Kategorie Gesundheit

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Hase und Igel bei YouTube – wenn Präsenz mit Penetranz verwechselt wird

Eine kleine Betrachtung über Werbung und die Kunst, einen Besucher von YouTube zuverlässig zum Wegklicken zu motivieren.

An dieser Stelle schicke ich meine ausdrücklichen Glückwünsche an Frau Dr. Bracht und Herrn Liebscher-Bracht. Was diese beiden geschafft haben, muss man erst einmal schaffen: Egal, welches YouTube-Video ich anklicke – die beiden sind bereits da. Meist getrennt. Aber sie sind da.

Politik? Sie sind schon da.

Kochen? Sie sind schon da.

Reisen? Sie sind schon da.

Tiere? Sie sind schon da.

Medien? Sie sind schon da.

Gesundheit? Nun, da überrascht es mich inzwischen nicht mehr.

Mich erinnert das Ganze mittlerweile an die Geschichte von Hase und Igel. Ich bin noch gar nicht richtig angekommen – und Sie sind schon da.

Beeindruckende Form von Markenpräsenz?

Nun muss ich den beiden zugutehalten: Aus Sicht der Werbewirtschaft ist das beeindruckend.

  • Ich kenne ihre Marke.
  • Ich kenne ihre Gesichter.
  • Ich kenne ihre Stimmen.
  • Ich kenne ihre Botschaften

Die Markenbekanntheit von Liebscher & Bracht dürfte bei mir also kaum noch zu steigern sein. Sie haben mit ihrer Youtube-Penetranz zweifellos etwas erreicht. Aber: Sie haben nicht das erreicht, was Werbung normalerweise erreichen will:

  • Ich bin nicht neugierig geworden.
  • Ich möchte mich nicht näher informieren.
  • Ich möchte kein Angebot ausprobieren.
  • Ich möchte keinen Rabatt.

Auf diese Weise ist aus einer ursprünglich unbeteiligten Zuschauerin inzwischen eine konsequente Wegklickerin geworden. Und das ist – wenn man es genau betrachtet – eine ziemlich interessante Form von Werbewirkung.

Präsenz ist nicht Penetranz

Ich habe viele Jahre mein Geld mit Werbung verdient – auch für Kunden aus dem Gesundheitsbereich. Deshalb erlaube ich mir eine kleine professionelle Unterscheidung:

Es gibt einen großen Unterschied zwischen Präsenz und Penetranz.

Präsenz bedeutet:

  • Ich bin da.
  • Du nimmst mich wahr.
  • Du erinnerst Dich an mich.

Penetranz bedeutet:

  • Ich bin wieder da.
  • Ich bin schon wieder da.
  • Und schon wieder … mit Endlosschleife

Und irgendwann denkt der potenzielle Kunde:

O Gott, der/die schon wieder!

Die erstaunliche Wirkung der Wiederholung

Natürlich braucht Werbung Wiederholung. Aber Wiederholung ist ein Werkzeug. Wenn man es übertreibt, verwandelt sich das Werkzeug schnell in einen Bumerang. Dann erinnert sich der Zuschauer zwar an die Marke – aber in erster Linie daran, dass sie ihn nervt. Dass er sie nicht mehr sehen möchte. Und was macht er? Er wendet sich ab – mit Grauen.

Bei mir ist dieser Punkt definitiv erreicht.

Penetranz erzeugt kein Vertrauen

Vielleicht steckt hinter dieser Penetranz ein klassischer Gedanke: Wenn Menschen etwas häufig genug sehen, wird es vertraut. Und was vertraut ist, wirkt – möglicherweise – glaubwürdiger.

Das kann funktionieren. Muss aber nicht.

Bei mir zum Beispiel hat sich ein anderer Mechanismus entwickelt: Je häufiger mir die Werbung von Liebscher & Bracht über den Weg läuft – und sie lauert wirklich an jeder Ecke –, desto weniger Vertrauen habe ich in das, was mir – vermutlich – vermittelt werden soll: Vertrauen in die jeweiligen Menschen und ihre Kompetenz.

Bekanntheit und Vertrauen sind zwei verschiedene Dinge.

Ich kann den Namen einer Marke gut kennen, ihr aber trotzdem nicht vertrauen. Vielleicht weil ich sie kenne. Und weil mir gerade diese Omnipräsenz = Penetranz suspekt erscheint.

