Kategorie Internetbetrug

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Wieso ein gelöschtes Bild trotzdem online zu finden ist – so schützt du deine Website vor teuren Abmahnungen

Viele Zeitgenossen bekommen eine sogenannte Berechtigungsanfrage von Copytrack, in der nach dem Nachweis für die Nutzungsrechte an einem im Internet veröffentlichten Foto gefragt wird.

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Und viele von ihnen (ich zum Beispiel) können nachweisen, dass sie die Nutzungsrechte für das fragliche Bild haben.

Letzteres ist gut!

Manche können das aber nicht, weil sie entweder keine Lizenz (mehr) haben oder ein Foto tatsächlich ohne (nachweisbare) Nutzungsrechte nutzen.

Das ist schlecht!

Wenn so ein unberechtigter Nutzer den geforderten »Schadensersatz« bezahlt und das fragliche Foto von seiner Website entfernt, meint er, die Sache sei erledigt.

Da irrt er sich!

Denn das Bild ist zwar auf der Website nicht mehr sichtbar, aber der Pfad zum Speicherort ist noch da. Warum ist das so?

Nutzererfahrungen auf Trustpilot

Zum Thema: Die Bewertung von Brice:

Übersetzung:
Ich werde Anzeige erstatten…
Ich werde Anzeige gegen Concept Production und Copy Track erstatten.

Ich erhielt eine E-Mail von Copy Track, in der 350 € für die Nutzung eines Bildes gefordert wurden, für das ich keine Rechte besaß. Angeblich gehörte es Concept Production. Da ich keine Lizenz für dieses Bild finden konnte, geriet ich in Panik, zahlte und entfernte das Bild von der betreffenden Seite. Ich vergaß jedoch, es auch vom Server zu löschen, und nun fordern sie das Dreifache!

Deshalb habe ich recherchiert. Ich habe nun Beweise dafür, dass das Bild nicht Concept Production gehört, und den Kommentaren hier entnehme ich, dass ich nicht der Einzige bin, der auf diesen Betrug hereingefallen ist. Daher werde ich Anzeige erstatten.

Warum ein gelöschtes Bild online noch zu finden ist

Viele Website-Betreiber und Blogger gehen davon aus, dass ein Bild, das sie aus dem jeweiligen Artikel, von der Seite und aus der Mediathek löschen, nicht mehr abrufbar ist.

Das ist ein Irrtum!

Technisch passiert beim Löschen nur:

  • Der Eintrag in der Datenbank der Website (z. B. WordPress wie bei meiner Website) wird entfernt.
  • Das Bild ist in der Mediathek nicht mehr sichtbar.

Die Datei bleibt jedoch auf dem Server.

So sieht das beispielsweise bei meinem WordPress-Blog auf meinem FTP-Server aus:

Zudem erstellt WordPress z. B. beim Upload automatisch Thumbnails, verkleinerte Varianten oder WebP-Versionen, die separat existieren. Ein aus der Mediathek der Website gelöschtes Foto ist also durchaus noch auffindbar. Und ein lediglich aus dem Artikel oder der Seite gelöschtes Foto erst recht! Caching-Systeme und CDNs können die Dateien weiterhin ausliefern.

Wenn ich z. B. das Foto »Absatzformate« aus dem Artikel/der Seite und aus der Mediathek gelöscht habe, ist es immer noch auf meinem FTP-Server.


Genau das ist das Problem: Wenn ich das Foto »Absatzformate« auf dem FTP-Server nicht lösche, können Bots es finden.

Wie Bots gelöschte Bilder finden

Abmahn-Bots oder Bildrechte-Dienste nutzen verschiedene Techniken, um Bilder zu entdecken:

Direkter Zugriff auf die URL
Wenn der Pfad öffentlich war, können Bots ihn abrufen.

Crawling von Archiven und Caches
Alte Versionen werden von Suchmaschinen, sozialen Netzwerken oder Internet-Archiven gespeichert.

Thumbnail-Varianten
Alle generierten Bildgrößen werden geprüft, nicht nur das Originalbild.

