem Geschmack: ein Mann der klaren Worte. Ein kluger Mensch, der – im Gegensatz zu Welzer – auch was zu sagen hat. Und es so sagt, dass normale Menschen ihn verstehen. Unkompliziert, klar und einfach teilt er mit, was er denkt, fühlt und meint. Sehr angenehm!
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In diesem Interview spricht Friedman über das »Streiten«. Also darüber, wie es ist, wenn Menschen über unterschiedliche Sichtweisen diskutieren. Ich persönlich fand Streiten schon immer hochinteressant. Vorausgesetzt, es läuft respektvoll ab.
Zu respektvollem Streiten gehört Zuhören. Und diesbezüglich teile ich Friedmans Meinung, dass zu aufmerksamem Zuhören auch Unterbrechen gehört. Denn je aufmerksamer ich zuhöre, desto öfter ergeben sich Fragen. Und genau die sollten dann zugelassen werden. Denn gerade wenn zwei Menschen zu einem Thema unterschiedliche Meinungen haben, ist es nicht zu vermeiden, dass Fragen entstehen. Fragen, die zeigen, dass man (ich) aufmerksam zuhört. Und wenn ich was nicht klar einordnen kann, muss ich fragen bzw. nachfragen. Das liegt in der Natur der Sache. In einer ehrlichen Diskussion Fragen zu stellen, ist also nicht respektlos, wie manche Zeitgenossen meinen, sondern einfach notwendig.
Ich habe einen sogenannten Freund, der sehr gern Monologe hält. Und meint (was auch Friedman in dem Interview erwähnt), immer Recht zu haben. Mit so einem Menschen zu diskutieren, ist absolut unerfreulich. Konkret gesagt: Es ist frustrierend. Frustrierend deshalb, weil ich spüre, dass mein Gesprächspartner überhaupt kein Interesse an einem Gespräch hat (zu einem Gespräch gehören mindestens zwei), sondern nur darauf aus ist, seiner Meinung Ausdruck zu verleihen. Eigentlich braucht er gar kein menschliches (denkendes) Gegenüber, sondern einfach nur ein Wesen oder ein Etwas, dem er was erzählen kann. Seine Katze zum Beispiel, eine Gummipuppe würde es vermutlich auch tun …
So, das war’s für heute zum Thema Menschen, Sichtweisen und Meinungen.
Mein Fazit:
Welzer zuzuhören, ist Zeitverschwendung. Friedman zuzuhören, ist Erkenntnisgewinn + Vergnügen!
*Die Begriffe „klug“ und „intellektuell“ überschneiden sich zwar, bedeuten aber nicht dasselbe. Der Unterschied lässt sich gut über Art der Fähigkeit und Art der Anwendung erklären:
Klug
Bedeutung: Praktische, lebensnahe Form von Intelligenz; die Fähigkeit, gute Entscheidungen zu treffen und Situationen angemessen einzuschätzen.
Beispiel: Jemand, der schnell erkennt, welche Lösung in einer schwierigen Situation sinnvoll ist und danach handelt, ist klug – unabhängig von akademischem Wissen.
Intellektuell
Bedeutung: Geistig analytisch, theoretisch oder abstrakt stark; hohes Interesse an komplexem Denken und Wissen.
Fokus: Theorie, Reflexion, Analyse, akademisches oder kulturelles Denken.
Beispiel: Eine Person, die Freude an philosophischen Diskussionen hat oder komplizierte Sachverhalte tiefgehend analysiert, ist intellektuell – auch wenn sie im Alltag nicht immer die praktisch klügsten Entscheidungen trifft.
Kurz gesagt
Klug = praktisch vernünftig und lebensnah
Intellektuell = theoretisch denkend und wissensorientiert
Eine Person kann klug sein, ohne intellektuell zu sein – und umgekehrt. Mir ist eine kluge Sprache deutlich lieber als eine intellektuelle.