Ich kann einen Werbespot also auswendig kennen und das dahintersteckende Angebot trotzdem ablehnen. Und ich kann eine Werbebotschaft so häufig hören, dass ich irgendwann nicht mehr über ihren Inhalt nachdenke, sondern nur noch darüber, wie ich ihm möglichst schnell entkomme.

Bei mir herrscht mittlerweile genau dieser Zustand – angesichts des penetranten Werbeauftritts von Liebscher & Bracht: Ich will nur noch weg!

Selbstgefälligkeit ist keine Glaubwürdigkeitsstrategie

Was mich dabei auch stört, ist die Art der Präsentation. Sie wirkt nicht selbstbewusst auf mich, sondern selbstgefällig und betont allwissend. Das ist selbstverständlich meine persönliche Wahrnehmung. Aber genau darum geht es bei Werbung: um die Wirkung, die sie beim Empfänger erzielt.

Und bei mir entsteht nicht der Wunsch:
Von diesem selbstbewussten Ehepaar möchte ich mehr erfahren.

Die Kombination aus selbstgefälligem Auftreten, weitreichenden gesundheitlichen Aussagen und einer geradezu demonstrativen Gewissheit, im Besitz der stets richtigen Antworten zu sein, erzeugt bei mir nicht den Eindruck von Seriosität. Sie erzeugt bei mir Skepsis und den Gedanken:
Mit diesem selbstgefälligen Ehepaar will ich nichts zu tun haben!

Gerade bei Gesundheit ist Vertrauen keine Nebensache

Bei Gesundheitswerbung bin ich besonders empfindlich. Menschen suchen dort nach Antworten, weil sie Schmerzen haben, sich Sorgen machen oder etwas an und in ihrem Leben verändern möchten. Sie suchen nicht einfach das nächste Produkt im Supermarktregal.

Deshalb halte ich es gerade in diesem Bereich für wichtig, Vertrauen nicht mit Marktschreierei zu verwechseln. So nach dem Motto: »Heute das Pfund Bananen nicht für 1 Euro, nicht für 75 Cent, sondern für sagenhafte 50 Cent!«

Für mich entsteht Glaubwürdigkeit nicht dadurch, dass jemand seine Verlautbarungen laut und häufig unters Volk wirft und dabei mit Rabatten winkt. Glaubwürdigkeit entsteht durch glaubwürdiges Auftreten: selbstbewusst, aber nicht selbstgefällig; überzeugend, aber nicht überheblich; und vor allem mit der nötigen Bescheidenheit, zu vermitteln, dass man nicht auf jede Frage die einzig selig machende Antwort besitzt.

Sehr erfolgreiche Kampagne?

Wenn ich die Sache rein werblich betrachte, müsste ich den beiden eigentlich gratulieren. Sie haben es geschafft, bei mir eine außerordentliche Markenbekanntheit aufzubauen.

  • Ich erkenne sie sofort.
  • Ich kenne ihre Botschaft.
  • Ich weiß, dass jetzt Werbung kommt.

Und ich weiß, was ich mache, sobald ihre Werbung auftaucht: auf Überspringen klicken. Und zwar sofort.

Damit hat die penetrante Youtube-Präsenz von Liebscher & Bracht aus einer ursprünglich unbeteiligten Zuschauerin eine sehr zuverlässige Wegklickerin gemacht. Das muss man erst mal schaffen.

Aber: Die Absicht von Werbung ist eine andere …

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Stehen auf einem Bein: einfacher Test für Gesundheit und Balance bei über 60-Jährigen

Das Leben jenseits der 60 bringt (leider) etliche Veränderungen mit sich – körperlich und geistig. Eine einfache, aber aussagekräftige Übung kann einen Hinweis darauf geben, wie es um unsere Gesundheit steht: das Stehen auf einem Bein.

Warum das Stehen auf einem Bein so wichtig ist
Beim Stehen auf einem Bein werden Balance, Muskelkraft und neurologische Funktionen getestet. Wer älter wird, erlebt eine Abnahme von Muskelmasse, eine Verschlechterung der Koordination und ein erhöhtes Risiko für Stürze. Ein kurzer Test, bei dem man einfach auf einem Bein steht, liefert bereits wichtige Hinweise.

  • Balance: Wer sein Gleichgewicht halten kann, hat ein geringeres Risiko für Stürze.
  • Körperliche Fitness: Das Halten des Standes erfordert Aktivität von Beinen, Rumpf und kleinen stabilisierenden Muskeln.
  • Neurologische Faktoren: Das Gleichgewicht hängt von Nerven, Gehirn und Sinnesorganen (z. B. Ohren) ab. Schwierigkeiten beim Stehen auf einem Bein können frühe Hinweise auf neurologische Einschränkungen geben.