Bild-Fingerprinting (perceptual hashing)
Auch leicht veränderte Versionen (Skalierung, Zuschneiden) werden erkannt.

So stellst du sicher, dass ein Bild wirklich offline ist

Bild in der Mediathek löschen

  • Endgültig löschen
  • Papierkorb leeren

Physische Dateien prüfen

  • FTP oder Dateimanager öffnen
  • Prüfe alle Varianten:
    • bild.jpg
    • bild-150x150.jpg
    • bild-300x300.jpg
    • bild.webp
  • Alle Dateien löschen

URL-Test

Ruf die direkte URL im Browser auf:
Beispiel: https://renateblaes.de/wp-content/uploads/2026/01/copytrack-1.jpg

Ergebnis:

Das Bild ist also online noch zu finden, obwohl ich es sowohl im Blogartikel + in der Mediathek gelöscht habe!

Erst wenn ich es vom FTP-Server lösche, ist es weg!

Danach bekomme ich mit derselben URL im Browser dieses Ergebnis:

Hinweis

Für Abmahnungen zählt die öffentliche Abrufbarkeit, nicht ob das Bild in der Mediathek sichtbar ist – oder nicht.

Merken: Solange die Bild-URL erreichbar ist, kann ein Bot das Bild finden.

Erkenntnis

  • Löschen in der Mediathek reicht nicht
  • Alle Dateiversionen müssen entfernt werden.

Mit geschilderten Schritten stellst du sicher, dass Bilder endgültig offline sind, und reduzierst das Risiko von Abmahnungen deutlich.

Vermeiden kannst du »Berechtigungsanfragen« von Copytrack dadurch leider nicht. Aber du hast wesentlich bessere Chancen, die Anfragen ins Leere laufen zu lassen. Abgesehen davon, dass Copytrack bzw. dessen Auftraggeber nachweisen muss, dass es die (ausschließlichen) Nutzungsrechte besitzt.

Einen ausführlichen Blogartikel zum Thema mit dem Ergebnis gibt es hier. Das Ergebnis lautet übrigens:

copytrack
WeiterlesenBerechtigungsanfrage von Copytrack: Bild gelöscht – trotzdem noch da?
Foto-GurkeCT

Vorsicht vor Stockfoto-Betrug: So erkennst du unberechtigte Urheberrechtsansprüche

So schützt du dich vor falschen Urheberrechtsansprüchen und bewahrst deine Website vor Abzocke.

Die Sachlage

Plötzlich flattert eine E-Mail ins Postfach, wo beispielsweises drinsteht: »Sie verletzen Urheberrechte! Zahlen Sie Schadensersatz!« Viele Website-Betreiber und Blogger geraten in Panik. Doch nicht jede Urheberrechtsforderung ist echt. Besonders E-Mails von Copytrack, Concept-Production und Co. sind bekannt dafür, durch Druck und Falschaussagen Einnahmen zu erzwingen.

In diesem Artikel erfährst du, wie du echte Ansprüche von Betrug unterscheidest, deine Rechte prüfst und richtig reagierst.

Typische Merkmale betrügerischer Forderungen

Achte auf folgende Warnsignale:

  • Juristisch klingende Formulierungen: »Wir sind berechtigt, Schadensersatz im eigenen Namen geltend zu machen.«
  • Bezug auf alte oder nicht existierende Plattformen wie z. B. Fotolia (geschlossen 2019).
  • Keine Vorlage eines Lizenzvertrags oder Nachweises der Rechte.
  • Druck mit Fristen oder Androhung von Kosten.
Foto-GurkeCT

Merksatz: Wer nur behauptet, Rechte zu haben, kann dich nicht rechtlich verpflichten. Es bedarf eines juristisch korrekten Nachweises.

Prüfe deine eigenen Rechte

Das Gurkenfoto habe ich im Jahr 2020 über meinen Premium-Account bei Freepik runtergeladen. Als Premium-Mitglied darf ich bei Freepik runterdeladene Fotos ohne Urheber-Nennung nutzen – im Rahmen der Lizenzbedingungen.

freepik

Wenn du Bilder über seriöse Stockportale wie Freepik, Shutterstock oder Adobe Stock lizenziert hast:

  • Lizenz prüfen: Kommerzielle Nutzung erlaubt?
  • Belege sichern: Rechnung, Download-Historie, Lizenzbedingungen
  • Screenshots machen: Bildquelle für den Nachweis dokumentieren

Hinweis: Deine Lizenz ist der stärkste Beweis gegen unbegründete Forderungen.