Folgende Beispiele zeigen, warum:
Klug formuliert
»Wenn du ein Ziel erreichen willst, fang mit einem kleinen, machbaren Schritt an. So kommst du sicherer voran, als wenn du alles auf einmal erzwingen willst.«
Intellektuell formuliert
»Zielerreichung gelingt am zuverlässigsten durch iterative Annäherung: Die Zerlegung komplexer Vorhaben in überschaubare Teilschritte erhöht nicht nur die Erfolgswahrscheinlichkeit, sondern schafft auch kognitive Entlastung, die für nachhaltige Motivation essenziell ist.«
Quittenlikör vereint das Fruchtige der Quitte mit einer feinen Süße und leicht herben Noten zu einem außergewöhnlichen Geschmackserlebnis. Außerdem lässt er sich wunderbar verschenken, hält sich lange und bringt einen Hauch Herbststimmung in jede Jahreszeit.
Die richtige Quitte: Apfel- oder Birnenquitte?
Beide eignen sich hervorragend – je nach gewünschtem Aroma:
Apfelquitten sind aromatischer und intensiver.
Birnenquitten sind milder und einfacher zu verarbeiten.
Für Likör werden häufig Apfelquitten bevorzugt, aber eine Mischung ist ebenso lecker.
Ich habe Quittenlikör aus Apfel- und Birnenquitten angesetzt. Wie man das macht, ist im Kochlustblog beschrieben.
Über Deutschlands beliebteste Tageszeitung – BILD – geisterte vor vielen Jahren folgende (erfundene) Überschrift durchs Land:
»Mord im Fahrradschlauch! Mörder durchs Patentventil entschlüpft.«
Diese ironische Headline demonstriert die Sensationsstrategie der BILD-Zeitung, die seit Jahrzehnten die gleiche geblieben ist: Neugier wecken und Angst, Mitleid, Empörung oder Schock auslösen → Leser sollen sofort klicken oder die Zeitung kaufen.
Aus diesem Grund bin ich mit allergrößtem Erstaunen vor einigen Monaten bei Youtube per Zufall über einen Bild-Journalisten gestoßen, der Journalismus wohl anders sieht als die meisten seiner Redaktions-Kollegen. Sein Name ist Paul Ronzheimer.
Ronzheimer ist stellvertretender Chefredakteur bei BILD und gleichzeitig Kriegs- und Krisenreporter. Er hat in zahlreichen Krisengebieten gearbeitet, z. B. Ukraine, Libyen, Syrien, Irak. Im Internet gibt es übrigens folgende Meinung über den mehrfach ausgezeichneten Ronzheimer: »Paul Ronzheimer ist ungefähr der einzige Mitarbeiter bei BILD, den man unironisch als Journalist bezeichnen kann.« Quelle: Reddit
Ronzheimer hat auch einen Podcast, der seinen Namen trägt: Ronzheimer. Und: Dieser Podcast ist absolut hörenswert! Ich freue mich jeden Tag darauf.
In seinem beliebten Podcast spricht Ronzheimer mit interessanten und gut informierten Menschen, und gestern hat er einen Mann interviewt, den ich ebenfalls sehr schätze: Ferdinand von Schirach, ein kluger und besonnener Mann, dem (Nach)Denken offenkundig Freude bereitet.
Thema des Interviews: Woran Deutschland wirklich krankt.
Das Gespräch dieser beiden Männer habe ich mit großem Interesse angehört, und ich erlebe es als rettende Insel im Ozean des Clickbaitings.*
*Clickbaiting bezeichnet die Praxis, mediale Inhalte – meist Überschriften, Vorschaubilder oder kurze Teaser – so zu formulieren, dass sie möglichst viele Klicks erzeugen. Meist auf Kosten von Genauigkeit oder inhaltlichem Mehrwert und Nutzen. Beispiel: »Du wirst nicht glauben, was dieser Mann getan hat.« Laut Goethe-Institut appellieren viele Clickbait-Überschriften an Emotionen und Neugier – oft mit Fragezeichen, Superlativen oder Geheimnissen, ohne wirklich substanziellen Informationsgehalt. Kurz gesagt: Clickbaiting-Inhalte sind völlig nutzlos.
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