Der einfache Test
Stellen Sie sich barfuß oder in rutschfesten Schuhen auf einen ebenen Boden.

  1. Heben Sie ein Bein, sodass das Knie leicht angewinkelt ist.
  2. Versuchen Sie, mindestens 10 Sekunden stabil zu stehen.
  3. Wechseln Sie das Bein und wiederholen Sie den Test.

Auswertung:

  • 10–20 Sekunden: Normal für gesunde Erwachsene über 60.
  • Weniger als 10 Sekunden: Hinweis auf eingeschränkte Balance, mögliches Sturzrisiko.
  • Schwer, überhaupt zu stehen: Empfehlung für ärztliche Abklärung und gezieltes Balance-Training.

Gesundheitsimplikationen
Studien zeigen, dass Menschen über 60, die weniger als 5 Sekunden auf einem Bein stehen können, ein deutlich höheres Risiko für funktionelle Einschränkungen, Stürze und sogar vorzeitige Sterblichkeit haben. Es ist also nicht nur eine Frage der Fitness – auf einem Bein stehen zu können, ist ein Indikator für die allgemeine Gesundheit.

Vorteile regelmäßigen Trainings für Balance:

  • Reduzierung des Sturzrisikos
  • Stärkung der Bein- und Rumpfmuskulatur
  • Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit
  • Steigerung des Selbstvertrauens im Alltag

Alles in allem:
Stehen auf einem Bein ist mehr als eine kleine Fitnessübung – es ist ein früher Indikator für Gesundheit und Mobilität bei Menschen über 60. 30 Sekunden Balance täglich zu trainieren, kann Stürze verhindern und die allgemeine Lebensqualität deutlich verbessern.

Also: Ein Bein heben, tief durchatmen und feststellen, wie stabil man wirklich steht – das kann ein einfacher, aber wirkungsvoller Schritt zu mehr Gesundheit im Alter sein.


PS: Ich stehe beim Zähneputzen immer auf einem Bein. Ich putze (mit elektrischer Bürste) jeden Quadranten (Quadrant = ein Viertel des Kiefers/Gebisses) 30 Sekunden lang und stehe dabei abwechselnd auf einem Bein. Insgesamt stehe ich also 2 Minuten auf einem Bein.

Da ich beim Zähneputzen mich mehr aufs Putzen als auf den sogenannten Flamingo-Stand konzentriere, übe ich das Auf-einem-Bein-Stehen auch separat. Ich stelle mich also hin, mache gar nichts, sondern stehe einfach nur auf einem Bein. Dabei schaffe ich locker jeweils 50 bis 60 Sekunden.

Das bedeutet: Ich habe einen sehr gesunden Bewegungsapparat und ein funktionierendes Gleichgewichtssystem. Das Risiko, einfach so auf die Nase zu fallen, ist bei mir demzufolge relativ gering.

Kurz gesagt: Ich habe eine Balancefähigkeit wie eine 20–30-Jährige. Das freut mich natürlich sehr!

Interessanterweise korreliert die Fähigkeit, auf einem Bein zu stehen, mit dem sogenannten biologischen Alter: Wer in höherem Alter noch lange auf einem Bein stehen kann, zeigt eine Fitness, die deutlich jünger ist als das chronologische Alter. Mein biologischer Zustand ist vermutlich so um zehn Jahre jünger als ich tatsächlich bin.

Alles in allem: Wer in fortgeschrittenem Alter noch gut mehr als 30 Sekunden auf einem Bein stehen kann, hat eine „funktionelle Jugendlichkeit“, die angeblich genauso wichtig ist wie Blutwerte oder Gewicht.

Was Blutwerte und Gewicht betrifft, so sind beide bei mir ausgezeichnet. Ich habe sogar Idealgewicht! Was bestimmt auch damit zu tun hat, dass ich seit über 25 Jahren jeden zweiten Tag jogge. Bei jedem Wetter!

In dieser Zeit (25 Jahre) bin ich übrigens die Strecke von einmal um die halbe Erdkugel gejoggt. Irre, oder?

joggen

Warum Joggen so gesund ist, habe ich hier beschrieben.

Momentan genieße ich es, durch den Frühlingswald zu laufen. Er grünt so grün …

Weitere Infos zum Thema:

ARD

Tagesschau

swr

WeiterlesenAuf einem Bein stehen: Warum es für ältere Menschen so wichtig ist