Exklusivität vs. Mehrfachverkauf

Viele Abzocker behaupten, sie hätten exklusive Rechte an einem Bild. Deshalb prüfe:

  • Wird das Bild auf mehreren Plattformen verkauft?
  • Ist es weiterhin über Stockportale verfügbar?

Fakt: Wer Exklusivität behauptet, muss vollständig beweisen, dass keine parallele Nutzung existiert. Kann er das nicht, ist die Forderung juristisch unhaltbar.

Im Fall des Gurkenfotos kann Concept-Produktion nicht die exklusiven Rechte nachweisen, denn das Foto wird auch auf anderen Fotoportalen angeboten. demzufolge hat Concept-Production keine exklusiven Rechte. Denn das würde bedeuten: Nur Concept-Production hat die Rechte am Foto (und der Urheber natürlich).

Aber das Gurkenfoto ist mehrfach im Internet zu finden und bei den Portalen kann man es auch kaufen und damit die Nutzungsrechte erwerben.

Z. B. bei Alamy, Envato und Yayimages.

So reagierst du richtig bei einer »Berechtigungsanfrage« von Copytrack oder einer Abmahnung von sonst wem

Sachlich zurückweisen

  • Einmalig schriftlich antworten, sachlich und kurz:

Das beanstandete Bild ist über XXXX ordnungsgemäß lizenziert (Rechnung liegt vor).
Concept-Production kann keine nachvollziehbare, exklusive Rechtekette vorlegen.
Ich weise daher die Forderung zurück.
Weitere Kontaktaufnahme bitte nur mit gerichtsfester Anspruchsgrundlage.

Belege sichern

  • Rechnungen, Lizenzbedingungen, Screenshots
  • Alle E-Mails von Copytrack/Concept-Production

Optional: Anzeige erstatten

  • Betrugsverdacht (§ 263 StGB) (bringt aber meistens nichts
  • Verbraucherzentrale/Wettbewerbszentrale informieren
  • Dokumentation erhöht den Druck auf die Betrüger

Fazit

  • Nicht in Panik geraten – eine gültige Stockfoto-Lizenz schützt dich.
  • Ohne nachweisbare exklusive Rechte ist jede Forderung von Copytrack oder Concept-Production (oder sonst wem) rechtlich nicht durchsetzbar.
  • Dokumentation + sachliche Antwort = maximale Sicherheit.

Verhalten für die Zukunft

  • Bilder nur über seriöse Stockportale nutzen
  • keine kostenlosen Bilder nutzen
  • Lizenzen dauerhaft archivieren
  • unbekannte Forderungen sorgfältig prüfen, bevor reagiert wird
  • keine Zahlungen leisten oder auf Druck reagieren

Tipp: So schützt du deine Website langfristig vor Abzocke und unnötigen Rechtsstreitigkeiten.

Erfahrungsberichte:

Kanzlei Franz

Medienrechtsanwälte

Steigerlegal

BILD

infotheminds

franchisevergleich

Kanzlei.biz

Anwalt.de

Fazit: Copytrack wird allgemein als sehr unseriös eingestuft.

Hinweis:
Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung,
sondern dient nur der Information.

Wichtiger Nachtrag:
Heute habe ich eine weitere Bewertung zu Copytrack bei Trustpilot entdeckt. Dort schreibt ein ebenfalls Betroffener, dass er sein Bild gelöscht hat, aber trotzdem eine weitere Abmahnung bekommen hat. Grund: Das fragliche Foto war zwar im Blogartikel nicht mehr sichtbar, ABER: Es war noch im Server.
Auch darüber habe ich einen Blogartikel geschrieben.

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WeiterlesenVorsicht vor falschen Urheberrechtsansprüchen: So erkennst du fragwürdige Forderungen von „Copytrack und Co.“